Stadtpräsidentenwahl in Schwerin:
UB/FDP-Fraktion signalisiert Ablehnung von SPD-Kandidatin Mandy Pfeifer
Die UB/FDP-Fraktion signalisiert Ablehnung für die Kandidatur von Mandy Pfeifer als Stadtpräsidentin. Damit wächst die Bedeutung der CDU, die mit ihren neun Stimmen zur entscheidenden Kraft werden könnte.

Foto: Chris Loose
Die Kandidatur von SPD-Fraktionschefin Mandy Pfeifer für das Amt der Stadtpräsidentin stößt bei der Fraktion Unabhängige Bürger/FDP auf deutliche Vorbehalte. Fraktionschef Manfred Strauß erklärte, seine Fraktion könne sich eine Unterstützung der SPD-Politikerin derzeit „eher nicht vorstellen“.
Hintergrund sei vor allem die fehlende Abstimmung im Vorfeld. Die vierköpfige UB/FDP-Fraktion habe erst durch die öffentliche Berichterstattung von Pfeifers Kandidatur erfahren. „Wir bedauern, dass es im Vorfeld bislang keine Gespräche mit unserer Fraktion gegeben hat, um sich vorzustellen oder über mögliche gemeinsame Vorstellungen für das Amt auszutauschen“, erklärte Strauß. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit setze einen offenen und frühzeitigen Dialog voraus.
Deshalb könne sich die Fraktion derzeit eine Unterstützung Pfeifers „eher nicht vorstellen“. Hinsichtlich möglicher weiterer Kandidatinnen und Kandidaten wolle man sich erst nach einer sorgfältigen Bewertung festlegen.
CDU könnte zum Zünglein an der Waage werden
Für die SPD-Kandidatin ist die Positionierung der UB/FDP ein Dämpfer im Rennen um die Nachfolge von Sebastian Ehlers (CDU), der Anfang Juli das Amt des Oberbürgermeisters übernimmt. Allerdings dürfte die Haltung der vierköpfigen Fraktion allein noch nicht über den Ausgang der Wahl entscheiden. Die AfD-Fraktion verfügt mit zwölf Stadtvertretern über die meisten Sitze und hat mit dem Landtagsabgeordneten Thomas de Jesus Fernandes einen eigenen Kandidaten nominiert.
Pfeifer kann dagegen fest mit den Stimmen ihrer achtköpfigen SPD-Fraktion sowie der vier Stadtvertreter der Linken rechnen. Auch die vierköpfige Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Die PARTEI hat bereits deutlich gemacht, einen AfD-Stadtpräsidenten verhindern zu wollen und gilt deshalb als wahrscheinlicher Unterstützer Pfeifers.
Damit käme die SPD-Kandidatin nach jetzigem Stand auf 16 Stimmen. Die AfD verfügt über zwölf Stimmen. Die vier Stimmen der UB/FDP könnten das Kräfteverhältnis zwar beeinflussen, entscheidend dürfte jedoch vor allem die Haltung der CDU werden.
Wahl bleibt trotz klarer Tendenzen offen
Die Christdemokraten stellen neun Stadtvertreter und haben bereits angekündigt, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Wie die Fraktion abstimmen wird, ist bislang offen. Stimmen Teile oder sogar die gesamte CDU-Fraktion für Pfeifer, hätte die SPD-Politikerin eine komfortable Mehrheit. Verweigern größere Teile der CDU ihre Unterstützung, könnte die Wahl deutlich spannender werden als bislang angenommen.
Die UB/FDP-Fraktion will sich nach Angaben von Strauß auch mit Blick auf mögliche weitere Kandidaturen erst nach einer sorgfältigen Bewertung endgültig positionieren. Kandidaten können noch während der Sitzung der Stadtvertretung am 29. Juni vorgeschlagen werden. Damit bleibt wenige Tage vor der Wahl offen, wer künftig die Stadtvertretung der Landeshauptstadt führen wird. Während sich die Fronten zwischen SPD-Lager und AfD bereits abzeichnen, könnte die Entscheidung letztlich bei CDU und den drei fraktionslosen Stadtvertretern liegen.




