Nach dem Bürgerentscheid:
Spielplatz Kieler Straße – Lankower sollen bei Neugestaltung mitreden
Nach Bürgerentscheid und Spendenaktion geht es um die Zukunft des Spielplatzes Kieler Straße. Am 2. Oktober können Kinder, Jugendliche und Anwohner ihre Ideen einbringen.

In Kürze:
- Am 2. Oktober von 15 bis 18 Uhr können Lankower Vorschläge für die Neugestaltung des Spielplatzes Kieler Straße machen.
- Beim Bürgerentscheid im Januar stimmten 92,89 Prozent der gültigen Stimmen für den Erhalt von Park und Spielplatz.
- Eine anschließend gestartete Spendenaktion brachte nach dem vorliegenden Stand 3.585 Euro ein; inzwischen soll der Spielplatz saniert und weiterentwickelt werden.
Der Spielplatz Kieler Straße in Schwerin-Lankow soll neugestaltet werden. Am Freitag, 2. Oktober, können Kinder, Jugendliche und Erwachsene von 15 bis 18 Uhr direkt vor Ort ihre Wünsche und Vorschläge einbringen. Die Veranstaltung ist ein weiterer Schritt in der seit Monaten geführten Debatte um die Fläche.
Im Mittelpunkt sollen nach Angaben der Stadt insbesondere die Vorstellungen von Kindern und Jugendlichen stehen. Gemeinsam soll darüber gesprochen werden, welche Angebote der Spielplatz künftig braucht und wie das Gelände gestaltet werden kann. Erste Ideen können bei dem Termin diskutiert, gezeichnet oder als Modell dargestellt werden.
Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Spendenaktion, die er noch als Stadtpräsident gemeinsam mit Cordula Manow, Vorsitzende der Ortsteilvertretung Lankow, Anfang Februar gestartet hatte. „Das war auch für die Stadt ein wichtiger Ansporn, die geplante Sanierung und Neugestaltung zügig voranzutreiben“, erklärte Ehlers.
Der Spielplatz hat eine längere politische Vorgeschichte. Die Stadt hatte das Grundstück ursprünglich verkaufen wollen, um dort eine Bebauung zu ermöglichen. Dagegen formierte sich Widerstand. Mehr als 4.000 Schweriner unterstützten ein Bürgerbegehren, das schließlich zum Bürgerentscheid führte.
Bürgerentscheid sicherte Spielplatz Kieler Straße
Am 25. Januar 2026 entschieden die Schweriner per Briefabstimmung, ob das Grundstück im Eigentum der Stadt bleiben und Spielplatz sowie Park erhalten werden sollten.
Das Ergebnis fiel deutlich aus: 31.739 Menschen stimmten mit Ja, 2.431 mit Nein. Damit entfielen 92,89 Prozent der gültigen Stimmen auf den Erhalt. Auch das notwendige Quorum wurde überschritten. Der Bürgerentscheid war damit erfolgreich und ersetzte den zuvor gefassten Beschluss der Stadtvertretung über den Verkauf der Fläche.
Die Abstimmung klärte allerdings zunächst nur die grundsätzliche Zukunft des Grundstücks. Über die weitere Gestaltung von Park und Spielplatz war damit noch nicht entschieden.
Spendenaktion sorgte für Diskussionen
Kurz nach dem Bürgerentscheid starteten Ehlers und Manow eine Spendenaktion für den Spielplatz. Als Ziel wurden 9.000 Euro angegeben. Nach dem vorliegenden Stand beteiligten sich 80 Spender mit insgesamt 3.585 Euro. Das entspricht rund 40 Prozent des angestrebten Betrags. Das Geld sollte an den Schweriner Ortsbeiräte und Präventionsräte e.V. gehen und für die Sanierung oder Erneuerung des Spielplatzes verwendet werden.
Die Aktion war allerdings nicht unumstritten. Ehlers und Manow bezeichneten den Spielplatz als stark sanierungsbedürftig. In der damaligen öffentlichen Kommunikation war zudem von beschädigten beziehungsweise aus Sicherheitsgründen gesperrten Spielgeräten die Rede.
Der zuständige städtische Eigenbetrieb SDS zeichnete seinerzeit ein anderes Bild. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte die Stadt damals, dass der Spielplatz als „verkehrssicher” gelte. Gesperrte Spielgeräte oder Bereiche gebe es nicht. Vorgesehen sei lediglich gewesen, einzelne Bretter an einem Aufstieg auszutauschen.
Inzwischen hat sich der Weg zur Modernisierung des Spielplatzes konkretisiert: Die Stadtvertretung beschloss die Sanierung und Weiterentwicklung der Anlage. Für das Vorhaben sollen zudem Städtebaufördermittel beantragt werden.
Lankower sollen Ideen einbringen
Welche Form die Neugestaltung konkret annimmt, soll nun auch von den Vorschlägen aus dem Stadtteil abhängen. Die Veranstaltung am 2. Oktober dient deshalb zunächst der Ideensammlung und nicht der Vorstellung eines bereits fertigen Entwurfs.
Cordula Manow wirbt um eine breite Beteiligung. „Damit das Ergebnis am Ende wirklich ein Treffer wird, brauchen wir die Lankowerinnen und Lankower“, erklärte sie. Sie hoffe, dass sich auch Menschen beteiligen, die für den Spielplatz gespendet haben.
Noch offen ist, welche Spielgeräte erneuert oder ergänzt werden und wie umfangreich die Arbeiten ausfallen. Auch zu den Gesamtkosten, der möglichen Höhe der Städtebauförderung sowie zum Bau- und Fertigstellungstermin liegen bislang keine konkreten Angaben vor.





