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Strom wird günstiger:
Regionale Versorger geben sinkende Kosten an Kunden weiter

Gute Nachrichten für Stromkunden in Schwerin und der Region: Die WEMAG senkt ihre Preise ab Januar 2026 deutlich. Auch die Stadtwerke Schwerin folgen. Grund sind sinkende Netzentgelte.

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  • Veröffentlicht Dezember 23, 2025
Die regionalen Energiev­er­sorg­er senken zum Jahres­be­ginn die Preise.

Die anhal­tend hohen Energiepreise haben viele Haushalte in Meck­len­burg-Vor­pom­mern in den ver­gan­genen Jahren stark belastet. Umso erfreulich­er sind die Nachricht­en, die kurz vor dem Jahreswech­sel aus der regionalen Energiewirtschaft kom­men: Zum 1. Jan­u­ar 2026 senkt die WEMAG ihre Strompreise deut­lich. Zum 1. Feb­ru­ar ziehen dann auch die Schw­er­iner Stadtwerke nach. Möglich wird das vor allem durch gerin­gere Net­zent­gelte und einen mil­liar­den­schw­eren Bun­deszuschuss.

Hin­ter­grund ist eine neue Regelung der Bun­desnet­za­gen­tur, nach der die Kosten für den Aus­bau der Strom­net­ze im Zuge der Energiewende seit 2025 bun­desweit verteilt wer­den. Zusät­zlich ent­lastet ab 2026 ein Bun­deszuschuss in Höhe von 6,5 Mil­liar­den Euro aus dem Kli­ma- und Trans­for­ma­tions­fonds die Über­tra­gungsnet­z­be­treiber. Diese Kom­bi­na­tion führt dazu, dass auch im Net­zge­bi­et der WEMAG Netz GmbH die Net­zent­gelte sinken – ein zen­traler Kosten­fak­tor beim Strompreis.

Ersparnisse bis zu zehn Prozent

„Wir geben Ent­las­tun­gen wie bish­er voll­ständig weit­er. Außer­dem berück­sichti­gen wir bei der Preiskalku­la­tion fürs kom­mende Jahr, dass auch die Stromeinkauf­spreise erneut gesunken sind“, erk­lärt Cas­par Baum­gart, kaufmän­nis­ch­er Vor­stand der WEMAG. Für einen typ­is­chen Haushalt mit einem Jahresver­brauch von 3.000 Kilo­wattstun­den bedeutet das eine Erspar­nis von rund zehn Prozent oder etwa 120 Euro im Jahr. Prof­i­tieren wer­den davon rund 100.000 Stromkundin­nen und ‑kun­den, die über­wiegend in der Region leben.

Der Strompreis set­zt sich aus ver­schiede­nen Bestandteilen zusam­men, von denen Energiev­er­sorg­er nur einen Teil direkt bee­in­flussen kön­nen. „Als Energiev­er­sorg­er kön­nen wir nur etwa die Hälfte des Strompreis­es direkt bee­in­flussen, da sie den Einkauf und Ver­trieb des Stroms sowie die Ser­viceleis­tun­gen betr­e­f­fen“, erläutert Ver­trieb­sleit­er Michael Hill­mann. Rund ein Vier­tel des Strompreis­es ent­fällt allein auf die Net­zent­gelte. Diese Gebühren zahlen Stro­man­bi­eter an die Net­z­be­treiber für Betrieb, Wartung und Aus­bau der Strom­net­ze.

Ger­ade diese Net­zent­gelte waren in Meck­len­burg-Vor­pom­mern lange über­durch­schnit­tlich hoch. Der Grund: In Regio­nen mit viel Wind- und Solarstrom müssen die Net­ze beson­ders stark aus­ge­baut wer­den, um den erzeugten Strom in andere Lan­desteile zu trans­portieren. „Nach der früheren Regelung mussten die Kundin­nen und Kun­den im Net­zge­bi­et der WEMAG Netz die Kosten für den Aus­bau des lokalen Strom­net­zes übernehmen, obwohl der pro­duzierte Strom oft in andere Regio­nen trans­portiert wird“, sagt Thomas Murche, tech­nis­ch­er Vor­stand der WEMAG. Seit mehr als zehn Jahren habe sich das Unternehmen deshalb für eine bun­desweite Verteilung dieser Kosten einge­set­zt. Die nun beschlosse­nen Maß­nah­men von Bun­desregierung und Bun­desnet­za­gen­tur seien ein wichtiger Schritt zu mehr Fair­ness und zur Dämp­fung der Strompreise für Haushalte und Unternehmen.

Auch Stadtwerke senken Preise

Auch andere regionale Ver­sorg­er prof­i­tieren von den neuen Rah­menbe­din­gun­gen: So haben die Stadtwerke Schw­erin angekündigt, ihre Strompreise zum 1. Feb­ru­ar 2026 zu senken. Die Ent­las­tung fällt mit durch­schnit­tlich rund sechs Prozent geringer aus als bei der WEMAG, erre­icht jedoch eben­falls viele Haushalte. Rund 50.000 Kundin­nen und Kun­den sollen prof­i­tieren. Während die WEMAG bere­its zum Jahres­be­ginn und mit ein­er spür­bar höheren Erspar­nis für typ­is­che Haushalte startet, fol­gen die Stadtwerke einen Monat später mit mod­er­ateren Senkun­gen – bei­de Unternehmen geben damit die Vorteile aus Bun­deszuschuss und gesunke­nen Beschaf­fung­spreisen an ihre Kund­schaft weit­er.


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Während es beim Strom also spür­bare Ent­las­tun­gen gibt, zeigt sich der Gas­markt dif­feren­ziert­er. Die WEMAG ver­sorgt derzeit rund 21.000 Gaskun­den. Für etwa 6.000 von ihnen müssen die Preise steigen, vor allem wegen höher­er Net­zent­gelte und der CO₂-Umlage. Für die Mehrheit der Gaskundin­nen und ‑kun­den kön­nen die Preise jedoch sta­bil gehal­ten wer­den, teilt der Energiev­er­sorg­er mit.

Unab­hängig von Preis­senkun­gen rat­en Ver­brauch­er­schützer weit­er­hin dazu, die eige­nen Energi­etar­ife regelmäßig zu über­prüfen. Nach Berech­nun­gen des Ver­gle­ich­sportals Verivox haben Haushalte allein im ersten Hal­b­jahr 2025 rund 8,5 Mil­liar­den Euro für Strom und Gas in der teuren Grund­ver­sorgung gezahlt. Mit gün­stigeren Tar­ifen hät­ten es nur etwa 5,5 Mil­liar­den Euro sein müssen. Stiftung War­entest emp­fiehlt daher, min­destens ein­mal im Jahr die Preise zu ver­gle­ichen und gegebe­nen­falls den Anbi­eter zu wech­seln. Seit Juni 2025 ist der Wech­sel dank neuer Regelun­gen sog­ar schneller und unkom­pliziert­er gewor­den.