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Seit 35 Jahren an der Seite des Theaters:
Was die Theaterfreunde für Schwerins Theater tun

Die Theaterfreunde Schwerin haben ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert. 910 Mitglieder unterstützen das Staatstheater mit Projekten, Spenden, einer Stiftung und ehrenamtlicher Arbeit.

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  • Veröffentlicht August 31, 2026
Die The­ater­fre­unde Schw­erin unter­stützen das Meck­len­bur­gis­che Staat­sthe­ater seit 35 Jahren mit ehre­namtlich­er Arbeit, Spenden und zahlre­ichen Pro­jek­ten. Foto: Meck­len­bur­gis­ches Staat­sthe­ater

 


In Kürze:

  • Die The­ater­fre­unde Schw­erin haben am Son­ntag ihr 35-jähriges Beste­hen gefeiert und zählen zulet­zt 910 Mit­glieder.
  • Der Vere­in unter­stützt unter anderem Schüler­pro­jek­te, den Ekhof-Preis, die Ses­se­lak­tion und weit­ere Vorhaben am Meck­len­bur­gis­chen Staat­sthe­ater.
  • Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig würdigte bei der Jubiläums­feier beson­ders das ehre­namtliche Engage­ment der Mit­glieder.

 

Die The­ater­fre­unde Schw­erin haben am Son­ntag ihr 35-jähriges Beste­hen gefeiert. Bei der Festver­anstal­tung im The­aterzelt am Fran­zosen­weg würdigte Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig (SPD) die Arbeit des Vere­ins. Seit mehr als drei Jahrzehn­ten unter­stützen dessen Mit­glieder das Meck­len­bur­gis­che Staat­sthe­ater mit Geld, Ideen und ehre­namtlich­er Arbeit.

910 Mit­glieder zählte die Gesellschaft zulet­zt. Sie fördern Pro­jek­te, organ­isieren Ver­anstal­tun­gen und betreiben ehre­namtlich den The­ater­laden. Im Geschäft­s­jahr 2024/25 kamen allein durch Mit­glieds­beiträge knapp 30.000 Euro zusam­men. Hinzu kamen Spenden für unter­schiedliche Vorhaben.
„Die Gesellschaft der Fre­unde des Meck­len­bur­gis­chen Staat­sthe­aters Schw­erin ist ein­er der mit­glieder­stärk­sten, aktivsten und erfol­gre­ich­sten Kul­tur­fördervere­ine im Land“, sagte Schwe­sig bei der Jubiläumsver­anstal­tung. Die The­ater­fre­unde wür­den für das The­ater wer­ben, das Ensem­ble unter­stützen und dazu beitra­gen, die Schw­er­iner The­ater­tra­di­tion zu erhal­ten. Sie dank­te Vor­stand, Ehre­namtlichen und Mit­gliedern für deren Arbeit und Unter­stützung.

Beson­ders sicht­bar wird dieses Engage­ment beim Schüler­pro­jekt. Die The­ater­fre­unde helfen dabei, Kinder und Jugendliche mit dem Staat­sthe­ater in Kon­takt zu brin­gen. Im Geschäft­s­jahr 2024/25 stellte der Vere­in dafür gut 8.000 Euro bere­it. Unter­stützt wur­den daneben unter anderem das Wei­h­nachtssin­gen, die Krümel­bühne und der Ekhof-Preis.

Ein eigener Sessel fürs Theater

Eine beson­dere Verbindung zwis­chen Pub­likum und The­ater schafft die soge­nan­nte Ses­se­lak­tion. Nach dem Ein­bau neuer Sitze im Großen Haus starteten die The­ater­fre­unde die Möglichkeit, sym­bol­isch einen The­aters­es­sel zu erwer­ben. Das dabei ein­genommene Geld wird für Ren­ovierungsar­beit­en und tech­nis­che Verbesserun­gen am The­ater einge­set­zt.

