Mi, 10. Dezember 2025
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Nervenkrimi in Schwerin:
SSC ringt Münster im Tiebreak nieder

Der SSC Palmberg Schwerin hat den USC Münster im Zoi DVV-Pokal-Viertelfinale nach fünf Sätzen 3:2 besiegt und sich vor 1.700 Fans in der PALMBERG ARENA das Halbfinalticket gesichert.

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  • Veröffentlicht November 24, 2025
SSC Im Jubel, wie Schwerin den DVV-Pokal-Thriller drehte Foto: Michael Dittmer
SSC Im Jubel, wie Schw­erin den DVV-Pokal-Thriller drehte. Foto: Michael Dittmer

 

Schw­erin, 22. Novem­ber 2025. – Der SSC Palm­berg Schw­erin hat sich in einem hochdrama­tis­chen Zoi DVV-Pokal-Viertel­fi­nale gegen den USC Mün­ster mit 3:2 (23:25, 29:27, 25:16, 23:25, 19:17) durchge­set­zt und das Tick­et für das Halb­fi­nale gelöst. Vor rund 1.700 Zuschauern in der PALMBERG ARENA liefer­ten sich bei­de Teams ein Duell auf Augen­höhe, das erst im Tiebreak entsch­ieden wurde.

Der SSC erwis­chte zunächst den besseren Start und lag früh mit 3:1 in Führung. Mün­ster begeg­nete dem Favoriten jedoch mit hoher Aggres­siv­ität am Netz und enormem Risiko im Auf­schlag. Nach einem platzierten Ser­vice von Isabell Mar­tin, die ihr let­ztes Spiel im Mün­ster-Trikot vor dem Wech­sel in die USA bestritt, über­nahm der USC beim 6:8 die Führung. Während bei Schw­erin Kapitänin Anne Hölzig und Britte Stu­ut dage­gen­hiel­ten, zogen die Gäste mit stark­er Blockar­beit und druck­vollen Angrif­f­en von Mar­tin, Bri­an­na Ford und Spöler auf bis zu sechs Punk­te davon.

Schw­erin nahm bei­de Auszeit­en, reagierte mit einem Dop­pel­wech­sel und brachte Iris Vos für Leana Groz­er, fand aber zunächst keine Mit­tel gegen das geduldige Auf­baus­piel der Mün­ster­aner­in­nen. Erst eine Auf­schlagserie von Britte Stu­ut brachte die Wende: Beim 19:21 war der SSC wieder in Schlagdis­tanz, das Pub­likum ver­wan­delte die Are­na in ein Toll­haus. Ein Ass von Hölzig und ein Block von Anna Artyshuk sorgten für den Aus­gle­ich zum 23:23. Doch in der Schlussphase set­zte Mün­ster die entschei­den­den Akzente und sicherte sich den umkämpften ersten Satz mit 23:25.

 

Schwerin kämpft sich mit Leidenschaft zurück

Der zweite Durch­gang begann aus­geglichen, bei­de Teams leis­teten sich zunächst einige Angriffs­fehler. Beim 10:10 über­nahm auf Schw­er­iner Seite immer stärk­er Artyshuk Ver­ant­wor­tung, die von Zus­pielerin Han­nah Kohn vari­abel einge­set­zt wurde. Der SSC erspielte sich eine 15:12-Führung, doch Mün­ster blieb mit viel Druck im Auf­schlag und sta­bil­er Blockar­beit dran. Beim 18:17 war der USC wieder in Reich­weite, Emil­ia Jor­dan set­zte Schw­erins Annahme mit ihren Auf­schlä­gen unter Stress.

In der Crunchtime entwick­elte sich ein offen­er Schlagab­tausch. Hölzig brachte mit einem entschlosse­nen Angriff und einem Ass Schw­erin schein­bar auf die Siegerstraße, Mün­ster glich jedoch erneut aus. Die junge Diag­o­nalan­greiferin Leana Groz­er über­nahm Ver­ant­wor­tung und erspielte den ersten Satzball für den SSC, doch die Gäste wehrten mehrfach ab. Bei­de Teams ließen Chan­cen ungenutzt, ehe ein druck­voller Auf­schlag von Kohn die Mün­ster­an­er Annahme in Bedräng­nis brachte und Hölzig die Lücke fand. Unter lautem Jubel der Zuschauer ging der zweite Satz mit 29:27 an Schw­erin.

