Di, 14. Juli 2026
Close

Symbolische Unterschriftensammlung übergeben:
Streit um neuen Supermarkt für Schwerin-Wickendorf

In Schwerin-Wickendorf laufen die Planungen für einen neuen Supermarkt. Eine symbolische Unterschriftensammlung soll das Verfahren beschleunigen, einige betroffene Anwohner äußern Kritik.

  • Veröffentlicht Juni 13, 2026
Der amtierende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) nimmt die symbolischen Unterschriften für die Verfahrensbeschleunigung beim Bau des Supermarktes von der Vorsitzenden der Ortsteilvertretung Annelie Schröder (SPD) entgegen. (Foto: Chris Loose)
Der amtierende Ober­bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU) nimmt die sym­bol­is­chen Unter­schriften für die Ver­fahrens­beschle­u­ni­gung beim Bau des Super­mark­tes von der Vor­sitzen­den der Ort­steil­vertre­tung Annelie Schröder (SPD) ent­ge­gen. (Foto: Chris Loose)

Ein neuer Super­markt für den Schw­er­iner Ort­steil Wick­endorf: Viele Ein­wohn­er sind dafür, einige aber auch dage­gen. Die Idee für einen Super­markt in Wick­endorf gibt es schon länger. Seit der Mitte des ver­gan­genen Jahres arbeit­et die Ver­wal­tung an der Auf­stel­lung eines Bebau­ungs­planes. Nun wur­den etwas mehr als 500 Unter­schriften aus Wick­endorf durch die Ort­steil­vertre­tung an den amtieren­den Ober­bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU) übergeben.

Die Unter­schriften­samm­lung soll „ein starkes Zeichen aus dem Ort­steil sein“, so die Vor­sitzende der Ort­steil­vertre­tung Annelie Schröder (SPD). Mit der Pla­nung für den neuen Super­markt sind aber nicht alle Wick­endor­fer glück­lich. Einige Anwohn­er äußern Kri­tik am Vorhaben, beson­ders in Hin­blick auf Lärm und zu erwartenden Autoverkehr.

Was ist in Wickendorf geplant?

Der neue Super­markt soll am Südaus­läufer des Ort­steils auf ein­er Fläche im Eigen­tum der Stadt Schw­erin gebaut wer­den. Für diese Fläche hat die Stadt bere­its ein Erb­bau­recht an eine Fir­ma aus Gifhorn in Nieder­sach­sen vergeben. Dieses Erb­bau­recht soll min­destens 12.300 Euro jährlich für die Stadtkasse ein­brin­gen. Damit der Super­markt auf dem freien Feld, also im bau­rechtlichen Außen­bere­ich, gebaut wer­den kann, ist ein Bebau­ungs­plan nötig.

In der aktuellen Phase ist dieser Bebau­ungs­plan noch nicht sehr konkret und beze­ich­net nur die Fläche und das geplante Vorhaben. Laut dem Orts­beirat soll aber ein Super­markt mit ein­er kleinen Laden­zeile und auch Räum­lichkeit­en für die Gemeinde entste­hen. In ein­er Antwort der Ver­wal­tung auf Anfra­gen von Anwohn­ern heißt es außer­dem, dass 80 Park­plätze, E‑Ladepunkte und Fahrrad­ab­stellplätze geplant sind.

Hier soll der neue Supermarkt entstehen. (Foto: Chris Loose)
Hier soll der neue Super­markt entste­hen. (Foto: Chris Loose)

“Schrott”, “Schwachsinn” und die Interessen der Rentner

Laut Ver­wal­tung soll der neue Super­markt nötig sein, da die Bevölkerung in Wick­endorf in den let­zten Jahren stetig gestiegen ist, beson­ders durch neue Bauge­bi­ete. Anwohn­er aus dem Post­weg, einem älteren Teil Wick­endorfs, fühlen sich von der Ort­steil­vertre­tung nicht gehört. Der Post­weg liegt direkt gegenüber von der Super­mark­t­fläche. Die Ort­steil­vertre­tung hat ein­stim­mig für den Bau des Super­mark­tes ges­timmt.

Bei der Unter­schriftenüber­gabe äußerten die Anwohn­er des Post­weges Kri­tik an der Super­markt-Pla­nung, unter anderem am Verkehrskonzept und im Bere­ich des Lärm­schutzes. Von anderen Anwohn­ern wurde diese Kri­tik als „Schrott und Schwachsinn” abge­tan und es wur­den die Inter­essen der Rent­ner betont, die in Wick­endorf nicht einkaufen gehen kön­nen und deshalb lange Wege haben sollen.

Warum die Unterschriftensammlung?

Im Pro­tokoll der Sitzung der Ort­steil­vertre­tung Wick­endorf und Medewege heißt es, dass Ein­wen­dun­gen und deren Prü­fung durch die Ver­wal­tung das Pro­jekt verzögert haben. Im Pro­tokoll heißt es weit­er, dass „aus der Mitte des Ort­steils eine Unter­schriften­samm­lung für die schnell­st­mögliche Umset­zung des Bau­vorhabens in Wick­endorf ini­ti­iert“ wer­den soll. Dabei sind nun fast 600 Unter­schriften zusam­mengekom­men, etwas mehr als 500 aus der Gemeinde Wick­endorf.

Der amtierende Bürg­er­meis­ter Not­te­baum hat die Unter­schriften öffentlichkeitswirk­sam bei einem Pres­seter­min ent­ge­gengenom­men und äußerte die Hoff­nung, dass im näch­sten Jahr mit dem Bau begonnen wer­den kann. Not­te­baum zur Unter­schriften­samm­lung: „Wir wer­den jet­zt sicher­lich im Ver­fahren doku­men­tieren, dass wir fast 600 Unter­schriften für den Markt haben. Die haben aber kein­er­lei Ein­fluss auf die rechtliche Sit­u­a­tion.” Let­zten Endes bleibt den Geg­n­ern auch immer die Möglichkeit ein­er Klage vor Gericht, so Not­te­baum weit­er.

Ortsteilvertretung hofft auf Einigung

Die Ort­steil­vertre­tung hofft auf einen Kon­sens im Ort­steil. Laut der Vor­sitzen­den Schröder ist die Ort­steil­vertre­tung für alle da und möchte auch auf die Inter­essen der Kri­tik­er einge­hen, zum Beispiel mit besseren Lärm­schutz­maß­nah­men. Über den Bebau­ungs­plan muss am Ende die Stadtvertre­tung entschei­den. Das passiert, wenn die Ver­wal­tung die Auf­stel­lung des Planes abgeschlossen hat, weit­ere Gutacht­en vor­liegen und alle Ein­wen­dun­gen abgear­beit­et wur­den.

Kritiker und Befürworter des Projekts diskutierten bei der Unterschriftenübergabe. (Foto: Chris Loose)
Kri­tik­er und Befür­worter des Pro­jek­ts disku­tierten bei der Unter­schriftenüber­gabe. (Foto: Chris Loose)

Mehr zum The­ma Stad­ten­twick­lung: Stadt stellt Flüchtling­sun­terkun­ft vor


Noch mehr zum The­ma Stad­ten­twick­lung: Sporthalle soll ver­mi­etet wer­den


Mehr zum The­ma Stadt­poli­tik: Sind bunte Hüpf­bur­gen mit­ten im Wel­terbe erlaubt?