Streit um Radwegbrücke: Falsche Aussagen im Werksausschuss?

Gehört die Brücke auf dem Dwang nicht zum Radweg? Diese Frage stellen sich die Grünen, nachdem SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek den Vorwurf des "Wortbruchs" zurückgewiesen hatte.

Diese Visualisierung zeigt den Verlauf der 92 Meter langen Brücke über den Ostorfer See. Foto: SDS

 

Die geplanten Baumfällungen von 21 Bäumen im Zusammenhang mit dem Bau der Radwegbrücke zwischen Dwang und Krösnitz ,haben zu einem Streit zwischen den SDS-Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtvertretung geführt. „Wir können hier nur von einer bewussten Täuschung ausgehen.“, hatte Fraktionsvorsitzende Cornelia Nagel vor einigen Tagen in Richtung des kommunalen Betriebes gesagt. Hintergrund ist eine Aussage des Unternehmens im Werksausschuss, dass für den Bau des Radweges keine Bäume gefällt werden müssen. Nachdem nun doch Baumfällungen in diesem Bereich stattfinden sollen, sind die Grünen verärgert und fühlen sich hintergangen.

 

Aussagen bezogen sich nicht auf die Brücke

 

SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek kann die Aufregung nicht verstehen. „Uns hier Wortbruch vorzuwerfen ist falsch, weil wird dazu gar keine Aussage getroffen haben: Unsere Aussage bezog sich ganz klar auf diesen sehr umkämpften Teilabschnitt am südlichen Ufer des Dwang und nicht auf die Brücke.“

Cornelia Nagel kann diese Argumention hingegen überhaupt nicht nachvollziehen. „Gehört die Brücke denn nicht zum Radfernweg Hamburg – Rügen, Teilstück Dwang/Krösnitz? Wenn über den, nicht ohne Grund umstrittenen, Radweg beraten wurde, umfasste es natürlich auch den Bau der Brücke.“, so die grüne Kommunalpolitikerin. Außerdem umfasse die Fällgenehmigung auch Bäume auf dem Dwang. Daher hält die grüne Fraktionschefin auch weiterhin daran fest, dass die SDS-Städtische Dienstleistungen im Werksausschuss auf konkrete Nachfrage eine falsche Aussage getroffen habe. 

 

Im Ausschuss aneinander vorbeigeredet

 

Ein Blick in das Protokoll der besagten Sitzung vom 21.06. 2017 wirft Fragen auf. Damals hatte Cornelia Nagel in der Sitzung eingefordert, dass es im Rahmen des Radwegebaus zu keinen Baumfällungen kommen dürfe. Die SDS-Vertreterin Frau Bachmann sagte damals nach Aussagen aus dem Protokoll, dass man eine Ortsbegehung gemacht habe und kein Baum gefällt werden müsse. Hat man damals  so aneinander vorbeigeredet?

So richtig vorstellen kann man sich das nicht. Den Radweg vom Brückenbau losgelöst zu betrachten, erscheint auf den ersten Blick fragwürdig. 

Allerdings war die grundsätzliche Entscheidung zum Bau der Brücke zu diesem Zeitpunkt schon lange getroffen. Diskutiert wurden damals die unterschiedlichen Varianten zum Bau. Vorstellbar, dass es damals aus Sicht des Kommunalbetriebes nur um die Streckenabschnitte ging, die sich in der Konzeption unterschieden. 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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