Tankbetrug: Tatverdächtiger hinterlässt persönliche Daten und bekommt Polizeibesuch

Mit dem Anstieg der Preise für Benzin und Diesel haben auch Tankbetrug und Kraftstoffdiebstahl zugenommen. In der vergangenen Woche war sich ein 39-jähriger offenbar seiner Sache besonders "sicher". Er hinterließ seine Daten an der Tankstelle, kam nicht wieder und bekam dann Polizeibesuch.

Tankbetrug nimmt zu. | Foto: privat

Während einige Medien von deutlich gesunkenen Spritpreisen sprechen, was fast schon nach Normalisierung klingt, und einige Kritiker der Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung gar meinen, die derzeitigen preise seien vertretbar und somit bräuchte es an den Tankstellen keine Entlastung, reicht ein Blick auf die Preistafeln. Den größten Teil des Tages steht dort an erster Stelle durchgängig eine „2“. Die einzige „Normalisierung“ ist darin zu sehen, dass Diesel wieder preiswerter als Benzin ist. Ein Zustand, der nicht lange anhalten dürfte. Denn wenn am 1. Juni die staatlichen Ermäßigungen greifen, sinken die Preise für Benzin um 35 Cent je Liter, für Diesel lediglich um die Hälfte, 17 Cent.

 

Ab 1. Juni gelten Entlastungen für drei Monate – Dieselfahrer sind „gekniffen“

Gekniffen sind damit viele, die aufgrund längerer Fahrstecken auf Dieselfahrzeuge setzten. Dazu zählt neben dem nahezu gesamten Lieferverkehr und vielen Handwerksbetrieben vor allem auch zahlreiche Pendler, die täglich mit ihrem Auto zur Arbeit fahren müssen. Hintergrund ist, dass die Bundesregierung die auf Sprit erhobene Energiesteuer reduziert. Diese beträgt beim Diesel 45,04 Cent und bei Benzin 65,45 Cent je Liter. Da es ein entsprechendes EU-Mindeststeuermaß gibt, sei nach Aussage der Bundesregierung beim Diesel nur eine halb so hohe Absenkung wie beim Benzin möglich. Bedenkt man allerdings, dass es durchaus noch mehr Abgaben gibt, die der Staat auf den Sprit erhebt, wäre da sicherlich auch für Dieselfahrer noch Luft gewesen.

Ohnehin ist das Problem, dass die Entlastung nur für drei Monate geplant ist. Dann dürften die Preise wieder in die Höhe schießen. Geschieht nicht ein Wunder. Dieses könnte in einem deutlichen Absinken des Rohölpreises oder auch in einem Eingreifen des Bundeskartellamtes liegen. Oder in einer Verlängerung der Entlastungen.

 

Tankbetrug nimmt durch hohe Preise zu – Polizei berichtet von Fall in Schwerin

Welche speziellen Früchte die aktuell hohen Preise tragen, das bekommen die Tankstellenpächter zunehmend zu spüren. So führen die hohen Preise zu einer Zunahme von Kraftstoffdiebstahl und Tankbetrug. Dies bekam in der vergangenen Woche auch eine Tankstelle am Schweriner Obotritenring zu spüren. Dort nämlich betankte am Donnerstag (19. Mai) ein 39-jähriger gegen 09:00 Uhr seinen PKW und erklärte im Anschluss dem Mitarbeiter der Tankstelle, er könne die Tankrechnung nicht begleichen. Anders als andere sprang er also nicht in sein Fahrzeug und verschwand – was aufgrund der überall installierten Kameraüberwachungen auch ohnehin wenig sinnvoll ist – sondern er ging noch den Plan des Betrugs im Kopf, in den Shop. Dort nämlich hinterlegte er seine Daten und sagte zu, das Geld zu holen und umgehend zur Bezahlung wiederzukommen. Dann verschwand er – und ward nicht mehr gesehen.

Als der Mann auch am Nachmittag noch nicht erschienen war, brachte der Betreiber den Fall wegen des Verdachts auf Tankbetrug zur Anzeige. Der Tatverdächtige stellte sich schnell als einschlägig bekannt heraus. Die Polizei traf ihn kurze Zeit später auch an und stellte ihn zur Rede. Er muss sich nun in einem Strafverfahren verantworten.

 

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