Sa, 13. Juni 2026
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Mehr Geld, mehr Baustellen:
Wo in Schwerin bis 2029 gebaut wird

Schwerin investiert weiter Millionen in seine Straßen. Bis 2029 sollen zahlreiche Haupt- und Anliegerstraßen saniert werden. Autofahrer müssen sich erneut auf mehrere Baustellen einstellen.

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  • Veröffentlicht Mai 14, 2026
Straßensanierung Schwerin
Schw­erin investiert weit­er Mil­lio­nen in die Straßen­sanierung. Auch in diesem Jahr müssen sich Aut­o­fahrer deshalb auf zahlre­iche Baustellen im Stadt­ge­bi­et ein­stellen.  Foto: Man­fred Richter

 

Schw­erin investiert weit­er in seine Straßen. Der städtis­che Eigen­be­trieb SDS hat das Straße­nun­ter­hal­tungskonzept (SUK) für die Jahre 2026 bis 2029 fort­geschrieben und dabei eine umfan­gre­iche Maß­nah­men­liste vorgelegt. Ziel bleibt es, den Sanierungsstau weit­er abzubauen und die Lebens­dauer der Straßen deut­lich zu ver­längern.

Das rund 350 Kilo­me­ter lange kom­mu­nale Straßen­netz wird seit 2014 auf Grund­lage des Straße­nun­ter­hal­tungskonzeptes bew­ertet und instand gehal­ten. Alle vier Jahre erfol­gt dabei eine umfassende Neube­w­er­tung der ins­ge­samt 569 kom­mu­nalen Straßen. Neben dem aktuellen Zus­tand spie­len laut SDS auch Verkehrs­be­deu­tung und Verkehrssicher­heit eine entschei­dende Rolle bei der Pri­or­isierung von Bau­vorhaben.
Die Zus­tands­be­w­er­tung erfol­gt dabei nach Schul­noten. SDS-Werklei­t­erin Ilka Wilczek erläuterte die Ein­teilung: Bis zur Note 1,5 beste­he kein Hand­lungs­be­darf. Bis 3,5 sei eine wirtschaftliche Erhal­tung notwendig, bis 4,5 seien bere­its deut­liche Verbesserun­gen erforder­lich. Straßen mit ein­er Bew­er­tung schlechter als 4,5 hät­ten drin­gen­den Sanierungs­be­darf.

Nach Angaben des Eigen­be­triebs zeigt die Strate­gie inzwis­chen Wirkung. Der Anteil der Straßen in gutem oder sehr gutem Zus­tand sei in den ver­gan­genen zehn Jahren um 16 Prozent gestiegen. Gle­ichzeit­ig sank der Anteil der Straßen, die vor­dringlich oder sog­ar über­fäl­lig saniert wer­den müssen, um zehn Prozent.

Milliarden gegen den Sanierungsstau

„Es ist uns gelun­gen, den Instand­set­zungsstau an Schw­erins Straßen deut­lich erkennbar abzubauen“, sagt SDS-Werklei­t­erin Ilka Wilczek. Durch die sys­tem­a­tis­che Pla­nung und die frühzeit­ige Besei­t­i­gung von Schä­den werde die Infra­struk­tur „nicht mehr auf Ver­schleiß gefahren“. Dadurch lasse sich die Nutzungs­dauer der Straßen bis zu ein­er grund­haften Sanierung um fast ein Drit­tel ver­längern. Deut­lich gestiegen ist in den ver­gan­genen Jahren auch das Bud­get für die Straße­nun­ter­hal­tung. Während 2006 noch rund 2,1 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung standen, waren es 2016 bere­its 7,3 Mil­lio­nen Euro. In den Jahren 2025 und 2026 investiert die Stadt jew­eils rund 16,3 Mil­lio­nen Euro in die Straße­nun­ter­hal­tung.

