Symbolische Unterschriftensammlung übergeben:
Streit um neuen Supermarkt für Schwerin-Wickendorf
In Schwerin-Wickendorf laufen die Planungen für einen neuen Supermarkt. Eine symbolische Unterschriftensammlung soll das Verfahren beschleunigen, einige betroffene Anwohner äußern Kritik.

Ein neuer Supermarkt für den Schweriner Ortsteil Wickendorf: Viele Einwohner sind dafür, einige aber auch dagegen. Die Idee für einen Supermarkt in Wickendorf gibt es schon länger. Seit der Mitte des vergangenen Jahres arbeitet die Verwaltung an der Aufstellung eines Bebauungsplanes. Nun wurden etwas mehr als 500 Unterschriften aus Wickendorf durch die Ortsteilvertretung an den amtierenden Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) übergeben.
Die Unterschriftensammlung soll „ein starkes Zeichen aus dem Ortsteil sein“, so die Vorsitzende der Ortsteilvertretung Annelie Schröder (SPD). Mit der Planung für den neuen Supermarkt sind aber nicht alle Wickendorfer glücklich. Einige Anwohner äußern Kritik am Vorhaben, besonders in Hinblick auf Lärm und zu erwartenden Autoverkehr.
Was ist in Wickendorf geplant?
Der neue Supermarkt soll am Südausläufer des Ortsteils auf einer Fläche im Eigentum der Stadt Schwerin gebaut werden. Für diese Fläche hat die Stadt bereits ein Erbbaurecht an eine Firma aus Gifhorn in Niedersachsen vergeben. Dieses Erbbaurecht soll mindestens 12.300 Euro jährlich für die Stadtkasse einbringen. Damit der Supermarkt auf dem freien Feld, also im baurechtlichen Außenbereich, gebaut werden kann, ist ein Bebauungsplan nötig.
In der aktuellen Phase ist dieser Bebauungsplan noch nicht sehr konkret und bezeichnet nur die Fläche und das geplante Vorhaben. Laut dem Ortsbeirat soll aber ein Supermarkt mit einer kleinen Ladenzeile und auch Räumlichkeiten für die Gemeinde entstehen. In einer Antwort der Verwaltung auf Anfragen von Anwohnern heißt es außerdem, dass 80 Parkplätze, E‑Ladepunkte und Fahrradabstellplätze geplant sind.

“Schrott”, “Schwachsinn” und die Interessen der Rentner
Laut Verwaltung soll der neue Supermarkt nötig sein, da die Bevölkerung in Wickendorf in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, besonders durch neue Baugebiete. Anwohner aus dem Postweg, einem älteren Teil Wickendorfs, fühlen sich von der Ortsteilvertretung nicht gehört. Der Postweg liegt direkt gegenüber von der Supermarktfläche. Die Ortsteilvertretung hat einstimmig für den Bau des Supermarktes gestimmt.
Bei der Unterschriftenübergabe äußerten die Anwohner des Postweges Kritik an der Supermarkt-Planung, unter anderem am Verkehrskonzept und im Bereich des Lärmschutzes. Von anderen Anwohnern wurde diese Kritik als „Schrott und Schwachsinn” abgetan und es wurden die Interessen der Rentner betont, die in Wickendorf nicht einkaufen gehen können und deshalb lange Wege haben sollen.
Warum die Unterschriftensammlung?
Im Protokoll der Sitzung der Ortsteilvertretung Wickendorf und Medewege heißt es, dass Einwendungen und deren Prüfung durch die Verwaltung das Projekt verzögert haben. Im Protokoll heißt es weiter, dass „aus der Mitte des Ortsteils eine Unterschriftensammlung für die schnellstmögliche Umsetzung des Bauvorhabens in Wickendorf initiiert“ werden soll. Dabei sind nun fast 600 Unterschriften zusammengekommen, etwas mehr als 500 aus der Gemeinde Wickendorf.
Der amtierende Bürgermeister Nottebaum hat die Unterschriften öffentlichkeitswirksam bei einem Pressetermin entgegengenommen und äußerte die Hoffnung, dass im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Nottebaum zur Unterschriftensammlung: „Wir werden jetzt sicherlich im Verfahren dokumentieren, dass wir fast 600 Unterschriften für den Markt haben. Die haben aber keinerlei Einfluss auf die rechtliche Situation.” Letzten Endes bleibt den Gegnern auch immer die Möglichkeit einer Klage vor Gericht, so Nottebaum weiter.
Ortsteilvertretung hofft auf Einigung
Die Ortsteilvertretung hofft auf einen Konsens im Ortsteil. Laut der Vorsitzenden Schröder ist die Ortsteilvertretung für alle da und möchte auch auf die Interessen der Kritiker eingehen, zum Beispiel mit besseren Lärmschutzmaßnahmen. Über den Bebauungsplan muss am Ende die Stadtvertretung entscheiden. Das passiert, wenn die Verwaltung die Aufstellung des Planes abgeschlossen hat, weitere Gutachten vorliegen und alle Einwendungen abgearbeitet wurden.

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