Streit um dritte Dezernentenstelle:
UB/FDP-Fraktion möchte Stelle streichen
Die UB/FDP-Fraktion will die dritte Dezernentenstelle dauerhaft streichen. Statt einer Neubesetzung sollen jährlich rund 300.000 Euro eingespart und die Verwaltung verschlankt werden.

Die Fraktion Unabhängige Bürger/FDP will in Schwerin dauerhaft auf eine dritte Dezernentenstelle verzichten. Mit einem Ersetzungsantrag zur Sitzung der Stadtvertretung schlägt sie vor, die geplante Beigeordnetenwahl nicht vorzubereiten und die Verwaltungsstruktur neu zu ordnen. Die Aufgaben des bisherigen Dezernats sollen künftig vom Oberbürgermeister sowie den beiden verbleibenden Dezernenten Bernd Nottebaum (CDU) und Silvio Horn (UB) übernommen werden.
Dem entgegen steht ein interfraktioneller Antrag der CDU-Fraktion, der SPD-Fraktion und der Fraktion Die Linke. Sie wollen Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) beauftragen, die Nachfolge für die voraussichtlich am Montag abgewählte Dezernentin Martina Trauth (Linke) vorzubereiten. Die Stelle soll öffentlich ausgeschrieben werden, die Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers ist für den 7. Dezember vorgesehen.
Einsparungen von rund 300.000 Euro erwartet
Die UB/FDP-Fraktion begründet ihren Vorstoß mit der angespannten Haushaltslage der Landeshauptstadt. Nach ihrer Einschätzung könnte der dauerhafte Verzicht auf eine dritte Beigeordnetenstelle jährlich rund 300.000 Euro einsparen. Diese Mittel sollen dem städtischen Haushalt zugutekommen und finanzielle Spielräume für dringend notwendige Investitionen schaffen.
Darüber hinaus versprechen sich die Antragsteller eine schlankere Verwaltungsstruktur mit klareren Zuständigkeiten und kürzeren Entscheidungswegen. Der Oberbürgermeister solle die strategische Steuerung der Verwaltung übernehmen, während die beiden verbleibenden Dezernenten die operativen Aufgabenbereiche bündeln. Nach Auffassung der Fraktion könnten dadurch Doppelstrukturen abgebaut und die Verwaltungsabläufe effizienter gestaltet werden.
Entscheidung fällt in der Stadtvertretung
Mit ihrem Ersetzungsantrag stellt sich die UB/FDP-Fraktion gegen den Vorschlag von CDU, SPD und Linken, die vakante Beigeordnetenstelle neu zu besetzen. Während die einen den Erhalt der bisherigen Verwaltungsstruktur anstreben, setzt die UB/FDP-Fraktion auf eine dauerhafte Reduzierung der Führungsebene als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung.
Über beide Anträge entscheidet die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am Montag. Das Abstimmungsergebnis dürfte zugleich die Weichen für die künftige Verwaltungsstruktur der Landeshauptstadt stellen.
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