Schwerin hat entschieden:
Spielplatz an der Kieler Straße bleibt erhalten
Die Schweriner haben entschieden: Der Spielplatz und der Park an der Kieler Straße bleiben erhalten. Beim Bürgerentscheid sprach sich die Mehrheit gegen den Verkauf der Fläche und eine Bebauung aus.

Der Spielplatz und der Park an der Kieler Straße in Schwerin bleiben erhalten. Beim Bürgerentscheid haben sich die Schweriner mehrheitlich gegen den Verkauf der Fläche ausgesprochen. Stand 18 Uhr hatten insgesamt 36.106 Bürger ihre Stimme abgegeben. Um 19.15 Uhr war klar, das notwendige Quorum ist erreicht: 22.076 Schweriner stimmten für den Erhalt des Spielplatzes. 19.631 Bürger hätten mit JA stimmen müssen.
Stadtvertretung muss sich der Entscheidung beugen
Damit verbucht die Bürgerinitiative zum Erhalt des Stadtteilparks Lankow einen klaren Erfolg und setzt sich gegen die Pläne der Stadtvertretung durch, die Fläche an einen Investor zu veräußern.
Bis heute um 18.00 Uhr konnten die Wahlberechtigten ausschließlich per Briefwahl darüber abstimmen, ob der Spielplatz mit Park erhalten bleibt oder für eine Bebauung freigegeben wird. Die Stadtvertretung hatte den Verkauf im vergangenen Sommer beschlossen. Geplant war ein rund 18 Millionen Euro teures Gebäude mit Wohnungen, Geschäften und Arztpraxen. Gegen diese Pläne regte sich früh Widerstand aus der Bürgerschaft. Mehr als 4.000 Unterschriften sammelte eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Grün- und Spielfläche im Stadtteil Lankow, genug, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen.
Mit dem nun vorliegenden Ergebnis folgt die Mehrheit der Abstimmenden dieser Forderung. Der Entscheid ist für die Stadt verbindlich. Der Verkauf der Fläche ist damit vom Tisch, der Spielplatz bleibt bestehen.
Unterstützung erhielt die Bürgerinitiative auch von überregionaler Seite. Das Deutsche Kinderhilfswerk hatte sich im Vorfeld des Bürgerentscheids deutlich gegen den Verkauf der Fläche positioniert und zu einer Beteiligung aufgerufen. Der Verein verwies auf die Bedeutung von Spiel- und Grünflächen für eine kindgerechte Stadtentwicklung sowie auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen.
Bereits zuvor hatte das Deutsche Kinderhilfswerk den geplanten Verkauf gegenüber der Kommunalaufsicht kritisiert. Nach Einschätzung des Vereins sei die Entscheidung ohne eine ausreichende Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie ohne eine Prüfung des Kindeswohls getroffen worden – ein möglicher Verstoß gegen das Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz in Mecklenburg-Vorpommern.
Ende eines monatelangen Tauziehens
Spielplätze seien ein zentraler Bestandteil lebendiger Stadtteile, so die Argumentation der Kritiker der Bebauungspläne. Spielen fördere die soziale, motorische und kognitive Entwicklung von Kindern und sei zudem als Recht in der UN-Kinderrechtskonvention verankert.
Mit dem positiven Ausgang des Bürgerentscheids endet eine monatelange, teils emotional geführte Debatte um die Zukunft des Areals an der Kieler Straße. Für die Bürgerinitiative ist das Ergebnis ein deutliches Signal – und für die Stadt Schwerin eine klare Vorgabe für das weitere Vorgehen.



