Trotz positiver Beispiele: Mehr Rücksicht auf Belange von Menschen mit Behinderungen erforderlich

Mit zwei konkreten Anfragen hinterfragte die Fraktion DIE LINKE in Schwerin die Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderungen. Dabei zeigte sich, dass zwar so einiges in Bewegung ist, die Verwaltung Probleme aber teilweise auch schon lange kannte.

Quelle: Schmeissnerro – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54095160 (Bildausschnitt)

Konkrete Nachfragen von Betroffenen zeigen, dass die Belange von Menschen mit Behinderungen im Alltag vieler Entscheidungsträger leider oftmals immer noch zu wenig präsent sind. Darauf weist die Fraktion „Die Linke“ in der Stadtvertretung Schwerins hin. Wer sich genauer mit der Thematik befasst, dürfte dieser Situationsbeschreibung nur zustimmen können. Vor allem ereilt so manchen der Eindruck, dass die Berücksichtigung der Belange Betroffener gelegentlich eher halbherzig erfolgt. An in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen wird dabei dann eher noch geacht, als beispielsweise an diejenigen, die schlecht oder gar nicht sehen können.

 

Ampelanlage in Hamburger Allee seit Jahren ohne taktile Orientierungshilfe

Für die Fraktion die Linke ist eine Ampelanlage in der Hamburger Allee ein Beispiel für eben diese noch zu geringe Berücksichtigung der Belange von menschen mit Behinderungen. Seit Jahren nämlich verfüge die Anlage, die eine gefahrlose Querung in Richtung eines Ärztehauses gewährleisten solle, nämlich nicht über taktile Orientierungstöne – also das vielen bekannt „Tok-Tok-Tok“. Die Beschwerde eienr Betroffenen habe die Situation nun ans Licht gebracht.

 

Problem war Verwaltung schon lange bekannt

Während diese Problematik der Kommunalpolitik ganz offenbar bislang unbekannt war, wusste die Verwaltung schon länger von der Situation. „Grundsätzlich ist es richtig, dass der Verwaltung bekannt ist, dass die taktilen Orientierungstöne an dieser Lichtsignalanlage fehlen“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier in der Beantwortung einer Anfrage der Fraktion. Da aber schon länger eine Baumaßnahme im Bereich Hamburger Allee bis Lomonossowstraße, in deren Folge an die Stelle der Ampel ein Kreisverkehr kommen sollte, nicht realisierbar war, „wurde die Nachrüstung der Lichtsignalanlage mit taktilen Orientierungstönen und die damit verbundenen finanziellen Mehrbelastungen bisher immer zurückgestellt“, so Badenschier in seiner Antwort weiter.

 

Nun soll Umrüstung kommen – „Das ist eine gute Nachricht“

Kurzum, man wollte für die Nachrüstung, die zusätzlichen Schutz bietet, kein Geld mehr ausgeben. Obwohl man die umgerüstete Technik später auch andernorts noch hätte nutzen können. Nun aber scheint wohl klar, dass die Baumaßnahme längerfristig nicht kommt. Daher soll die Nachrüstung nun wohl noch in diesem Jahr erfolgen. „Das ist eine gute Nachricht“, so Henning Förster (Fraktion DIE LINKE).

 

Fraktion fragte auch bezüglich Außenangsagen an Haltestellen nach

Ein weiteres Thema sei aus Sicht der Links-Fraktion der Umgang mit den Außenansagen an den Haltestellen des Schweriner Nahverkehrs. Auch hier fragte die Fraktion genauer nach. Wann sie erfolgen, welchen konkreten Zweck sie hätten und wer für die Ansagen verantwortlich sei. „Erfolgen diese [Ansagen] in gut verständlicher Qualität, ist dies gerade für Blinde und Sehbehinderte eine große Hilfe und steigert ihr individuelles Sicherheitsempfinden“, so Henning Förster. Seit 2007 würden entsprechende Ansagen laut Schweriner Nahverkehr wochentags zwischen 6 und 22 Uhr erfolgen. An den Wochenenden zwischen 8 und 22 Uhr. So war es der Antwort der Verwaltung zu entnehmen.

 

Fraktion zufrieden: Nahverkehr plant zusätzliche Blindentaster an Haltestellen

„Um nach 15 Jahren geübter Praxis dennoch einen weiteren Beitrag zur Verbesserung des individuellen Sicherheitsempfindens betroffener Menschen in Schwerin zu leisten, plant der Nahverkehr nunmehr zeitnah Versuche mit Blindentastern an Haltestellenmasten. Nach entsprechender Betätigung können dort Ansagen zu Linien, Abfahrtszeiten und Fahrtrichtungen erfolgen. Auch das ist ausdrücklich zu begrüßen“, so Henning Förster.

 

Es bleibt dennoch viel Arbeit

Dies waren zwei von wirklich vielen Themen, die den Alltag von menschen mit Behinderungen bestimmen. Vieles hat sich schon verbessert, woran nicht zuletzt der Behindertenbeirat einen maßgeblichen Anteil hat. Dessen ehrenamtlichen Engagement iste s in vielen Fällen zu verdanken, dass Probleme entdeckt und behoben oder gar gleich verhindert werden konnten. Dass dennoch noch viel Arbeit bleibt, dürften die Mitglieder dieses Gremiums wohl ohne nachdenken zu müssen sofort bestätigen.

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