Nervenkrimi in Schwerin:
SSC ringt Münster im Tiebreak nieder
Der SSC Palmberg Schwerin hat den USC Münster im Zoi DVV-Pokal-Viertelfinale nach fünf Sätzen 3:2 besiegt und sich vor 1.700 Fans in der PALMBERG ARENA das Halbfinalticket gesichert.

Schwerin, 22. November 2025. – Der SSC Palmberg Schwerin hat sich in einem hochdramatischen Zoi DVV-Pokal-Viertelfinale gegen den USC Münster mit 3:2 (23:25, 29:27, 25:16, 23:25, 19:17) durchgesetzt und das Ticket für das Halbfinale gelöst. Vor rund 1.700 Zuschauern in der PALMBERG ARENA lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe, das erst im Tiebreak entschieden wurde.
Der SSC erwischte zunächst den besseren Start und lag früh mit 3:1 in Führung. Münster begegnete dem Favoriten jedoch mit hoher Aggressivität am Netz und enormem Risiko im Aufschlag. Nach einem platzierten Service von Isabell Martin, die ihr letztes Spiel im Münster-Trikot vor dem Wechsel in die USA bestritt, übernahm der USC beim 6:8 die Führung. Während bei Schwerin Kapitänin Anne Hölzig und Britte Stuut dagegenhielten, zogen die Gäste mit starker Blockarbeit und druckvollen Angriffen von Martin, Brianna Ford und Spöler auf bis zu sechs Punkte davon.
Schwerin nahm beide Auszeiten, reagierte mit einem Doppelwechsel und brachte Iris Vos für Leana Grozer, fand aber zunächst keine Mittel gegen das geduldige Aufbauspiel der Münsteranerinnen. Erst eine Aufschlagserie von Britte Stuut brachte die Wende: Beim 19:21 war der SSC wieder in Schlagdistanz, das Publikum verwandelte die Arena in ein Tollhaus. Ein Ass von Hölzig und ein Block von Anna Artyshuk sorgten für den Ausgleich zum 23:23. Doch in der Schlussphase setzte Münster die entscheidenden Akzente und sicherte sich den umkämpften ersten Satz mit 23:25.
Schwerin kämpft sich mit Leidenschaft zurück
Der zweite Durchgang begann ausgeglichen, beide Teams leisteten sich zunächst einige Angriffsfehler. Beim 10:10 übernahm auf Schweriner Seite immer stärker Artyshuk Verantwortung, die von Zuspielerin Hannah Kohn variabel eingesetzt wurde. Der SSC erspielte sich eine 15:12-Führung, doch Münster blieb mit viel Druck im Aufschlag und stabiler Blockarbeit dran. Beim 18:17 war der USC wieder in Reichweite, Emilia Jordan setzte Schwerins Annahme mit ihren Aufschlägen unter Stress.
In der Crunchtime entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Hölzig brachte mit einem entschlossenen Angriff und einem Ass Schwerin scheinbar auf die Siegerstraße, Münster glich jedoch erneut aus. Die junge Diagonalangreiferin Leana Grozer übernahm Verantwortung und erspielte den ersten Satzball für den SSC, doch die Gäste wehrten mehrfach ab. Beide Teams ließen Chancen ungenutzt, ehe ein druckvoller Aufschlag von Kohn die Münsteraner Annahme in Bedrängnis brachte und Hölzig die Lücke fand. Unter lautem Jubel der Zuschauer ging der zweite Satz mit 29:27 an Schwerin.
Im dritten Satz setzte Trainer Felix Koslowski weiter auf Mia Kirchhoff auf der Diagonalposition – und die Entscheidung zahlte sich aus. Der SSC startete konzentriert, führte früh mit 5:2 und hielt den Vorsprung konstant. Kirchhoff fügte sich nahtlos ein, variierte zwischen harten Angriffen und clever gelegten Bällen. Nach einem energischen Block von Marije ten Brinke wuchs der Vorsprung auf 12:7. Zwar kämpfte sich Münster nach einem Block von Strothoff noch einmal auf 14:12 heran, doch Schwerin reagierte mit einer Auszeit und einer starken Aufschlagserie von Kirchhoff.
Münster erzwingt den Tiebreak
Grozer knüpfte von der Grundlinie an und erhöhte den Druck weiter, der USC verlor zunehmend den Zugriff. Der SSC zog auf 21:13 davon und kontrollierte den bis dahin deutlichsten Satz des Abends souverän. Mit 25:16 stellte Schwerin auf 2:1 in Sätzen.
Doch Münster gab sich nicht geschlagen. Im vierten Satz starteten die Gäste aggressiv und nutzten Unsicherheiten in der Schweriner Annahme, um sich über 1:3 und 3:5 abzusetzen. Der SSC ließ einige Bälle ungenutzt zu Boden fallen und musste früh eine Auszeit nehmen. Beim 10:10 gelang zwar der Ausgleich, anschließend aber setzte sich Münster mit klug genutzten Blockhänden und konsequenten Angriffen erneut ab.
Felix Koslowski versuchte, den Lauf des USC mit einem Doppelwechsel zu durchbrechen: Jaksetic und Artyshuk kamen ins Spiel, die Ukrainerin punktete prompt von der Diagonalposition. Grozer und ten Brinke stellten auf 19:19, doch Münster konterte mit drei Punkten in Serie. Ein Ass von ten Brinke brachte Schwerin noch einmal auf 22:23 heran, doch der USC behielt die Nerven und verwandelte seinen zweiten Satzball zum 23:25 – der Tiebreak musste die Entscheidung bringen.
Im fünften Satz zeigte sich, wie wichtig ein guter Start ist. Der SSC legte 2:0 vor, Münster glich umgehend durch Martin aus. Schwerin holte sich die Führung mit viel Präsenz am Netz zurück, doch der USC blieb dran und stellte nach einer umstrittenen Entscheidung am Netz sowie einem Ass auf 6:6. Mit einer knappen 8:7‑Führung ging der SSC zum letzten Seitenwechsel des Abends.
Schwerin erhöhte auf 11:9, doch Münster antwortete erneut und glich durch einen Block von Ford zum 11:11 aus. Die Spannung war nun kaum zu überbieten. Kirchhoff brachte Schwerin mit 13:12 in Front, Münster drehte die Partie wieder und erspielte sich den ersten Matchball – der im Netz endete. Beim 14:14 stand die Arena Kopf.
Münster kam zu einem weiteren Matchball, doch erneut behielt Kirchhoff die Nerven. Die eingewechselte Iris Vos setzte anschließend einen druckvollen Aufschlag, der Schwerin den ersten eigenen Matchball bescherte. Auch dieser wurde zunächst abgewehrt, ehe der SSC schließlich seine zweite Chance nutzte. Mit 19:17 im Tiebreak krönten die Schwerinerinnen einen Volleyballabend voller Dramatik und Emotionen und standen als Halbfinalist im Zoi DVV-Pokal fest.
Direkt im Anschluss an die Partie loste SSC-Ikone Denise Seubert, geb. Hanke, vor den Augen der Schweriner Fans die Halbfinalpaarungen aus. Der SSC Palmberg Schwerin muss auswärts beim Sieger der Begegnung Stralsund gegen Stuttgart antreten, der Dresdner SC gastiert beim VfB Suhl.



