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Kandidatur mit klarer Ansage:
Nach Rücktritt von Meslien – Streit um Stellvertreterposten im Schweriner Stadtpräsidium

Nach Mesliens Rücktritt nimmt das Bewerberfeld für das Schweriner Stadtpräsidium Gestalt an. Neben Stefanie Pohlner (UB) kandidiert nun Volker Kähler (AfD). Weitere Bewerber werden erwartet.

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  • Veröffentlicht August 27, 2026
Vor dem Schweriner Rathaus stehen drei Fahnenmasten.
Im Schw­er­iner Rathaus entschei­det die Stadtvertre­tung voraus­sichtlich im Sep­tem­ber über die Neube­set­zung des ersten stel­lvertre­tenden Stadt­präsi­den­ten. Foto: Ste­fan Rochow 

 


In Kürze:

  • Ste­fanie Pohlner (UB) und Volk­er Käh­ler (AfD) sind bis­lang als Kan­di­dat­en für die erste Stel­lvertre­tung der Stadt­präsi­dentin bekan­nt.
  • UB/FDP kri­tisiert mögliche Vor­ab­sprachen über die Beset­zung des Stadt­prä­sid­i­ums.
  • Weit­ere Kan­di­da­turen wer­den erwartet. Entschei­dend wird sein, welche Bewer­ber Unter­stützung über die eigene Frak­tion hin­aus erhal­ten.

In der Schw­er­iner Stadtvertre­tung ste­ht die näch­ste Per­son­alentschei­dung an. Nach dem Rück­tritt von Daniel Mes­lien (SPD) muss das Amt des ersten stel­lvertre­tenden Stadt­präsi­den­ten neu beset­zt wer­den. Mes­lien ist inzwis­chen Frak­tionsvor­sitzen­der der SPD-Stadt­frak­tion.

Am 14. Sep­tem­ber kommt die Schw­er­iner Stadtvertre­tung das erste Mal nach der Som­mer­pause wieder zusam­men. Eine Tage­sor­d­nung ist noch nicht öffentlich gestellt wor­den. Trotz­dem ist davon auszuge­hen, dass es an diesem Tag auch um die Wahl des neuen stel­lvertre­tenden Stadt­präsi­den­ten gehen wird. Mit Ste­fanie Pohlner (UB) und Volk­er Käh­ler (AfD) sind inzwis­chen zwei Kan­di­dat­en öffentlich bekan­nt. Weit­ere Bewer­ber dürften hinzukom­men.

Die Frak­tion Unab­hängige Bürger/FDP schickt Pohlner ins Ren­nen. Gle­ichzeit­ig macht sie aus der Kan­di­datur eine poli­tis­che Grund­satzfrage.

Denn die Frak­tion äußert den Ver­dacht, dass die Beset­zung wichtiger Posi­tio­nen in der Stadtvertre­tung bere­its zwis­chen anderen poli­tis­chen Kräften abges­timmt sein kön­nte. Belege für eine solche Vere­in­barung nen­nt sie in ihrer Mit­teilung allerd­ings nicht. Damit geht es bei der bevorste­hen­den Abstim­mung um mehr als die Per­son­alie Pohlner. Inter­es­sant ist vor allem, wie sich die Mehrheit­en in der Stadtvertre­tung nach der jüng­sten Neube­set­zung an der Spitze des Stadt­prä­sid­i­ums organ­isieren und ob sich hin­ter den Per­son­alentschei­dun­gen tat­säch­lich eine poli­tis­che Ver­ständi­gung mehrerer Frak­tio­nen ver­birgt.

UB/FDP-Frak­tion­schef Man­fred Strauß spricht jeden­falls von der Gefahr vor­ab aus­ge­han­del­ter Mehrheit­en. „Die Mit­glieder der Stadtvertre­tung sind ihrem Gewis­sen und den Bürg­erin­nen und Bürg­ern verpflichtet und nicht irgendwelchen poli­tis­chen Per­son­al­paketen“, so Strauß.

Wer bekommt den Stellvertreterposten?

Der Hin­ter­grund des Kon­flik­ts liegt in den Verän­derun­gen nach der Wahl des bish­eri­gen Stadt­präsi­den­ten Sebas­t­ian Ehlers (CDU) zum Schw­er­iner Ober­bürg­er­meis­ter. Auf der let­zten Sitzung der Stadtvertre­tung im Juni wählte die Mehrheit der Stadtvertreter Mandy Pfeifer (SPD) zur Nach­fol­gerin von Ehlers. Plöt­zlich saßen mit Pfeifer und Mes­lien zwei Stadtvertreter mit SPD-Parteibuch im Prä­sid­i­um. Mes­lien trat wenig später zurück und über­nahm von Mandy Pfeifer den Frak­tionsvor­sitz der SPD-Stadt­frak­tion.

