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Spielplatz in Lankow bleibt Streitfall:
Bürgerinitiative kritisiert Spendenaufruf und fordert mehr Mitsprache

Nach dem Bürgerentscheid zum Erhalt des Stadtteilparks Lankow kündigt die Bürgerinitiative eine Vereinsgründung an und kritisiert Behauptungen im Zusammenhang mit einer Spendenaktion für den Spielplatz an der Kieler Straße.

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  • Veröffentlicht Februar 10, 2026
Stadtteilpark Lankow
Der Spielplatz in Lankow bleibt ein Zankapfel. Foto: BI Stadt­teil­park Lankow

 

Nach dem klaren Bürg­er­entscheid zum Erhalt des Stadt­teil­parks in Lankow will die Bürg­erini­tia­tive, die den Entscheid damals auf den Weg gebracht hat­te, ihr Engage­ment ver­steti­gen. Das teilte sie in ein­er Pressemit­teilung mit.

Beim Bürg­er­entscheid am 25. Jan­u­ar hat­ten sich nach dem amtlichen Endergeb­nis 92,9 Prozent der Teil­nehmenden für den Erhalt der rund 4.800 Quadrat­meter großen Fläche aus­ge­sprochen. Ins­ge­samt wur­den 34.170 gültige Stim­men abgegeben, davon mehr als 31.700 Ja-Stim­men. Die Wahlbeteili­gung lag bei knapp 44 Prozent. Für die Bürg­erini­tia­tive ist das Ergeb­nis ein klares Sig­nal. „Dieser Bürg­er­entscheid ist ein starkes Zeichen für gelebte Demokratie, Sol­i­dar­ität und Zusam­men­halt in der Stadt“, sagte Jut­ta Krawinkel.

Aus Initiative soll Verein werden

Um die weit­ere Entwick­lung des Stadt­teil­parks zu begleit­en, kündigt die Ini­tia­tive nun die Grün­dung eines Vere­ins an. Viele Men­schen hät­ten den Wun­sch geäußert, sich auch über den Bürg­er­entscheid hin­aus einzubrin­gen, sagte der Lankow­er Andre Koll­mor­gen. Der Vere­in „Stadt­teil­park Lankow“ solle Bürg­erin­nen und Bürg­er zusam­men­brin­gen, bürg­er­schaftlich­es Engage­ment bün­deln und als ver­lässlich­er Ansprech­part­ner für Ver­wal­tung, Poli­tik und Öffentlichkeit dienen.

Zugle­ich betont die Ini­tia­tive ihre Bere­itschaft zur Zusam­me­nar­beit mit allen Beteiligten. Ziel sei es, den Park langfristig zu erhal­ten und gemein­sam weit­erzuen­twick­eln.

Kritik am gestarteten Spendenaufruf

Scharfe Kri­tik kommt von der Bürg­erini­tia­tive nun an ein­er Spende­nak­tion für den Spielplatz an der Kiel­er Straße. Stadt­präsi­dent Sebas­t­ian Ehlers  und die Vor­sitzende der Ort­steil­vertre­tung Lankow, Cor­du­la Manow, hat­ten diese in der ver­gan­genen Woche ges­tartet.

Ehlers und Manow hat­ten den Aufruf damit begrün­det, dass der beste­hende Spielplatz erhal­ten bleibe, jedoch in die Jahre gekom­men sei. Nach ersten Schätzun­gen wür­den für einen schrit­tweisen Neuauf­bau 30.000 bis 40.000 Euro benötigt. Ins­ge­samt 9.000 Euro sollen nun durch die Spende­nak­tion gesam­melt wer­den. Stand gestern Abend wur­den schon 3.130 Euro gespendet und damit 35 Prozent des Spenden­ziels erre­icht.


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Die Bürg­erini­tia­tive kri­tisiert nun aller­ings, dass es im Vor­feld keine Abstim­mung zwis­chen den Ini­tia­toren des Spende­naufrufs und ihnen gegeben habe. Man habe den Bürg­er­entscheid schließlich maßge­blich getra­gen.

„31.739 Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner lassen sich nicht täuschen“, so Krawinkel. Der „soge­nan­nte Spende­naufruf von Ehlers und Manow” wirke wie eine „Flucht nach vorne, um im Wahlkampf zu punk­ten“.

