Finanzierung steht:
Schwerin plant Stadtgeschichtsmuseum am Schlachtermarkt
Schwerin bekommt ein neues Stadtgeschichtsmuseum mit Welterbe-Informationszentrum: Land und Stadt haben die Finanzierung für den Neubau am Schlachtermarkt gesichert. Eine Absichtserklärung wurde am Freitag unterzeichnet.

Für ein lange geplantes Kulturprojekt in der Landeshauptstadt ist ein wichtiger Schritt geschafft: Die Finanzierung für das neue Stadtgeschichtsmuseum mit Welterbe-Informationszentrum am Schlachtermarkt ist gesichert. Am Freitag unterzeichneten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der stellvertretende Schweriner Oberbürgermeister Bernd Nottebaum eine gemeinsame Absichtserklärung.
Mit dem sogenannten „Letter of Intent“ bekennen sich Land und Stadt zur gemeinsamen Umsetzung des Projekts. Gleichzeitig wurde die Landeshauptstadt darüber informiert, dass die Planungskosten für das Bauvorhaben im städtischen Haushalt freigegeben worden sind. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die nächsten Schritte geschaffen.
Unterstützung durch Bund und Land
Der Neubau soll in erheblichem Umfang aus Mitteln der Städtebauförderung von Bund und Land finanziert werden. Dadurch kann das Projekt vollständig umgesetzt werden. In den kommenden Jahren soll so ein neues kulturhistorisches Zentrum entstehen, das sowohl für Schwerinerinnen und Schweriner als auch für Gäste der Stadt Bedeutung haben wird.
„Mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung setzen wir einen wichtigen Meilenstein für die Realisierung des Stadtgeschichtsmuseums und des Welterbe-Informationszentrums“, erklärte Nottebaum. Das Projekt sei ein klares Bekenntnis zur Bewahrung der Stadtgeschichte und zum Umgang mit dem Welterbe.
Moderner Bau im historischen Umfeld
Der architektonische Entwurf für das Gebäude stammt vom Berliner Büro Jan Wiese. Das Team hatte sich im Sommer 2025 in einem offenen Architekturwettbewerb durchgesetzt. Der Entwurf sieht eine moderne Gestaltung vor, die sich zugleich sensibel in das historische Umfeld einfügt.

Nach Angaben der Stadt soll der Neubau die Geschichte Schwerins erlebbar machen und gleichzeitig den Charakter des Schlachtermarktes sowie des angrenzenden Residenzensembles berücksichtigen.
„Die Planung ist nicht nur eine architektonische Herausforderung, sondern auch eine Chance, Geschichte neu zu vermitteln“, sagte Andreas Thiele, Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung und Stadtplanung. Ziel sei es, Funktionalität und Gestaltung so zu verbinden, dass sich der Bau selbstverständlich in das historische Stadtbild einfügt.
Standort Schlachtermarkt
Die Unterzeichnung der Absichtserklärung fand symbolisch direkt am geplanten Standort auf dem Schlachtermarkt statt. Dort soll künftig das Stadtgeschichtsmuseum entstehen – ein Ort, der in Schwerin seit rund 20 Jahren fehlt.
Zugleich wird mit dem Projekt eine weitere Lücke geschlossen: Ein Informationszentrum zum Welterbe, das Besucher über die Bedeutung des Schweriner Residenzensembles informiert.
An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter des Welterbe Schwerin Fördervereins, des Vereins der Freunde des Schweriner Schlosses sowie der Initiative Pro Schwerin teil.
Bedeutung seit Welterbe-Titel
Seit der Aufnahme des Schweriner Residenzensembles in die Liste des UNESCO-Welterbes im Jahr 2024 ist der Bedarf für ein entsprechendes Informationszentrum deutlich geworden. Viele Gebäude des Ensembles können derzeit nur von außen besichtigt werden.
Mit künftigen Ausstellungen sollen Besucherinnen und Besucher einen tieferen Einblick in die Geschichte der Residenzstadt erhalten – von der architektonischen Entwicklung bis hin zu den kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen.
Das geplante Stadtgeschichtsmuseum könnte damit zu einem zentralen Ort werden, an dem die Geschichte Schwerins anschaulich vermittelt wird.




