Tag der Nachbarschaft:
Stadt stellt Flüchtlingsunterkunft vor
5,5 Millionen Euro kostet die Sanierung der Gebäude in der Hamburger Allee. Dadurch entstehen Plätze für 350 Geflüchtete.

Zum Tag der Nachbarschaft hat die Stadt am 29. Mai 2026 die Flüchtlingsunterkunft in der Hamburger Allee in Schwerin vorgestellt. “Wir wollen damit zeigen, wie der Baufortschritt läuft und dass hier keine goldenen Wasserhähne verbaut sind. Sowas wird ja immer mal wieder behauptet”, erklärt der amtierende Bürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) bei der Besichtigung der Baustelle. Die Stadt Schwerin muss Gemeinschaftsunterkünfte mit insgesamt 350 Plätzen bereitstellen. Zur Zeit passiert das zu einem Teil bereits in der Hamburger Allee. Ein anderer Teil der Unterkünfte befindet sich noch in der Werkstraße im Schweriner Südwesten.
Flüchtlingsunterkunft könnte auch anders verwendet werden
Die vier Aufgänge mit der Nummern 202, 204, 206 und 208 sind bereits fertiggestellt und in den Farben weiß, grün und grau der WGS bemalt. Vor den Gebäuden stehen Fahrradständer und Sitzgelegenheiten aus Gitterstahl. Und einige Geflüchtete wohnen dort bereits, viele spielende Kinder laufen umher. “Wir als WGS sehen das als Wohnraum und haben das auch so saniert. Wenn hier irgendwann wieder frei ist, können die Räume ohne Umbaumaßnahmen weitervermietet werden”, erklärt der Geschäftsführer der WGS Kristian Meyer-Hedrich bei der Vorstellung einer der Unterkünfte. Die WGS ist für alles verantwortlich, was Aufgabe des Vermieters ist. Die Ausstattung, zum Beispiel Tische und Betten, kommt vom Betreiber. Das sind das Malteser Werk.
Sicherheitsdienst 24 Stunden vor Ort
Die Malteser Werke betreiben auch eine Ansprechstelle für die Flüchtlingsunterkunft. Die ist aber nur von montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Sicherheitsdienst ist aber 24 Stunden, 7 Tage die Woche vor Ort. Laut den Maltesern unterscheidet sich die Gemeinschaftsunterkunft dadurch auch von der Erstaufnahmeeinrichtung in Stern-Buchholz.
Meinung: Kann ein guter Deal sein
Von Christoph Loose
Ohne die große und viel zu emotionale Diskussion zu Flüchtlingen oder Geflüchteten aufzumachen, kann das Projekt am Ende für die Stadt ein guter Deal sein. 40 Wohnungen werden auf Kosten des Landes saniert und bleiben im Besitz der kommunalen Wohnungsgesellschaft. Das steigert den Wert und womöglich auch die Einnahmen. Finanziell also hoffentlich eine gute Sache für die Stadtkasse. Und für den Stadtteil ist es auch gut, wenn Wohnblöcke saniert werden, anstatt zu verfallen.
Die Frage ist halt, ob man alle Flüchtlinge, die die Stadt zugewiesen bekommt, im Mueßer Holz unterbringen sollte. Das Problem mit der Segregation ist in Schwerin ja leider bekannt und wir sind im Bereich der Trennung von Arm und Reich in Deutschland Spitzenreiter. In Bezug auf Segregation wäre eine Unterbringung an einer anderen Stelle sicher besser gewesen. Aber über das Thema hat sich bereits die Stadtvertretung mehr als einmal gezankt.
Das Konzept der Unterkunft zielt auf selbstbestimmtes Wohnen ab. Entweder im Familienrahmen oder als Wohngemeinschaft verfügen die Wohnungen über Zimmer mit Betten, ein Badezimmer, einen Gemeinschaftsraum und eine Küche. Für das Putzen und Aufräumen sind die Bewohner selbst verantwortlich, das wird aber auch kontrolliert.

Flüchtlingsunterkunft nur noch an einem Standort
Vier Aufgänge sind bereits fertig, an vier weiteren Aufgängen wird noch gebaut. Der erste Bauabschnitt hat 4,2 Millionen Euro gekostet. Der zweite Abschnitt kostet nun 4,3 Millionen Euro. Die Kosten für die Bauarbeiten trägt das Land Mecklenburg-Vorpommern. In diesem zweiten Abschnitt wird auch ein Aufgang barrierefrei und barrierearm gestaltet.

Bei der Hausnummer 194 wird an der Giebelseite ein Aufzug eingebaut und das Treppenhaus erweitert. Dadurch wird ein Teil der Wohnungen rollstuhlgeeignet. 40 Wohnungen, insgesamt rund 2100 qm Wohnfläche. “Alles ist der gesetzliche Mindeststandard und auf Funktionalität ausgelegt”, erklärt der Verantwortliche von der WGS. Bis März 2027 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, erste Wohnungen können wohl schon im Herbst bezogen werden. Dann werden alle Flüchtlinge, die Schwerin zugeteilt bekommt, in der Hamburger Allee untergebracht. Und wenn alles fertig ist, soll auf der Rückseite des Gebäudes noch ein Spielplatz gebaut werden.

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