Im drit­ten Satz set­zte Train­er Felix Koslows­ki weit­er auf Mia Kirch­hoff auf der Diag­o­nal­po­si­tion – und die Entschei­dung zahlte sich aus. Der SSC startete konzen­tri­ert, führte früh mit 5:2 und hielt den Vor­sprung kon­stant. Kirch­hoff fügte sich naht­los ein, vari­ierte zwis­chen harten Angrif­f­en und clever gelegten Bällen. Nach einem ener­gis­chen Block von Mar­i­je ten Brinke wuchs der Vor­sprung auf 12:7. Zwar kämpfte sich Mün­ster nach einem Block von Strothoff noch ein­mal auf 14:12 her­an, doch Schw­erin reagierte mit ein­er Auszeit und ein­er starken Auf­schlagserie von Kirch­hoff.

Münster erzwingt den Tiebreak

Groz­er knüpfte von der Grundlin­ie an und erhöhte den Druck weit­er, der USC ver­lor zunehmend den Zugriff. Der SSC zog auf 21:13 davon und kon­trol­lierte den bis dahin deut­lich­sten Satz des Abends sou­verän. Mit 25:16 stellte Schw­erin auf 2:1 in Sätzen.

Doch Mün­ster gab sich nicht geschla­gen. Im vierten Satz starteten die Gäste aggres­siv und nutzten Unsicher­heit­en in der Schw­er­iner Annahme, um sich über 1:3 und 3:5 abzuset­zen. Der SSC ließ einige Bälle ungenutzt zu Boden fall­en und musste früh eine Auszeit nehmen. Beim 10:10 gelang zwar der Aus­gle­ich, anschließend aber set­zte sich Mün­ster mit klug genutzten Block­hän­den und kon­se­quenten Angrif­f­en erneut ab.

Felix Koslows­ki ver­suchte, den Lauf des USC mit einem Dop­pel­wech­sel zu durch­brechen: Jak­set­ic und Artyshuk kamen ins Spiel, die Ukrainer­in punk­tete prompt von der Diag­o­nal­po­si­tion. Groz­er und ten Brinke stell­ten auf 19:19, doch Mün­ster kon­terte mit drei Punk­ten in Serie. Ein Ass von ten Brinke brachte Schw­erin noch ein­mal auf 22:23 her­an, doch der USC behielt die Ner­ven und ver­wan­delte seinen zweit­en Satzball zum 23:25 – der Tiebreak musste die Entschei­dung brin­gen.

Im fün­ften Satz zeigte sich, wie wichtig ein guter Start ist. Der SSC legte 2:0 vor, Mün­ster glich umge­hend durch Mar­tin aus. Schw­erin holte sich die Führung mit viel Präsenz am Netz zurück, doch der USC blieb dran und stellte nach ein­er umstrit­te­nen Entschei­dung am Netz sowie einem Ass auf 6:6. Mit ein­er knap­pen 8:7‑Führung ging der SSC zum let­zten Seit­en­wech­sel des Abends.

Schw­erin erhöhte auf 11:9, doch Mün­ster antwortete erneut und glich durch einen Block von Ford zum 11:11 aus. Die Span­nung war nun kaum zu über­bi­eten. Kirch­hoff brachte Schw­erin mit 13:12 in Front, Mün­ster drehte die Par­tie wieder und erspielte sich den ersten Match­ball – der im Netz endete. Beim 14:14 stand die Are­na Kopf.

Mün­ster kam zu einem weit­eren Match­ball, doch erneut behielt Kirch­hoff die Ner­ven. Die eingewech­selte Iris Vos set­zte anschließend einen druck­vollen Auf­schlag, der Schw­erin den ersten eige­nen Match­ball bescherte. Auch dieser wurde zunächst abgewehrt, ehe der SSC schließlich seine zweite Chance nutzte. Mit 19:17 im Tiebreak krön­ten die Schw­er­iner­in­nen einen Vol­ley­bal­labend voller Dra­matik und Emo­tio­nen und standen als Halb­fi­nal­ist im Zoi DVV-Pokal fest.

Direkt im Anschluss an die Par­tie loste SSC-Ikone Denise Seu­bert, geb. Han­ke, vor den Augen der Schw­er­iner Fans die Halb­fi­nal­paarun­gen aus. Der SSC Palm­berg Schw­erin muss auswärts beim Sieger der Begeg­nung Stral­sund gegen Stuttgart antreten, der Dres­d­ner SC gastiert beim VfB Suhl.