Sa, 13. Juni 2026
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Tag der Nachbarschaft:
Stadt stellt Flüchtlingsunterkunft vor

5,5 Millionen Euro kostet die Sanierung der Gebäude in der Hamburger Allee. Dadurch entstehen Plätze für 350 Geflüchtete.

  • Veröffentlicht Mai 30, 2026
Einige Interessierte Nachbarn kamen um sich die Flüchtlingsunterkunft anzuschauen. (Foto: Chris Loose)
Einige Inter­essierte Nach­barn kamen um sich die Flüchtling­sun­terkun­ft anzuschauen. Foto: Chris Loose

 

 

Zum Tag der Nach­barschaft hat die Stadt am 29. Mai 2026 die Flüchtling­sun­terkun­ft in der Ham­burg­er Allee in Schw­erin vorgestellt. “Wir wollen damit zeigen, wie der Bau­fortschritt läuft und dass hier keine gold­e­nen Wasser­hähne ver­baut sind. Sowas wird ja immer mal wieder behauptet”, erk­lärt der amtierende Bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU) bei der Besich­ti­gung der Baustelle. Die Stadt Schw­erin muss Gemein­schaft­sun­terkün­fte mit ins­ge­samt 350 Plätzen bere­it­stellen. Zur Zeit passiert das zu einem Teil bere­its in der Ham­burg­er Allee. Ein ander­er Teil der Unterkün­fte befind­et sich noch in der Werk­straße im Schw­er­iner Süd­west­en.

Flüchtlingsunterkunft könnte auch anders verwendet werden

Die vier Aufgänge mit der Num­mern 202, 204, 206 und 208 sind bere­its fer­tiggestellt und in den Far­ben weiß, grün und grau der WGS bemalt. Vor den Gebäu­den ste­hen Fahrrad­stän­der und Sitzgele­gen­heit­en aus Git­ter­stahl. Und einige Geflüchtete wohnen dort bere­its, viele spie­lende Kinder laufen umher. “Wir als WGS sehen das als Wohn­raum und haben das auch so saniert. Wenn hier irgend­wann wieder frei ist, kön­nen die Räume ohne Umbau­maß­nah­men weit­er­ver­mi­etet wer­den”, erk­lärt der Geschäfts­führer der WGS Kris­t­ian Mey­er-Hedrich bei der Vorstel­lung ein­er der Unterkün­fte. Die WGS ist für alles ver­ant­wortlich, was Auf­gabe des Ver­mi­eters ist. Die Ausstat­tung, zum Beispiel Tis­che und Bet­ten, kommt vom Betreiber. Das sind das Mal­teser Werk.

Sicherheitsdienst 24 Stunden vor Ort

Die Mal­teser Werke betreiben auch eine Ansprech­stelle für die Flüchtling­sun­terkun­ft. Die ist aber nur von mon­tags bis fre­itags von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Sicher­heits­di­enst ist aber 24 Stun­den, 7 Tage die Woche vor Ort. Laut den Mal­te­sern unter­schei­det sich die Gemein­schaft­sun­terkun­ft dadurch auch von der Erstauf­nah­meein­rich­tung in Stern-Buch­holz. 

Meinung: Kann ein guter Deal sein

Von Christoph Loose

Ohne die große und viel zu emo­tionale Diskus­sion zu Flüchtlin­gen oder Geflüchteten aufzu­machen, kann das Pro­jekt am Ende für die Stadt ein guter Deal sein. 40 Woh­nun­gen wer­den auf Kosten des Lan­des saniert und bleiben im Besitz der kom­mu­nalen Woh­nungs­ge­sellschaft. Das steigert den Wert und wom­öglich auch die Ein­nah­men. Finanziell also hof­fentlich eine gute Sache für die Stadtkasse. Und für den Stadt­teil ist es auch gut, wenn Wohn­blöcke saniert wer­den, anstatt zu ver­fall­en.

Die Frage ist halt, ob man alle Flüchtlinge, die die Stadt zugewiesen bekommt, im Mueßer Holz unter­brin­gen sollte. Das Prob­lem mit der Seg­re­ga­tion ist in Schw­erin ja lei­der bekan­nt und wir sind im Bere­ich der Tren­nung von Arm und Reich in Deutsch­land Spitzen­re­it­er. In Bezug auf Seg­re­ga­tion wäre eine Unter­bringung an ein­er anderen Stelle sich­er bess­er gewe­sen. Aber über das The­ma hat sich bere­its die Stadtvertre­tung mehr als ein­mal gezankt.

Das Konzept der Unterkun­ft zielt auf selb­st­bes­timmtes Wohnen ab. Entwed­er im Fam­i­lien­rah­men oder als Wohnge­mein­schaft ver­fü­gen die Woh­nun­gen über Zim­mer mit Bet­ten, ein Badez­im­mer, einen Gemein­schaft­sraum und eine Küche. Für das Putzen und Aufräu­men sind die Bewohn­er selb­st ver­ant­wortlich, das wird aber auch kon­trol­liert.

 

Blick in eines der Unterkunftszimmer. (Foto: Chris Loose)
Blick in eines der Unterkun­ft­sz­im­mer. (Foto: Chris Loose)

Flüchtlingsunterkunft nur noch an einem Standort

Vier Aufgänge sind bere­its fer­tig, an vier weit­eren Aufgän­gen wird noch gebaut. Der erste Bauab­schnitt hat 4,2 Mil­lio­nen Euro gekostet. Der zweite Abschnitt kostet nun 4,3 Mil­lio­nen Euro. Die Kosten für die Bauar­beit­en trägt das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern. In diesem zweit­en Abschnitt wird auch ein Auf­gang bar­ri­ere­frei und bar­ri­erearm gestal­tet.

 

Führung durch die Baustellen. (Foto: Chris Loose)
Führung durch die Baustellen. (Foto: Chris Loose)

Bei der Haus­num­mer 194 wird an der Giebel­seite ein Aufzug einge­baut und das Trep­pen­haus erweit­ert. Dadurch wird ein Teil der Woh­nun­gen roll­stuhlgeeignet. 40 Woh­nun­gen, ins­ge­samt rund 2100 qm Wohn­fläche. “Alles ist der geset­zliche Min­dest­stan­dard und auf Funk­tion­al­ität aus­gelegt”, erk­lärt der Ver­ant­wortliche von der WGS. Bis März 2027 sollen die Bauar­beit­en abgeschlossen sein, erste Woh­nun­gen kön­nen wohl schon im Herb­st bezo­gen wer­den. Dann wer­den alle Flüchtlinge, die Schw­erin zugeteilt bekommt, in der Ham­burg­er Allee unterge­bracht. Und wenn alles fer­tig ist, soll auf der Rück­seite des Gebäudes noch ein Spielplatz gebaut wer­den.

 

So wie die Hausnummern 210 bis 216 sahen die Wohnblöcke vorher aus. (Foto: Chris Loose)
So wie die Haus­num­mern 210 bis 216 sahen die Wohn­blöcke vorher aus. (Foto: Chris Loose)

 

 


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