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Neue Strompläne:
Netzausbau bei Schwerin – Fachleute kommen auf private Grundstücke

Für die geplante Verstärkung einer Stromleitung bei Schwerin beginnen im Oktober Naturuntersuchungen. Fachleute müssen dafür auch private Grundstücke betreten – teilweise nachts.

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  • Veröffentlicht Oktober 2, 2026
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Stromleitung bei Schwerin
Beispiel­hafte Darstel­lung eines Strom­richters (Kon­vert­er) mit zwei Kon­vert­er­hallen. (Mod­ell: 50Hertz GmbH)


In Kürze:

  • Von Okto­ber 2026 bis voraus­sichtlich Okto­ber 2027 lässt 50Hertz Tiere und Pflanzen zwis­chen Müh­len­beck und Wessin erfassen.
  • Bei Müh­len­beck sind drei Kon­vert­er und ein Umspan­nwerk von 50Hertz sowie ein weit­eres Umspan­nwerk von WEMAG Netz geplant.
  • Für die Unter­suchun­gen müssen auch pri­vate Grund­stücke genutzt wer­den. Das Genehmi­gungsver­fahren für den Leitungsab­schnitt soll 2029 begin­nen.

Der Net­z­be­treiber 50Hertz bere­it­et den Aus­bau ein­er Strom­leitung bei Schw­erin vor. Ab Okto­ber 2026 sollen Fach­leute zwis­chen Müh­len­beck und dem Umspan­nwerk Wessin Tiere und Pflanzen erfassen. Die Unter­suchun­gen betr­e­f­fen auch Flächen in der Lan­deshaupt­stadt. Dafür müssen beauf­tragte Unternehmen pri­vate und öffentliche Grund­stücke betreten oder teil­weise befahren.

Die Arbeit­en dauern voraus­sichtlich bis Okto­ber 2027. Je nach­dem, welche Arten unter­sucht wer­den, sind die Fach­leute tagsüber oder nachts unter­wegs. Das Unter­suchungs­ge­bi­et erstreckt sich ent­lang des beste­hen­den Leitungsko­r­ri­dors durch den Land­kreis Lud­wigslust-Parchim und Schw­erin.

Die Ergeb­nisse bilden eine Grund­lage für die Genehmi­gung­sun­ter­la­gen. Für den Abschnitt Mühlenbeck–Wessin soll das Plan­fest­stel­lungsver­fahren im Jahr 2029 ein­geleit­et wer­den. In diesem Ver­fahren wird über die Zulas­sung des Vorhabens entsch­ieden.

Der Abschnitt gehört zum Pro­jekt „Net­zver­stärkung Güstrow–Sahms“, das den Strom­trans­port zwis­chen Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Schleswig-Hol­stein leis­tungs­fähiger machen soll. Zugle­ich plant 50Hertz bei Müh­len­beck einen neuen Strom­knoten­punkt. Dort sollen die Erd­k­a­belverbindun­gen Nor­dOstLink und Sue­dOstLink+ an das beste­hende Strom­netz angeschlossen wer­den.

Drei Konverter am Stromknotenpunkt Mühlenbeck

In der Gemeinde Schossin, zwis­chen Müh­len­beck und Suden­müh­le, plant 50Hertz ein Umspan­nwerk und ins­ge­samt drei Kon­vert­er. Ein­er ist für den Sue­dOstLink+ vorge­se­hen, zwei weit­ere für den Nor­dOstLink. Die Nor­dOstLink-Anla­gen sollen auf der gegenüber­liegen­den Straßen­seite des geplanten Umspan­nwerks entste­hen.

Kon­vert­er wan­deln Wech­sel­strom in Gle­ich­strom um – und umgekehrt. Gle­ich­strom wird bei diesen Erd­k­a­belverbindun­gen einge­set­zt, um große Strom­men­gen über weite Ent­fer­nun­gen zu trans­portieren. Umspan­nwerke verbinden dage­gen Net­ze mit unter­schiedlichen Span­nungsebe­nen.

