Plötzlich weniger wert:
Neues Gutachten stellt Stadthaus-Kauf in Frage – Schwerin prüft wieder Alternativen
Ein aktuelles Verkehrswertgutachten sorgt für Unsicherheit bei den Plänen der Stadt zum Ankauf des Stadthauses. Nun soll nicht nur der Kauf, sondern auch ein Neubau oder ein Umzug geprüft werden.

Die Pläne der Stadt Schwerin zum Kauf des Stadthauses stehen erneut auf dem Prüfstand. Wie der amtierende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) am Dienstag im Hauptausschuss mitteilte, habe ein von Kommunalaufsicht und Landesrechnungshof gefordertes Verkehrswertgutachten einen deutlich niedrigeren Wert für das Verwaltungsgebäude ergeben als den bislang diskutierten Kaufpreis.
Demnach kommt das Gutachten auf einen Verkehrswert von lediglich 14,6 Millionen Euro. Die Eigentümer des Stadthauses, ein Immobilienfonds, verlangen dagegen mit über 40 Millionen Euro weiterhin deutlich mehr für das Gebäude. Zu einem möglichen Kaufpreis würden zudem erhebliche Sanierungskosten hinzukommen.
Kommunalaufsicht untersagt Kauf nicht
Nach Angaben Nottebaums hat die Stadt das Gutachten inzwischen mit der Kommunalaufsicht ausgewertet. Diese wolle das Geschäft trotz der großen Differenz zwischen Verkehrswert und Kaufpreis nicht untersagen.
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Die Verwaltung zieht aus den neuen Erkenntnissen dennoch Konsequenzen. Sie will die städtische Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung (GBV) damit beauftragen, die bisherigen Planungen umfassend zu überprüfen und mögliche Alternativen erneut zu bewerten.
„Wir werden uns das gesamte Szenario noch einmal ansehen“, sagte Nottebaum im Hauptausschuss.
Auch Neubau und Umzug wieder Thema
Dabei sollen nicht nur die Bedingungen für einen möglichen Ankauf des Stadthauses untersucht werden. Auch Alternativstandorte rücken wieder in den Fokus. Als mögliche Flächen nannte Nottebaum unter anderem Standorte im städtischen Eigentum, etwa im Bereich der bisherigen GESO-Flächen, am KIW-Gelände oder am Güterbahnhof.
Damit könnte auch ein kompletter Neubau eines Verwaltungszentrums wieder eine Option werden. Ebenso soll geprüft werden, ob bestehende Gebäude für die Unterbringung der Verwaltung genutzt werden könnten.
Externes Büro soll Wirtschaftlichkeit bewerten
Neben der GBV soll auch ein externes Beratungsbüro in die erneute Prüfung eingebunden werden. Ziel ist es, die verschiedenen Varianten wirtschaftlich miteinander zu vergleichen und eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung zu schaffen.
Parallel dazu laufen nach Angaben der Stadt weiterhin Gespräche mit dem Eigentümerfonds des Stadthauses. Ob am Ende dennoch ein Kauf zustande kommt oder ein völlig neuer Vorschlag auf den Tisch kommt, ist derzeit offen.
Noch im vergangenen Jahr war die Verwaltung zu dem Ergebnis gekommen, dass ein kreditfinanzierter Ankauf des Stadthauses mit anschließender Sanierung die wirtschaftlichste Lösung sei.




