Nach Wertgutachten:
AfD will Beschluss zum Stadthaus-Kauf zurücknehmen
Ein neues Verkehrswertgutachten bringt Bewegung in die Debatte um den Kauf des Schweriner Stadthauses. Nun fordert die AfD-Fraktion, den Beschluss zum 42-Millionen-Euro-Deal aufzuheben und alle Alternativen erneut zu prüfen.

Die AfD-Stadtfraktion fordert die Aufhebung des Beschlusses zum geplanten Ankauf des Schweriner Stadthauses. Einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag hat die Fraktion für die heutige Sitzung der Stadtvertretung eingebracht. Hintergrund ist ein aktuelles Verkehrswertgutachten, das den Wert der Immobilie deutlich niedriger ansetzt als den bislang vorgesehenen Kaufpreis.
Nach Angaben der AfD-Fraktion beziffert das Gutachten den Verkehrswert des Stadthauses auf rund 14,6 Millionen Euro. Damit liegt er deutlich unter dem ursprünglich ausgehandelten Kaufpreis von rund 42 Millionen Euro. Bereits nach dem Beschluss der Stadtvertretung im November vergangenen Jahres hatte das Innenministerium Nachbesserungen beim Wirtschaftlichkeitsvergleich verlangt.
„Für uns ist das Grund genug, den Beschluss der Stadtvertretung zum Ankauf der Immobilie für 42 Millionen Euro aufheben zu lassen. Ein Fortbestehen des getroffenen Beschlusses ist unter den gegebenen Umständen nicht mehr vertretbar“, erklärt die Vorsitzende der AfD-Stadtfraktion, Petra Federau.
Entscheidung erst nach Wirtschaftlichkeitsprüfung
Die Fraktion fordert, dass die Stadtverwaltung die verschiedenen Optionen neu bewertet. Dazu gehörten neben einem Kauf auch die Möglichkeiten einer Anmietung oder eines Neubaus. Das Verkehrswertgutachten könne nach Ansicht der AfD zugleich als belastbare Grundlage für weitere Verhandlungen mit dem Eigentümer des Stadthauses dienen. Erst nach einer erneuten Wirtschaftlichkeitsprüfung solle die Stadtvertretung erneut über die Zukunft des Verwaltungsgebäudes entscheiden.
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Die Forderung der AfD greift eine Entwicklung auf, die sich bereits in der vergangenen Woche abgezeichnet hatte. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, hatte das von Kommunalaufsicht und Landesrechnungshof geforderte Gutachten den Verkehrswert des Stadthauses deutlich niedriger angesetzt als den bislang diskutierten Kaufpreis. Die Kommunalaufsicht untersagte den Erwerb zwar nicht, die Stadt kündigte jedoch an, ihre bisherigen Planungen grundlegend zu überprüfen.
Gespräche mit Eigentümern des Stadthauses laufen
Nach Angaben des amtierenden Oberbürgermeisters Bernd Nottebaum (CDU) sollen nun sowohl ein möglicher Ankauf als auch Alternativen wie ein Neubau oder die Unterbringung der Verwaltung an einem anderen Standort erneut untersucht werden. Neben der städtischen Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung soll dabei auch ein externes Beratungsbüro die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Varianten bewerten. Parallel laufen nach Angaben der Verwaltung weiterhin Gespräche mit dem Eigentümer des Stadthauses.
Ob die Stadtvertretung dem Dringlichkeitsantrag der AfD folgt, entscheidet sich in ihrer Sitzung am heutigen Montag.




