„Pflege ist Menschlichkeit“:
Pflegeschüler in Schwerin machen Pflege sichtbar
Mit Interviews und Projekten machten Schüler des GeSO Schwerin zum Tag der Pflege deutlich, wie wichtig Pflegekräfte für die Gesellschaft sind.

Foto: Stefan Rochow
Zwischen neugierigen Blicken, ehrlichen Gesprächen und dem Duft vom Grill wurde am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum der Landeshauptstadt Schwerin – Gesundheit und Sozialwesen (GeSo) zum diesjehrigen Projekttag zum Tag der Pflege deutlich, worum es am Tag der Pflege wirklich geht: um Menschen.
Schon am Morgen herrschte auf dem Schulgelände geschäftiges Treiben. Schülerinnen und Schüler kamen in den verschiedenen Projekten zusmmen, um den Tag zu gestalten. So dekorierte eine Gruppe einen Klassenraum zum Thema Pflege, anderes bereiteten ein Grillfest vor oder arbeiteten konzentriert an einer eigenen Zeitung. Der Projekttag zum Internationalen Tag der Pflege sollte informieren, aber vor allem sichtbar machen, was Pflege jeden Tag leistet.
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Der Internationale Tag der Pflege wird jedes Jahr am 12. Mai begangen. Er erinnert an Florence Nightingale, die Begründerin der modernen Krankenpflege. Vor allem aber richtet der Tag den Blick auf diejenigen, die Menschen begleiten, versorgen und auffangen, oft unter großem Druck und viel zu selten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Mit Mikrofon und Kamera in die Innenstadt
Eine Schülergruppe zog dafür in die Schweriner Innenstadt. Dort wurden die Interviewer im Mediatope in den Schweriner Höfen in das Thema Filmen und Tonaufnahmen eingeführt. Michel Krüger von der Medienanstalt MV zeigte, worauf man bildtechnisch achten muss, damaitam Ende ein schönes Video entsteht. Mit Mikrofon und viel Mut sprachen die angehenden Pflegekräfte dann Passanten in der Innenstadt an. Die Antworten fielen ehrlich aus, manchmal nachdenklich, manchmal voller Dankbarkeit.

„Macht einen ganz tollen und vor allen Dingen wichtigen Job“, sagte eine ältere Frau ohne lang zu überlegen. „Sehr, sehr wichtig für unser ganzes Leben, für unsere älteren Leute alle.“
Andere wurden während des Gesprächs plötzlich persönlich. Eine junge Frau erzählte, dass ihre Großmutter gepflegt werde. Erst dadurch habe das Thema Pflege für sie eine neue Bedeutung bekommen. Wieder andere berichteten stolz, selbst eine Ausbildung zur Pflegefachkraft begonnen zu haben.
Persönliche Geschichten und viel Anerkennung
„Wir beide machen selber eine Ausbildung zur Pflegefachkraft, sind im ersten Lehrjahr“, erzählten zwei junge Frauen lachend, fast ein wenig aufgeregt. Man spürte sofort: Hier sprechen Menschen, die nicht nur einen Beruf lernen, sondern Verantwortung übernehmen wollen.

Besonders bewegend wurde es, als eine ältere Passantin über ihren Enkel sprach. „Mein Enkel lernt in der Pflege“, sagte sie sichtbar stolz. „Ich habe da ganz positives Feedback dazu.“
Doch zwischen den freundlichen Worten klang auch Sorge mit. Mehrfach fiel der Wunsch nach mehr Anerkennung, nicht nur gesellschaftlich, sondern auch politisch. Viele Passanten betonten, dass Pflegekräfte viel häufiger gesehen und unterstützt werden müssten.
Ein Projekttag, der nachwirkt
Während draußen Interviews geführt wurden, suchte eine andere Schülergruppe das Gespräch mit Mitarbeitenden einer Pflegeeinrichtung. Dort ging es um den Alltag zwischen Zeitdruck, Verantwortung und Nähe zu Menschen. Themen, die viele der Jugendlichen bald selbst begleiten werden.
Am Ende des Tages blieb mehr als nur ein Schulprojekt. Der Projekttag machte sichtbar, wie nah Pflege jeden Menschen betrifft, in der eigenen Familie, im Freundeskreis oder irgendwann im eigenen Leben. Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Tages in Schwerin: Pflege ist weit mehr als ein Beruf. Sie ist Menschlichkeit.
Als am Nachmittag langsam Ruhe auf dem Schulgelände einkehrte, blieben viele Gespräche noch im Kopf. Die Begegnungen mit Passanten, die Geschichten aus der Pflege und die vielen kleinen Momente des Tages zeigten vor allem eines: Hinter jeder Pflegekraft steht ein Mensch, der Verantwortung übernimmt, zuhört, begleitet und oft dann da ist, wenn andere nicht mehr weiterwissen. Der Projekttag am GeSO machte deshalb nicht nur auf einen wichtigen Beruf aufmerksam, sondern erinnerte daran, wie viel Menschlichkeit Pflege jeden Tag bedeutet.




