Spielplatz in Lankow bleibt Streitfall:
Bürgerinitiative kritisiert Spendenaufruf und fordert mehr Mitsprache
Nach dem Bürgerentscheid zum Erhalt des Stadtteilparks Lankow kündigt die Bürgerinitiative eine Vereinsgründung an und kritisiert Behauptungen im Zusammenhang mit einer Spendenaktion für den Spielplatz an der Kieler Straße.

Nach dem klaren Bürgerentscheid zum Erhalt des Stadtteilparks in Lankow will die Bürgerinitiative, die den Entscheid damals auf den Weg gebracht hatte, ihr Engagement verstetigen. Das teilte sie in einer Pressemitteilung mit.
Beim Bürgerentscheid am 25. Januar hatten sich nach dem amtlichen Endergebnis 92,9 Prozent der Teilnehmenden für den Erhalt der rund 4.800 Quadratmeter großen Fläche ausgesprochen. Insgesamt wurden 34.170 gültige Stimmen abgegeben, davon mehr als 31.700 Ja-Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 44 Prozent. Für die Bürgerinitiative ist das Ergebnis ein klares Signal. „Dieser Bürgerentscheid ist ein starkes Zeichen für gelebte Demokratie, Solidarität und Zusammenhalt in der Stadt“, sagte Jutta Krawinkel.
Aus Initiative soll Verein werden
Um die weitere Entwicklung des Stadtteilparks zu begleiten, kündigt die Initiative nun die Gründung eines Vereins an. Viele Menschen hätten den Wunsch geäußert, sich auch über den Bürgerentscheid hinaus einzubringen, sagte der Lankower Andre Kollmorgen. Der Verein „Stadtteilpark Lankow“ solle Bürgerinnen und Bürger zusammenbringen, bürgerschaftliches Engagement bündeln und als verlässlicher Ansprechpartner für Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit dienen.
Zugleich betont die Initiative ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Ziel sei es, den Park langfristig zu erhalten und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Kritik am gestarteten Spendenaufruf
Scharfe Kritik kommt von der Bürgerinitiative nun an einer Spendenaktion für den Spielplatz an der Kieler Straße. Stadtpräsident Sebastian Ehlers und die Vorsitzende der Ortsteilvertretung Lankow, Cordula Manow, hatten diese in der vergangenen Woche gestartet.
Ehlers und Manow hatten den Aufruf damit begründet, dass der bestehende Spielplatz erhalten bleibe, jedoch in die Jahre gekommen sei. Nach ersten Schätzungen würden für einen schrittweisen Neuaufbau 30.000 bis 40.000 Euro benötigt. Insgesamt 9.000 Euro sollen nun durch die Spendenaktion gesammelt werden. Stand gestern Abend wurden schon 3.130 Euro gespendet und damit 35 Prozent des Spendenziels erreicht.
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Die Bürgerinitiative kritisiert nun allerings, dass es im Vorfeld keine Abstimmung zwischen den Initiatoren des Spendenaufrufs und ihnen gegeben habe. Man habe den Bürgerentscheid schließlich maßgeblich getragen.
„31.739 Schwerinerinnen und Schweriner lassen sich nicht täuschen“, so Krawinkel. Der „sogenannte Spendenaufruf von Ehlers und Manow” wirke wie eine „Flucht nach vorne, um im Wahlkampf zu punkten“.
Was man nun im Zusammenhang mit dem Spendenaufruf erlebe, sei kein Miteinander, sondern weiterhin die „Politik über die Köpfe der Menschen hinweg”.
Ein solches Vorgehen fördere eher Politikverdrossenheit als Vertrauen in demokratische Prozesse.
Zwei Meinungen über Zustand des Spielplatzes
Und ein weiterer Punkt stößt der Bürgerinitiative auf. In der Pressemitteilung zur Spendenaktion hatten Cordula Manow und Sebastian Ehlers davon gesprochen, dass mehrere „Spielgeräte beschädigt oder aus Sicherheitsgründen gesperrt” seien. Verschiedene Medien, auch SNO, hatte diese Darstellung damals aus der Pressemitteilung übernommen.
Die Bürgerinitiative weist die Darstellung nun entschieden zurück. Der Park werde stark genutzt, sagte die Lankowerin Astrid Kindel. Aktuell gebe es weder defekte noch gesperrte Spielgeräte. Einzelne Anlagen könnten zwar frische Farbe vertragen, grundsätzlich sei der Platz jedoch funktionstüchtig.
Das bestätigt auch die Stadt auf SNO-Anfrage. Wie eine Sprecherin mitteilt, seien derzeit keine Spielgeräte oder Flächen auf dem Spielplatz in der Kieler Straße gesperrt. Auch habe es in jüngster Vergangenheit keine solche Maßnahme gegeben. Die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS), die für die kommunalen Spielplätze zuständig seien, schätzten den Spielplatz als „verkehrssicher” ein. In den kommenden Monaten müssten lediglich einzelne Bretter an einem Klettergerät ausgetauscht werden.
Äußerungen mit politischer Brisanz
Damit widerspricht die Stadt offiziell der Darstellung von Ehlers und Manow, die den Spielplatz in ihrer Pressemitteilung mit Sicherheitsmängeln behaftet darstellten. Belege für diese Behauptung gibt es aber offensichtlich nicht.
Für Sebastian Ehlers fällt die Diskussion die Äußerungen zum Spielplatz in der Kieler Straße in eine politisch sensible Zeit. Am 12. April wird ein neuer Oberbürgermeister gewählt, nachdem der bisherige Amtsinhaber Rico Badenschier zu Jahresbeginn sein Amt abgegeben hatte. Ehlers kandidiert für die CDU.
Engagement der Bürger dauerhaft nutzen
Für die Bürgerinitiative zeigt der Bürgerentscheid vor allem eines: Viele Menschen fühlten sich zuvor nicht ausreichend beteiligt. „Der Bürgerentscheid ist kein Endpunkt. Er ist ein Auftrag für die Kommunalpolitik – und er verdient Respekt“, heißt es von der Bürgerinitiative.
Die Initiative habe bereits unmittelbar nach der Auszählung ihre Bereitschaft zur Mitgestaltung erklärt und stehe weiterhin für Gespräche bereit. Ziel sei ein „ehrlicher Dialog“ über die Zukunft des Stadtteilparks und eine stärkere Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohner.
Unabhängig davon betont die Bürgerinitiative, dass es ihr nicht um Parteipolitik gehe. Im Mittelpunkt stehe der Erhalt und die Weiterentwicklung des Stadtteilparks – gemeinsam mit den Menschen vor Ort. „Der Bürgerentscheid hat gezeigt, wie groß das Interesse ist“, so Krawinkel. „Jetzt kommt es darauf an, dieses Engagement dauerhaft zu nutzen.“