Was man nun im Zusam­men­hang mit dem Spende­naufruf erlebe, sei kein Miteinan­der, son­dern weit­er­hin die „Poli­tik über die Köpfe der Men­schen hin­weg”.

Ein solch­es Vorge­hen fördere eher Poli­tikver­drossen­heit als Ver­trauen in demokratis­che Prozesse.

Zwei Meinungen über Zustand des Spielplatzes

Und ein weit­er­er Punkt stößt der Bürg­erini­tia­tive auf. In der Pressemit­teilung zur Spende­nak­tion hat­ten Cor­du­la Manow und Sebas­t­ian Ehlers davon gesprochen, dass mehrere „Spiel­geräte beschädigt oder aus Sicher­heits­grün­den ges­per­rt” seien. Ver­schiedene Medi­en, auch SNO, hat­te diese Darstel­lung damals aus der Pressemit­teilung über­nom­men.

Die Bürg­erini­tia­tive weist die Darstel­lung nun entsch­ieden zurück. Der Park werde stark genutzt, sagte die Lankow­erin Astrid Kindel. Aktuell gebe es wed­er defek­te noch ges­per­rte Spiel­geräte. Einzelne Anla­gen kön­nten zwar frische Farbe ver­tra­gen, grund­sät­zlich sei der Platz jedoch funk­tion­stüchtig.

Das bestätigt auch die Stadt auf SNO-Anfrage. Wie eine Sprecherin mit­teilt, seien derzeit keine Spiel­geräte oder Flächen auf dem Spielplatz in der Kiel­er Straße ges­per­rt. Auch habe es in jüng­ster Ver­gan­gen­heit keine solche Maß­nahme gegeben. Die Stadtwirtschaftlichen Dien­stleis­tun­gen (SDS), die für die kom­mu­nalen Spielplätze zuständig seien, schätzten den Spielplatz als „verkehrssich­er” ein.  In den kom­menden Monat­en müssten lediglich einzelne Bret­ter an einem Klet­terg­erät aus­ge­tauscht wer­den.

Äußerungen mit politischer Brisanz

Damit wider­spricht die Stadt offiziell der Darstel­lung von Ehlers und Manow, die den Spielplatz in ihrer Pressemit­teilung mit Sicher­heitsmän­geln behaftet darstell­ten. Belege für diese Behaup­tung gibt es aber offen­sichtlich nicht.

Für Sebas­t­ian Ehlers fällt die Diskus­sion die Äußerun­gen zum Spielplatz in der Kiel­er Straße in eine poli­tisch sen­si­ble Zeit. Am 12. April wird ein neuer Ober­bürg­er­meis­ter gewählt, nach­dem der bish­erige Amtsin­hab­er Rico Baden­schi­er zu Jahres­be­ginn sein Amt abgegeben hat­te. Ehlers kan­di­diert für die CDU.

Engagement der Bürger dauerhaft nutzen

Für die Bürg­erini­tia­tive zeigt der Bürg­er­entscheid vor allem eines: Viele Men­schen fühlten sich zuvor nicht aus­re­ichend beteiligt. „Der Bürg­er­entscheid ist kein End­punkt. Er ist ein Auf­trag für die Kom­mu­nalpoli­tik – und er ver­di­ent Respekt“, heißt es von der Bürg­erini­tia­tive.

Die Ini­tia­tive habe bere­its unmit­tel­bar nach der Auszäh­lung ihre Bere­itschaft zur Mit­gestal­tung erk­lärt und ste­he weit­er­hin für Gespräche bere­it. Ziel sei ein „ehrlich­er Dia­log“ über die Zukun­ft des Stadt­teil­parks und eine stärkere Ein­bindung der Anwohner­in­nen und Anwohn­er.

Unab­hängig davon betont die Bürg­erini­tia­tive, dass es ihr nicht um Parteipoli­tik gehe. Im Mit­telpunkt ste­he der Erhalt und die Weit­er­en­twick­lung des Stadt­teil­parks – gemein­sam mit den Men­schen vor Ort. „Der Bürg­er­entscheid hat gezeigt, wie groß das Inter­esse ist“, so Krawinkel. „Jet­zt kommt es darauf an, dieses Engage­ment dauer­haft zu nutzen.“