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Plötzlich weniger wert:
Neues Gutachten stellt Stadthaus-Kauf in Frage – Schwerin prüft wieder Alternativen

Ein aktuelles Verkehrswertgutachten sorgt für Unsicherheit bei den Plänen der Stadt zum Ankauf des Stadthauses. Nun soll nicht nur der Kauf, sondern auch ein Neubau oder ein Umzug geprüft werden.

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  • Veröffentlicht Juni 19, 2026
Stadthaus Schwerin Kauf
Der geplante Kauf des Stadthaus­es ste­ht auf dem Prüf­s­tand. Foto: max­press

Die Pläne der Stadt Schw­erin zum Kauf des Stadthaus­es ste­hen erneut auf dem Prüf­s­tand. Wie der amtierende Ober­bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU) am Dien­stag im Haup­tauss­chuss mit­teilte, habe ein von Kom­mu­nalauf­sicht und Lan­desrech­nung­shof gefordertes Verkehr­swertgutacht­en einen deut­lich niedrigeren Wert für das Ver­wal­tungs­ge­bäude ergeben als den bis­lang disku­tierten Kauf­preis.

Dem­nach kommt das Gutacht­en auf einen Verkehr­swert von lediglich 14,6 Mil­lio­nen Euro. Die Eigen­tümer des Stadthaus­es, ein Immo­bilien­fonds, ver­lan­gen dage­gen mit über 40 Mil­lio­nen Euro weit­er­hin deut­lich mehr für das Gebäude. Zu einem möglichen Kauf­preis wür­den zudem erhe­bliche Sanierungskosten hinzukom­men.

Kommunalaufsicht untersagt Kauf nicht

Nach Angaben Not­te­baums hat die Stadt das Gutacht­en inzwis­chen mit der Kom­mu­nalauf­sicht aus­gew­ertet. Diese wolle das Geschäft trotz der großen Dif­ferenz zwis­chen Verkehr­swert und Kauf­preis nicht unter­sagen.

 


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Die Ver­wal­tung zieht aus den neuen Erken­nt­nis­sen den­noch Kon­se­quen­zen. Sie will die städtis­che Gesellschaft für Beteili­gungsver­wal­tung (GBV) damit beauf­tra­gen, die bish­eri­gen Pla­nun­gen umfassend zu über­prüfen und mögliche Alter­na­tiv­en erneut zu bew­erten.

„Wir wer­den uns das gesamte Szenario noch ein­mal anse­hen“, sagte Not­te­baum im Haup­tauss­chuss.

Auch Neubau und Umzug wieder Thema

Dabei sollen nicht nur die Bedin­gun­gen für einen möglichen Ankauf des Stadthaus­es unter­sucht wer­den. Auch Alter­na­tiv­s­tan­dorte rück­en wieder in den Fokus. Als mögliche Flächen nan­nte Not­te­baum unter anderem Stan­dorte im städtis­chen Eigen­tum, etwa im Bere­ich der bish­eri­gen GESO-Flächen, am KIW-Gelände oder am Güter­bahn­hof.

Damit kön­nte auch ein kom­plet­ter Neubau eines Ver­wal­tungszen­trums wieder eine Option wer­den. Eben­so soll geprüft wer­den, ob beste­hende Gebäude für die Unter­bringung der Ver­wal­tung genutzt wer­den kön­nten.

Externes Büro soll Wirtschaftlichkeit bewerten

Neben der GBV soll auch ein externes Beratungs­büro in die erneute Prü­fung einge­bun­den wer­den. Ziel ist es, die ver­schiede­nen Vari­anten wirtschaftlich miteinan­der zu ver­gle­ichen und eine belast­bare Entschei­dungs­grund­lage für Poli­tik und Ver­wal­tung zu schaf­fen.

Par­al­lel dazu laufen nach Angaben der Stadt weit­er­hin Gespräche mit dem Eigen­tümer­fonds des Stadthaus­es. Ob am Ende den­noch ein Kauf zus­tande kommt oder ein völ­lig neuer Vorschlag auf den Tisch kommt, ist derzeit offen.

Noch im ver­gan­genen Jahr war die Ver­wal­tung zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass ein kred­it­fi­nanziert­er Ankauf des Stadthaus­es mit anschließen­der Sanierung die wirtschaftlich­ste Lösung sei.