Reg­ulär kostet ein solch­er Ses­sel 400 Euro. Die Unter­stützer erhal­ten dafür eine Urkunde und kön­nen ihren aus­gewählten Sitz mit ein­er per­sön­lichen Wid­mung verse­hen lassen. Diese wird an der Unter­seite des Ses­sels ange­bracht. Zudem wer­den die Namen der Unter­stützer auf ein­er Tafel im The­ater und auf der Inter­net­seite veröf­fentlicht.

Die Aktion läuft weit­er. Bei der Mit­gliederver­samm­lung im Sep­tem­ber 2025 berichtete der Vere­insvor­sitzende Dr. Michael Jun­grichter, dass noch zwölf Ses­sel ver­füg­bar seien. Im zurück­liegen­den Bericht­szeitraum war ein Ses­sel verkauft und ein weit­er­er ehren­hal­ber vergeben wor­den.

Die Aktion ste­ht beispiel­haft für das Konzept der Gesellschaft: Unter­stützer geben nicht lediglich Geld, son­dern kön­nen ihre per­sön­liche Ver­bun­den­heit mit dem Schw­er­iner The­ater sicht­bar machen.

Junge Menschen fürs Theater gewinnen

Ein Schw­er­punkt der Arbeit richtet sich seit Jahren auf Kinder und Jugendliche. Für das Schüler­pro­jekt gab der Vere­in 2024/25 gut 8.000 Euro aus. Damit war es der größte einzelne Pro­jek­t­posten im Finanzbericht der Gesellschaft.

Zur Arbeit gehörte in der ver­gan­genen Spielzeit auch eine Ver­anstal­tung mit Päd­a­gogen zur Vorstel­lung des Spielplans. Bei der Mit­gliederver­samm­lung machte Gen­er­al­in­ten­dant Hans-Georg Weg­n­er deut­lich, dass aus sein­er Sicht noch mehr Kinder an das The­ater herange­führt wer­den kön­nten. Das Schüler­pro­jekt wurde anschließend gemein­sam mit The­ater­päd­a­gogik und Lehrern fort­ge­führt.
Das Engage­ment beschränkt sich nicht auf die Nach­wuch­sar­beit. Die The­ater­fre­unde unter­stützen beispiel­sweise auch den Ekhof-Preis, mit dem Kün­stler und Beschäftigte des Haus­es aus­geze­ich­net wer­den. Weit­ere Mit­tel flossen zulet­zt unter anderem in das Wei­h­nachtssin­gen und kleinere Pro­jek­te.

Viel Arbeit geschieht ehrenamtlich

Was die The­ater­fre­unde leis­ten, lässt sich ohne­hin nur teil­weise in Euro aus­drück­en. Ein sicht­bares Beispiel ist der The­ater­laden, der von Mit­gliedern ehre­namtlich betrieben wird. Trotz der Bauar­beit­en am Großen Haus wurde der Betrieb weit­erge­führt.

Hinzu kom­men Begeg­nun­gen mit Kün­stlern und The­ater­leitung, Ver­anstal­tun­gen und gemein­same The­ater­fahrten. Im Geschäft­s­jahr 2024/25 organ­isierte der Vere­in unter anderem eine Herb­st­soiree, zwei Lunch­es, den The­ater­ball sowie Fahrten nach Berlin und Rheins­berg. Der Vor­stand kam inner­halb des Geschäft­s­jahres sechs­mal zusam­men.

Auch Schwe­sig stellte bei der Jubiläums­feier diese ehre­namtliche Arbeit her­aus. Der Erfolg des Staat­sthe­aters und dessen Ver­wurzelung in der Lan­deshaupt­stadt seien auch ein Ver­di­enst der The­ater­fre­unde. „Ohne Ehre­namtliche geht es nicht!“, sagte die Min­is­ter­präsi­dentin. Sie ver­wies dabei zugle­ich auf die zahlre­ichen Men­schen, die sich lan­desweit selb­st kul­turell engagieren oder Kul­tur­fördervere­ine unter­stützen.