Auch die beste­hende 380-Kilo­volt-Freileitung zwis­chen Güstrow und Krüm­mel soll an den neuen Stan­dort angeschlossen wer­den. Zusät­zlich plant WEMAG Netz dort ein eigenes, kleineres 110-Kilo­volt-Umspan­nwerk. Es soll mit den Anla­gen von 50Hertz ver­bun­den wer­den und den Aus­tausch zwis­chen dem über­re­gionalen Über­tra­gungsnetz und dem regionalen Verteil­netz ermöglichen.

Stromleitung bei Schwerin soll mehr Strom übertragen

Nach Angaben von 50Hertz reicht die Kapaz­ität der beste­hen­den Leitung zwis­chen Güstrow und Sahms/Nord für die kün­ftig erwarteten Strom­men­gen nicht aus. Als Grund nen­nt das Unternehmen den weit­eren Aus­bau erneuer­bar­er Energien in Nord­deutsch­land. Die Net­zver­stärkung soll zusät­zliche Über­tra­gungska­paz­ität schaf­fen.

Die jet­zt angekündigten Natu­run­ter­suchun­gen dienen der Pla­nung des Abschnitts zwis­chen dem kün­fti­gen Net­zverknüp­fungspunkt Müh­len­beck und Wessin. Die Kon­vert­er und Umspan­nwerke bei Müh­len­beck durch­laufen eigene Genehmi­gungsver­fahren.

Fachleute sind auch nachts unterwegs

Bei den soge­nan­nten Kartierun­gen doku­men­tieren Fach­leute, welche Tiere und Pflanzen im Unter­suchungs­ge­bi­et vorkom­men. Die Ter­mine richt­en sich nach den Leben­szyklen der jew­eili­gen Arten. Deshalb sind neben Unter­suchun­gen am Tag auch nächtliche Erfas­sun­gen vorge­se­hen.

Zum Ein­satz kom­men Bege­hun­gen, Sicht­beobach­tun­gen und Hil­f­s­mit­tel wie Net­ze oder Horch­box­en. Mit diesen Geräten lassen sich Tier­laute aufze­ich­nen. Meist sollen die Unter­suchun­gen zu Fuß erfol­gen.

Einzelne Erfas­sun­gen dauern nach der Bekan­nt­machung zwis­chen 15 Minuten und mehreren Stun­den pro Tag. Dafür müssen die Fach­leute auch land­wirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen sowie pri­vate Wege betreten oder teil­weise befahren.

Was Grundstückseigentümer wissen müssen

50Hertz kündigt die Vorar­beit­en unter Ver­weis auf Para­graf 44 des Energiewirtschafts­ge­set­zes an. Das Unternehmen bit­tet Eigen­tümer und andere Nutzungs­berechtigte, die Unter­suchun­gen zu unter­stützen. Die beauf­tragten Fach­leute seien angewiesen, auf den Flächen möglichst scho­nend vorzuge­hen.

Entste­hen durch die Arbeit­en unmit­tel­bar Ver­mö­gen­snachteile, etwa Flurschä­den, sollen diese nach Angaben von 50Hertz entschädigt wer­den. Die Unter­suchun­gen dienen zunächst der Vor­bere­itung der Pla­nung und nehmen die Entschei­dung über eine Genehmi­gung nicht vor­weg.

Neben Schw­erin nen­nt die Bekan­nt­machung zwölf betrof­fene Gemein­den: Gam­melin, Bobzin, Hülse­burg, Schossin, War­sow, Stral­en­dorf, Klein Rogahn, Pam­pow, Plate, Sukow, Crivitz, Zapel und Barnin.

Ansprech­part­ner­in für die Öffentlichkeits­beteili­gung ist There­sa Schnei­der von 50Hertz. Sie ist unter 030 5150 6586 oder per E‑Mail an Theresa.Schneider@50hertz.com erre­ich­bar.