Auf dem Weg zur Städtepartnerschaft:
Schwerin lädt zu Netzwerktreffen für Frankreich-Interessierte ein
Schwerin will seine Kontakte nach Frankreich ausbauen. Bei einem Treffen am 4. September sollen Interessierte zusammenkommen. Langfristig könnte eine Städtepartnerschaft entstehen.

In Kürze:
- Schwerin lädt am 4. September zu einem Netzwerktreffen für Menschen mit Interesse an Frankreich ein.
- Aus den bestehenden Kontakten könnte langfristig eine Städtepartnerschaft mit einer französischen Stadt entstehen.
- Eine konkrete Partnerstadt steht bislang nicht fest; zunächst sollen Interessierte und bestehende Initiativen zusammengebracht werden.
Schwerin will die bestehenden Verbindungen nach Frankreich stärker bündeln und möglicherweise den Grundstein für eine neue Städtepartnerschaft legen. Dazu lädt die Landeshauptstadt am Freitag, 4. September, um 20.15 Uhr zu einem Netzwerktreffen in die Volkshochschule „Ehm Welk“ in der Puschkinstraße 13 ein.
Angesprochen sind Schweriner, die Französisch sprechen oder lernen, regelmäßig nach Frankreich reisen, dort persönliche oder berufliche Kontakte haben oder sich für französische Kultur interessieren. Das Treffen findet im Rahmen der „Langen Nacht der Volkshochschule“ statt. Zunächst soll ausgelotet werden, welche Kontakte bereits bestehen und wer sich künftig stärker engagieren möchte.
„Wer genau hinschaut, entdeckt in Schwerin erstaunlich viele Verbindungen nach Frankreich“, sagt Kulturdezernent Silvio Horn. Ziel sei es zunächst, Menschen mit Frankreich-Bezug miteinander bekannt zu machen. Daraus könne sich später eine Freundschaft mit einer französischen Stadt oder sogar eine offizielle Städtepartnerschaft entwickeln.
Die Idee einer solchen Partnerschaft besteht nach Angaben der Stadt bereits seit längerer Zeit. Bislang gibt es jedoch weder eine konkrete französische Partnerstadt noch eine feste Organisationsstruktur. Denkbar ist, dass sich aus dem neuen Netzwerk ein Verein entwickelt, der die Kontakte dauerhaft pflegt und eine Partnerschaft vorbereitet.
Schwerin und Frankreich verbindet einiges
Historische Bezüge zu Frankreich finden sich in Schwerin an mehreren Stellen. Besonders sichtbar sind sie beim Schweriner Schloss. Hofbaurat Georg Adolf Demmler bereiste 1844 Frankreich und England und ließ sich bei der späteren Gestaltung unter anderem von der französischen Renaissance und dem Schloss Chambord an der Loire inspirieren. Auch die Fassade des Neustädtischen Palais weist Einflüsse der französischen Renaissance auf.
Verbindungen bestehen ebenfalls in der Kunst. Das Staatliche Museum Schwerin besitzt eine umfangreiche Sammlung des französischen Hofmalers Jean-Baptiste Oudry, der von 1686 bis 1755 lebte. Hinzu kommen zahlreiche Werke von Marcel Duchamp, einem der einflussreichsten französischen Künstler des 20. Jahrhunderts.
Auch der alljährliche Martensmann-Brauch führt eine französische Spur nach Schwerin. Am 11. November bringt der Martensmann aus Lübeck über Rehna traditionell ein Fass Rotspon in die Landeshauptstadt. Dabei handelt es sich um französischen Rotwein, der in Lübeck gelagert und ausgebaut wird. Der historische Brauch reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück und wurde 1991 wiederbelebt.
Auch schwierige Geschichte verbindet
Nicht alle Beziehungen zwischen Schwerin und Frankreich sind mit kulturellem Austausch verbunden. Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 waren französische Kriegsgefangene in Schwerin untergebracht. Daran erinnern unter anderem der Franzosenweg sowie ein Denkmal auf dem katholischen Friedhof an der Wismarschen Straße.
Heute stehen persönliche und kulturelle Kontakte im Vordergrund. Nach Angaben der Stadt gibt es in Schwerin unter anderem einen französischen Stammtisch sowie Verbindungen von Vereinen und informellen Gruppen nach Frankreich. Wie viele Menschen oder Organisationen solche Kontakte pflegen und wie intensiv diese sind, ist bislang allerdings nicht erfasst.
Für die Teilnahme am Netzwerktreffen sind keine besonderen Französischkenntnisse erforderlich. Eingeladen sind neben Privatpersonen auch Kulturschaffende, Lehrkräfte, Vereinsmitglieder und Unternehmen mit Interesse oder Verbindungen nach Frankreich.
Das Treffen beginnt am Freitag, 4. September 2026, um 20.15 Uhr in Raum 2 der Volkshochschule Schwerin, Puschkinstraße 13.
Weitere Informationen zur „Langen Nacht der Volkshochschule” gibt es bei der Volkshochschule Schwerin.