Bürgerstiftung für langfristige Förderung

Neben dem Vere­in haben die The­ater­fre­unde eine Bürg­er­s­tiftung aufge­baut. Sie schafft eine weit­ere Möglichkeit, das Staat­sthe­ater langfristig zu unter­stützen. Das Stiftungskap­i­tal belief sich im Sep­tem­ber ver­gan­genen Jahres auf 517.900 Euro.

Das bedeutet allerd­ings nicht, dass mehr als eine halbe Mil­lion Euro für laufende The­ater­pro­jek­te aus­gegeben wer­den kön­nen. Das Stiftungskap­i­tal soll erhal­ten bleiben; für Förderun­gen kön­nen ins­beson­dere die daraus erwirtschafteten Erträge einge­set­zt wer­den.

Wie das funk­tion­iert, zeigt ein aktuelles Vorhaben. Rund 9.900 Euro Ertrag aus dem Jahr 2024 wur­den für die Restau­rierung eines his­torischen Har­mo­ni­ums zurück­gestellt. Das Instru­ment soll die Rei­he his­torisch­er Tas­tenin­stru­mente des The­aters ergänzen.

Unterstützung für konkrete Projekte

Auch bei prak­tis­chen Vorhaben rund um das The­ater brin­gen sich die Mit­glieder ein. So hat der Vere­in bere­its Mon­i­tore für Pro­gramm- und Wer­bezwecke gefördert. Bei der Mit­gliederver­samm­lung im ver­gan­genen Sep­tem­ber stand deren Inbe­trieb­nahme noch aus.

Weit­ere Über­legun­gen reichen von ein­er Verbesserung der Akustik im Konz­ert­foy­er bis zu neuen Sitzmö­beln und der Reini­gung der dor­ti­gen Vorhänge. Auch zusät­zliche Ausstat­tung für die M*Halle und eine Unter­stützung des Foy­er­cafés während der Sanierung des Großen Haus­es wur­den erwogen. Ob solche Vorhaben tat­säch­lich gefördert wer­den, macht der Vere­in von konkreten Pro­jek­ten und seinen finanziellen Möglichkeit­en abhängig.

Die The­ater­fre­unde erset­zen damit nicht die öffentliche Finanzierung des Meck­len­bur­gis­chen Staat­sthe­aters. Ihre Unter­stützung schafft vielmehr zusät­zliche Möglichkeit­en: für junge Besuch­er, beson­dere Pro­jek­te, Ausze­ich­nun­gen, Instru­mente oder Verbesserun­gen im Haus.

Mehr als finanzielle Unterstützung

Welche Bedeu­tung der Vere­in für das Haus besitzt, hat­te Gen­er­al­in­ten­dant Weg­n­er bere­its bei der Mit­gliederver­samm­lung im Sep­tem­ber 2025 deut­lich gemacht. Er dank­te den The­ater­fre­un­den für ihr Engage­ment und die „große finanzielle Unter­stützung“. Gle­ichzeit­ig berichtete er von ein­er anges­pan­nten finanziellen Sit­u­a­tion des Staat­sthe­aters, unter anderem auf­grund gestiegen­er Tar­ifkosten.

Aus den vor­liegen­den Unter­la­gen lässt sich allerd­ings nicht ableit­en, dass die The­ater­fre­unde den reg­ulären Betrieb oder struk­turelle Defizite des Haus­es finanzieren. Ihre Bedeu­tung liegt vor allem in den zusät­zlichen Ange­boten und Vorhaben, die durch Mit­glieder, Spender und ehre­namtlich Engagierte möglich wer­den.

Nach 35 Jahren ist daraus eine dauer­hafte Verbindung zwis­chen The­ater und Stadt­ge­sellschaft ent­standen. Der sym­bol­isch gekaufte The­aters­es­sel, ein The­aterbe­such für Schüler oder die Restau­rierung eines his­torischen Instru­ments sind sehr unter­schiedliche Beispiele. Gemein­sam ist ihnen, dass Men­schen bere­it sind, sich über den Kauf ein­er Ein­trittskarte hin­aus für das Schw­er­iner The­ater zu engagieren.