 


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Der ungewöhn­lich hohe Betrag hängt jedoch vor allem mit För­der­mit­teln des Lan­des zusam­men. Gefördert wer­den unter anderem die umfan­gre­ichen Sanierun­gen der Lud­wigslus­ter Chaussee sowie der Pam­pow­er Straße. Deshalb rech­net die Stadt damit, dass sich das jährliche Bud­get in den kom­menden Jahren wieder bei durch­schnit­tlich rund zwölf Mil­lio­nen Euro ein­pen­deln wird. Im Fokus des diesjähri­gen Baupro­gramms ste­hen mehrere größere Pro­jek­te auf Hauptverkehrsstraßen. Bere­its begonnen haben die Arbeit­en in Gör­ries am noch unsanierten Abschnitt der Rogah­n­er Straße ein­schließlich Han­delsstraße und Otto-Weltzin-Straße. Die Bauzeit beträgt rund sechs Monate.

Mehrere Großbaustellen im Stadtgebiet

Ab Mai wird zudem die Pam­pow­er Straße in Krebsförden/Wüstmark erneuert. Hier rech­net der SDS mit ein­er Bauzeit von etwa acht Monat­en. Nach den Som­mer­fe­rien begin­nen außer­dem die Arbeit­en an der Wis­marschen Straße zwis­chen Bürg­er­meis­ter-Bade-Platz und Klinikum. Das Pro­jekt soll sich voraus­sichtlich bis 2027 hinziehen. Auf dem Großen Dreesch ist zum Ende der Som­mer­fe­rien außer­dem eine Deck­en­erneuerung auf der Karl-Marx-Allee zwis­chen Friedrich-Engels-Straße und Lud­wigslus­ter Chaussee geplant. Die Arbeit­en sollen etwa zwei Wochen dauern.

 


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Weit­ere größere Instand­hal­tun­gen sind unter anderem Am Hang, in der Plön­er Straße, Eutin­er Straße, Rahlst­edter Straße, Möll­ner Straße sowie in Hof Göhren und Vossens Tan­nen vorge­se­hen. Par­al­lel ver­sucht die Stadt, Baustellen kün­ftig bess­er mit dem Land abzus­tim­men. Während der SDS die kom­mu­nalen Straßen bewirtschaftet, liegen die Schnell­straße nach Raben­ste­in­feld und die Ort­sumge­hung in Ver­ant­wor­tung des Lan­des. Dafür wur­den inzwis­chen regelmäßige Koor­dinierungsrun­den ein­gerichtet.

Stadt und Land wollen Baustellen besser abstimmen

Verkehrs­dez­er­nent Bernd Not­te­baum sieht darin eine Verbesserung gegenüber dem ver­gan­genen Jahr. Damals seien wegen der Vor­bere­itun­gen zum Tag der Deutschen Ein­heit mehrere Pro­jek­te ver­schoben wor­den. „Dann hat­te die Stadt ihre Maß­nah­men geplant und dann kam das Land mit Sanierun­gen auf der Ort­sumge­hung“, sagte Not­te­baum. Daraus seien gemein­same Abstim­mungsrun­den für die gesamte Region ent­standen. „Ich habe das Gefühl, dass es in diesem Jahr bess­er wird.“ Ganz ohne Ein­schränkun­gen werde es aber nicht gehen: „Trotz­dem müssen sich Aut­o­fahrer auf Baustellen ein­stellen. Das Extreme vom let­zten Jahr wer­den wir aber nicht haben.“

In den kom­menden Wochen wird das neue Straße­nun­ter­hal­tungskonzept zunächst im Haup­tauss­chuss berat­en und anschließend in allen 17 Ort­steil­vertre­tun­gen vorgestellt. Laut SDS habe die frühzeit­ige Vorstel­lung der Maß­nah­men dort zulet­zt bere­its für deut­lich mehr Ver­ständ­nis gesorgt. Neben klas­sis­chen Straßen­sanierun­gen wür­den dabei häu­fig auch zusät­zliche Verbesserun­gen wie Bor­d­stein­ab­senkun­gen umge­set­zt.