Fünfter Ehrenbürger nach 1990:
Stadtvertretung stimmt für Ehrenbürgerschaft für Andreas Dresen
Die Schweriner Stadtvertretung hat am Montagabend beschlossen, dem Filmemacher Andreas Dresen die Ehrenbürgerwürde anzutragen.

Die Schweriner Stadtvertretung hat sich heute mit 31 Für‑, drei Gegenstimmen und neun Enthaltungen für eine Ehrenbürgerschaft des renommierten Regisseurs Andreas Dresen ausgesprochen. Den Antrag hatte ursprünglich das Präsidium der Stadtvertretung eingebracht.
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Stadtpräsident Sebastian Ehlers betonte in seiner Einbringung, dass so ein Antrag nichts „Alltägliches” sei. Unter nationalsozialistischer und sozialistischer Diktatur habe die Verleihung einer Ehrenbürgerschaft immer einen politischen Beigeschmack gehabt. Daher habe man sich nach der Wende sehr mit Ehrenbürgerschaften zurückgehalten. Insgesamt wurden erst vier Ehrenbürger in den letzten 25 Jahren durch die Stadt ernannt. Andreas Dresen ist nun der fünfte Ehrenbürger.
Erst im Jahr 2000 verlieh Schwerin dem Ingenieur und Unternehmer Ludwig Bölkow die Ehrenbürgerwürde. 2002 folgte die Blumenfrau Bertha Klingberg, 2014 Landesrabbiner William Wolff und 2017 die Kulturmäzenin Brigitte Feldtmann geehrt. Die Kulturmäzenin Brigitte Feldtmann ist im Moment die einzige noch heute lebende Schweriner Ehrenbürgerin.
Seit mehr als 30 Jahren renomierter Filmemacher
Seit mehr als 30 Jahren gehört Dresen zu den renomiertesten Filmemachern in Deutschland. Er hat internationale Preise auf Filmfestivals in Cannes, Chicago und Karlovy Vary gewonnen und wurde mehrfach mit dem renommierten Deutschen Filmpreis geehrt.
„Dresens Filme zählen inzwischen zum Kanon des deutschen Kinos. Als ostdeutscher Künstler findet er Bilder, die die Ambivalenz der deutschen Gegenwart und Vergangenheit zeigen und Polarisierungen entgegenwirken, indem sie Widersprüche offenlegen”, heisst es in der Antragsbegründung.
Seine Werke würden dabei „gängige Erzählmuster und Perspektiven” durchbrechen. Dresen trage damit zu einer innerdeutschen Verständigung auf Augenhöhe bei, die heute nötiger den je sei.
Mit drei Jahren nach Schwerin
Im ostthüringischen Gera geboren kam Andreas Dresen mit drei Jahren nach Schwerin. Seine Mutter, die Schauspielerin Barbara Bachmann, war damals am Staatstheater engagiert.
Dresen wuchs in Lankow und in der Weststadt auf, besuchte die EOS Johann Wolfgang von Goethe (1979–1982), wo er bereits im Schultheater Regie führte und erste Amateurfilme drehte.