Schon vor der Wahl der neuen Stadt­präsi­dentin im Juni gab es hin­ter vorge­hal­tener Hand frak­tion­süber­greifend Kri­tik von Stadtvertretern, dass man inter­frak­tionell offen­bar ein Per­son­al­paket geschnürt hat­te, bei dem bei der Posten­ver­gabe alle beteiligten Frak­tio­nen berück­sichtigt wer­den. Der bünd­nis­grüne Stadtvertreter Mar­tin Neuhaus, der selb­st im Vor­feld als Kan­di­dat für das Amt des Stadt­präsi­den­ten gehan­delt wor­den war, beantragte im Juni, die Wahl auf die erste Sitzung der Stadtvertre­tung nach der Land­tagswahl zu ver­schieben. Ter­min wäre dann der 9. Novem­ber gewe­sen. Das wurde mehrheitlich abgelehnt.

Die UB/FDP will nun ver­hin­dern, dass die Beset­zung nach diesem zwis­chen Frak­tio­nen vere­in­barten Pro­porz erfol­gt. Strauß for­muliert den Vor­wurf deut­lich: „Das Stadt­prä­sid­i­um ist kein Kuchen, den sich Frak­tio­nen untere­inan­der aufteilen.“

Unterstützung anderer Fraktionen nötig

Ste­fanie Pohlner bringt bere­its kom­mu­nalpoli­tis­che Erfahrung mit. Sie gehört seit mehreren Jahren der Ort­steil­vertre­tung Mueß an und ist nach Angaben ihrer Frak­tion seit rund zwei Jahren Vor­sitzende des Auf­sicht­srates des Zool­o­gis­chen Gartens Schw­erin.

 


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Für das Amt im Stadt­prä­sid­i­um kündigt sie einen über­parteilichen Kurs an. „Als 1. stel­lvertre­tende Stadt­präsi­dentin wäre ich der gesamten Stadtvertre­tung verpflichtet“, erk­lärte Pohlner. Sie wolle Sitzun­gen sach­lich und fair begleit­en und allen Mit­gliedern mit dem gle­ichen Respekt begeg­nen. „Ich bin keine Poli­tik­erin, die sich gerne in den Vorder­grund stellt. Mir ist es wichtiger, unter­schiedliche Per­spek­tiv­en zusam­men­zubrin­gen und gemein­sam nach guten Lösun­gen zu suchen“, so Pohlner weit­er.

Entschei­dend dürfte bei der Wahl aber sein, welche Unter­stützung Pohlner außer­halb der eige­nen Frak­tion erhält. Die Frak­tion ver­fügt in der Stadtvertre­tung über vier Stim­men. Für eine Wahl wür­den diese nicht reichen.

AfD stellt Volker Kähler auf

Inzwis­chen hat auch die AfD-Frak­tion ihren Kan­di­dat­en benan­nt. Sie nominierte Volk­er Käh­ler nach eige­nen Angaben auf ihrer jüng­sten Frak­tion­ssitzung ein­stim­mig für das Amt.

Frak­tionsvor­sitzende Petra Fed­er­au hebt ins­beson­dere Käh­lers Arbeit in ver­schiede­nen Gremien her­vor. Er suche sachori­en­tiert nach Lösun­gen und sei offen für andere Mei­n­un­gen. Durch seinen Umgang mit Vertretern aus Poli­tik, Ver­wal­tung und Gesellschaft gelinge es ihm, „Brück­en zu bauen“, so Fed­er­au. Diese Fähigkeit sei für ein Amt wichtig, in dem zwis­chen den Frak­tio­nen fair ver­mit­telt wer­den müsse.

UB/FDP beze­ich­net Pohlner aus­drück­lich als Alter­na­tive zu ein­er möglicher­weise bere­its vor­bere­it­eten Per­son­alentschei­dung. „Wir sind ges­pan­nt, ob die Stadtvertre­tung tat­säch­lich frei abstimmt oder ob das Ergeb­nis bere­its vorher fest­gelegt wurde“, so Man­fred Strauß.

Mit Pohlner und Käh­ler sind damit bis­lang zwei Namen öffentlich. Das Bewer­ber­feld dürfte sich bis zur Wahl noch erweit­ern. Wer den Posten schließlich übern­immt, hängt auch davon ab, welche frak­tion­süber­greifend­en Mehrheit­en sich in der Stadtvertre­tung bilden.

 


Trans­paren­zhin­weis: Dieser Artikel wurde nach der Veröf­fentlichung aktu­al­isiert. Ergänzt wur­den die inzwis­chen bekan­nt gewor­dene Kan­di­datur von Volk­er Käh­ler (AfD) sowie die Begrün­dung sein­er Frak­tion für die Nominierung.