Syrische Lehrer erhalten Zertifikate über Fortbildung

Seit über zwei Jahren existiert in Schwerin die "sonntags:Schule". Jeden Sonntag lernen da interessierte Kinder arabisch. Die Initiatoren sagen, dass die Pflege der Muttersprache ein Beitrag für den Erwerb einer neuen Sprache sei. Die ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrer erhielten gestern ein Fortbildungs-Zertifikat, nachdem sie in acht Workshops Kenntnisse und Fertigkeiten verbessert haben.

 

Immer wieder sonntags, ziehen 140 Kinder in Schwerin in den Unterricht. Sie lernen Arabisch. Ihre 14 Lehrkräfte haben sich jüngst in modernen Unterrichtsmethoden im Sprachunterricht fortgebildet. Sie vermitteln die Familien- und Herkunftssprache der Kinder und wissen: Die Pflege der Muttersprache ist ein ausgezeichneter Beitrag zum Erwerb der deutschen Sprache.

 

Vorbild ist das Land Brandenburg

 

In Brandenburg hat man längst erkannt, dass unter den Geflüchteten aus Syrien und anderen Ländern eine Vielzahl gut qualifizierter Lehrkräfte ist. Diese können mitwirken, den akuten Lehrermangel zu reduzieren und einen Beitrag zur Integration Geflüchteter zu leisten. Deshalb bildet dieses Bundesland die Lehrkräfte auch entsprechen aus. Mecklenburg-Vorpommern überlässt dies bisher der Initiative des ehrenamtlich agierenden Vereins „Miteinander – Ma’an e.V.“

Das Interesse am Erhalt und Ausbau ihrer Profession als Pädagogen ist bei den Lehrkräften der „sonntags:Schule!“ groß. „Vieles ist im Unterricht in Syrien und Deutschland ähnlich“, sagt Ahmed Debl, der in den 8 Workshops mit der Theaterpädagogin Andrea Sólya aber auch einiges zu den Unterschieden in der Arbeitsweise in den Schulsystemen der beiden Länder gelernt hat.

 

 

„Wir müssen modern sein, uns auf die Schüler einstellen, die ja 5 Tage in der Woche Schweriner Schulen besuchen!“ betont Asem Alsayjare, der Organisator des Projektes und erklärt, dass die Lehrkräfte sehr gerne an einer der Schweriner Schule arbeiten würden.

„Das Centrum für internationale Migration und Entwicklung, kurz CIM, fördert seit einigen Monaten die „sonntags:Schule!“. Das zeigt wie wichtig und richtig diese Arbeit von anderer Seite eingeschätzt wird“, so die Oberstudiendirektorin Almut Lüpkes, eine der Initiatorinnen. „Wir würden uns freuen, wenn uns die Bildungsministerin an einem Sonntag einmal besucht und hilft die Arbeitsbedingungen zu verbessern und vielleicht sogar den Brandenburger Weg einschlägt.“

Bis das soweit ist, werden die Lehrkräfte der Schweriner „sonntags:Schule!“ allerdings auch weiterhin mit viel persönlicher Initiative dafür sorgen, dass sie im Interesse der Kinder richtig fit sind für den Unterricht.  Dafür erhielten sie gestern ihre Zertifikate zur aktuellen Fortbildung.


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