Zwei Jahre Unterricht in Arabisch als Herkunftssprache in Schwerin

Warum soll man man sich die Zähne putzen? Warum soll man nicht zu spät in die Schule kommen? Davon sangen die Schülerinnen und Schüler der „Sonntags:Schule“ auf Arabisch.

Foto: Diese Kinder sangen beim Fest der „Sonntags:Schule“

 

Sie dankten ihren Müttern musikalisch. Denn am Muttertag feierte die „Sonntags:Schule“ ihr 2jähriges Bestehen im Mehrgenerationenhaus des Internationalen Bundes (IB). Dass auch diejenigen Gäste die Liedinhalte verstanden, die nicht Arabisch sprechen, dafür sorgte Abd Rahman Lazqani. Locker wechselte er bei der Moderation des Schulfestes zwischen Arabisch und Deutsch und übersetzte die Liedinhalte. Das beeindruckte auch Gabriele Banner vom Staatlichen Schulamt in Schwerin und Dorit Klemkow als Vorsitzende des Ortsbeirates Mueßer Holz.

 

Der 13jährige kam Anfang 2016 mit seiner Familie nach Schwerin und war einer der ersten Schüler, die nicht nur täglich wie alle Kinder eine der Schweriner Schulen besuchen, sondern auch sonntags für drei Stunden am Arabischunterricht teilnehmen, der vom Verein Miteinander – Ma’an e.V. organisiert wird. Geflüchtete Lehrkräfte, die bereits in Syrien an Schulen gearbeitet haben, unterrichten jede Woche etwa 120 Kinder in sechs Lerngruppen.

 

„Perspektive Rückkehr verbessern – durch Bildung und Qualifizierung“

 

Sie widmen sich ehrenamtlich und mit großem Engagement der Aufgabe, den Kindern Sprache und Kultur ihres Herkunftslandes zu vermitteln. Ahmed, Nour und Samira wollen in Deutschland gute Schüler sein und gut Deutsch lernen. Sie wollen sich aber auch mit ihren Großeltern in Syrien schreiben und unterhalten können. Und sie wollen nicht Fremde sein, wenn ihre Familien eines Tages in Zeiten des Friedens in ihr Herkunftsland zurückkehren können. Im Rahmen des Projektes „Perspektive Rückkehr verbessern – durch Bildung und Qualifizierung“ wird der Arabischunterricht gefördert vom „Centrum für internationale Migration und Entwicklung“ (CIM). Es ist einzigartig in Mecklenburg-Vorpommern und kann beispielhaft sein für andere Orte.

 

 

 

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