Nach Bürgerentscheid:
Spendenaktion soll Spielplatz in Lankow sanieren helfen
Der Bürgerentscheid stoppt die Bebauung an der Kieler Straße. Der Spielplatz bleibt – ist aber marode. Nun soll eine Spendenaktion den Ort für Kinder in Lankow retten.

Der Bürgerentscheid zur Fläche an der Kieler Straße ist entschieden. Das hat nun auch Folgen für den Stadtteil. Die geplante Bebauung mit Wohnungen, Arztpraxen und neuen Spielplätzen wird nicht umgesetzt. Das Votum der Bürgerinnen und Bürger damit klar. Zugleich bleibt der bestehende Spielplatz an der Kieler Straße erhalten. Für viele Kinder und Familien in Lankow ist er ein wichtiger Treffpunkt. Doch sein Zustand bereitet Sorgen.
Der Platz wirkt abgenutzt, lädt kaum noch zum Spielen oder Verweilen ein. Schwerins Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU) und die Vorsitzende der Ortsteilvertretung Lankow Cordula Manow haben nun auf der Spendenplattform „GoFundMe” eine Spendenaktion für die Sanierung des Spielplatzes angestoßen.
Demokratie heißt Entscheidungen respektieren
Stadtpräsident Sebastian Ehlers betont, dass er die ursprünglichen Pläne für den Standort aus Überzeugung unterstützt habe. „Ich habe in der Stadtvertretung für weitere Arztpraxen, barrierefreie Wohnungen sowie drei neue, sichere Spielplätze in Lankow gestimmt, weil diese Maßnahmen aus meiner Sicht dem Stadtteil gutgetan hätten“, sagt Ehlers. „Durch den Bürgerentscheid im Januar steht nun fest, dass diese Investitionen für Lankow nicht umgesetzt werden.“
Zur Demokratie gehöre es, Entscheidungen zu akzeptieren, so Ehlers weiter. „Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir uns gemeinsam darum kümmern, den bestehenden Spielplatz für Kinder sicher und gut bespielbar zu machen.“ In der städtischen Spielplatzkonzeption seien in den kommenden Jahren andere Anlagen zur Sanierung vorgesehen. Für den Spielplatz an der Kieler Straße bedeute das, dass alternative Finanzierungsmodelle nötig seien.
„Ziel ist es, den Spielplatz Schritt für Schritt neu aufzubauen – sicher, einladend und lebendig“, sagt Cordula Manow, Vorsitzende der Ortsteilvertretung. Nach ersten Schätzungen werden dafür rund 30.000 bis 40.000 Euro benötigt.
Um diese Summe zusammenzubekommen, startet nun eine Spendenaktion für den Neuaufbau des Spielplatzes an der Kieler Straße. „Jede Unterstützung hilft – egal ob klein oder groß. Wenn viele mitmachen, können wir gemeinsam dafür sorgen, dass hier wieder ein Ort entsteht, an dem Kinder gern Zeit verbringen“, so Ehlers.#
Spendenaktion kontrovers diskutiert
Spenden sind über einen GoFundMe-Link sowie per QR-Code möglich. Darüber hinaus können auch größere, projektbezogene Zuwendungen über den Verein der Ortsteilvertretungen eingebracht werden. Ziel ist es, den Spielplatz nicht nur zu erhalten, sondern ihm neues Leben einzuhauchen – als sicheren Treffpunkt für die jüngsten Lankower.
In den sozialen Netzwerken wird das Ansinnen von Cordulas Manow und Sebastian Ehlers kontrovers diskutiert. Der Schweriner Galerist Stephan Schrör schreibt in einem Beitrag auf „Facebook”: „100.000 Euro für die Briefwahl versenkt …jetzt brauchen Sie 9.000 fürs greenwashing … Die Schuldigen betteln jetzt um milde Gaben.”
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Die Oberbürgermeisterkandidatin der Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) kommentiert ebenfalls unter dem Post von Schrör: „Lächerliche Nummer – dass sich hier nicht selbst in Grund und Boden geschämt wird….”
Für Sebastian Ehlers ist die Sache allerdings klar: „Unabhängig davon, wie abgestimmt wurde: Kinder brauchen einen Ort, an dem sie sich sicher bewegen, spielen und treffen können“. Wenn der Spielplatz bleibe, müsse er auch ein guter Ort sein.
Redaktioneller Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags haben wir geschrieben, dass mehrere Spielgeräte beschädigt oder aus Sicherheitsgründen gesperrt seien. Das ist nicht richtig.
Eine Anfrage an die Stadt ergab dass kein Spielgerät gesperrt sei und die Stadt den Spielplatz als „verkehrssicher” einstuft. Wir haben den Beitrag daher im Nachgang entsprechend angepasst und die Passage entfernt.



