Sa, 11. Juli 2026
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„Pflege ist Menschlichkeit“:
Pflegeschüler in Schwerin machen Pflege sichtbar

Mit Interviews und Projekten machten Schüler des GeSO Schwerin zum Tag der Pflege deutlich, wie wichtig Pflegekräfte für die Gesellschaft sind.

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  • Veröffentlicht Mai 26, 2026
Tag der Pflege Schwerin
Mit Mikro­fon und Kam­era unter­wegs: GeSO-Schüler sam­meln Stim­men zum Tag der Pflege in Schw­erin.
Foto: Ste­fan Rochow

Zwis­chen neugieri­gen Blick­en, ehrlichen Gesprächen und dem Duft vom Grill wurde am Regionalen Beru­flichen Bil­dungszen­trum der Lan­deshaupt­stadt Schw­erin – Gesund­heit und Sozial­we­sen (GeSo) zum dies­jehri­gen Pro­jek­t­tag zum Tag der Pflege deut­lich, worum es am Tag der Pflege wirk­lich geht: um Men­schen.

Schon am Mor­gen herrschte auf dem Schul­gelände geschäftiges Treiben. Schü­lerin­nen und Schüler kamen in den ver­schiede­nen Pro­jek­ten zus­m­men, um den Tag zu gestal­ten. So deko­ri­erte eine Gruppe einen Klassen­raum zum The­ma Pflege, anderes bere­it­eten ein Grillfest vor oder arbeit­eten konzen­tri­ert an ein­er eige­nen Zeitung. Der Pro­jek­t­tag zum Inter­na­tionalen Tag der Pflege sollte informieren, aber vor allem sicht­bar machen, was Pflege jeden Tag leis­tet.


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Der Inter­na­tionale Tag der Pflege wird jedes Jahr am 12. Mai began­gen. Er erin­nert an Flo­rence Nightin­gale, die Begrün­derin der mod­er­nen Krankenpflege. Vor allem aber richtet der Tag den Blick auf diejeni­gen, die Men­schen begleit­en, ver­sor­gen und auf­fan­gen, oft unter großem Druck und viel zu sel­ten im Mit­telpunkt der Aufmerk­samkeit.

Mit Mikrofon und Kamera in die Innenstadt

Eine Schü­ler­gruppe zog dafür in die Schw­er­iner Innen­stadt. Dort wur­den die Inter­view­er im Medi­atope in den Schw­er­iner Höfen in das The­ma Fil­men und Tonauf­nah­men einge­führt. Michel Krüger von der Medi­en­anstalt MV zeigte, worauf man bildtech­nisch acht­en muss, damaitam Ende ein schönes Video entste­ht.  Mit Mikro­fon und viel Mut sprachen die ange­hen­den Pflegekräfte dann Pas­san­ten in der Innen­stadt an. Die Antworten fie­len ehrlich aus,  manch­mal nach­den­klich, manch­mal voller Dankbarkeit.

Michel Krüger von der Medi­en­anstalt MV zeigte den GeSO-Schülern, worauf es beim Fil­men und bei Tonauf­nah­men ankommt. Foto: Ste­fan Rochow

„Macht einen ganz tollen und vor allen Din­gen wichti­gen Job“, sagte eine ältere Frau ohne lang zu über­legen. „Sehr, sehr wichtig für unser ganzes Leben, für unsere älteren Leute alle.“

Andere wur­den während des Gesprächs plöt­zlich per­sön­lich. Eine junge Frau erzählte, dass ihre Groß­mut­ter gepflegt werde. Erst dadurch habe das The­ma Pflege für sie eine neue Bedeu­tung bekom­men. Wieder andere berichteten stolz, selb­st eine Aus­bil­dung zur Pflege­fachkraft begonnen zu haben.

Persönliche Geschichten und viel Anerkennung

„Wir bei­de machen sel­ber eine Aus­bil­dung zur Pflege­fachkraft, sind im ersten Lehr­jahr“, erzählten zwei junge Frauen lachend, fast ein wenig aufgeregt. Man spürte sofort: Hier sprechen Men­schen, die nicht nur einen Beruf ler­nen, son­dern Ver­ant­wor­tung übernehmen wollen.

Im Rah­men des Pro­jek­t­tags gestal­teten GeSO-Schüler eine Zeitung rund um den Inter­na­tionalen Tag der Pflege. Foto: Ste­fan Rochow

Beson­ders bewe­gend wurde es, als eine ältere Pas­san­tin über ihren Enkel sprach. „Mein Enkel lernt in der Pflege“, sagte sie sicht­bar stolz. „Ich habe da ganz pos­i­tives Feed­back dazu.“

Doch zwis­chen den fre­undlichen Worten klang auch Sorge mit. Mehrfach fiel der Wun­sch nach mehr Anerken­nung, nicht nur gesellschaftlich, son­dern auch poli­tisch. Viele Pas­san­ten beton­ten, dass Pflegekräfte viel häu­figer gese­hen und unter­stützt wer­den müssten.

Ein Projekttag, der nachwirkt

Während draußen Inter­views geführt wur­den, suchte eine andere Schü­ler­gruppe das Gespräch mit Mitar­bei­t­en­den ein­er Pflegeein­rich­tung. Dort ging es um den All­t­ag zwis­chen Zeit­druck, Ver­ant­wor­tung und Nähe zu Men­schen. The­men, die viele der Jugendlichen bald selb­st begleit­en wer­den.

Am Ende des Tages blieb mehr als nur ein Schul­pro­jekt. Der Pro­jek­t­tag machte sicht­bar, wie nah Pflege jeden Men­schen bet­rifft, in der eige­nen Fam­i­lie, im Fre­un­deskreis oder irgend­wann im eige­nen Leben. Und vielle­icht war genau das die wichtig­ste Erken­nt­nis dieses Tages in Schw­erin: Pflege ist weit mehr als ein Beruf. Sie ist Men­schlichkeit.

Als am Nach­mit­tag langsam Ruhe auf dem Schul­gelände einkehrte, blieben viele Gespräche noch im Kopf. Die Begeg­nun­gen mit Pas­san­ten, die Geschicht­en aus der Pflege und die vie­len kleinen Momente des Tages zeigten vor allem eines: Hin­ter jed­er Pflegekraft ste­ht ein Men­sch, der Ver­ant­wor­tung übern­immt, zuhört, begleit­et und oft dann da ist, wenn andere nicht mehr weit­er­wis­sen. Der Pro­jek­t­tag am GeSO machte deshalb nicht nur auf einen wichti­gen Beruf aufmerk­sam, son­dern erin­nerte daran, wie viel Men­schlichkeit Pflege jeden Tag bedeutet.