UB-Fraktion kritisiert Kostenaufwuchs für Dwangbrücke und Radweg

Steinmüller: Kostensteigerung von 2,1 auf 3,4 Mio. EUR ist unverhältnismäßig. Der Versuch der Fraktion UNABHÄNGIGE BÜRGER, den umstrittenen Radweg vom Dwang zur Krösnitz politisch zu verhindern, scheiterte in der Stadtvertretung. Doch nun laufen die Baukostenschätzungen aus dem Ruder.

stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rolf Steinmüller Foto: UB-Fraktion Schwerin

Der Versuch der Fraktion UNABHÄNGIGE BÜRGER, den umstrittenen Radweg vom Dwang zur Krösnitz politisch zu verhindern, scheiterte in der Stadtvertretung. Doch nun laufen die Baukostenschätzungen aus dem Ruder. Noch im Jahr 2017 hatte die Verwaltung gegenüber der Stadtvertretung die Ausgaben für den Radwegeneubau samt neuer Brücke auf ca. 2,1 Mio. EUR beziffert. Im letzten Jahr war bereits von ca. 2,4 Mio. Euro die Rede. Aktuell stehen Ausgaben von ca. 3 Mio. EUR im Raum, wie die Verwaltung gegenüber der Fraktion Unabhängige Bürger auf deren Nachfrage einräumen musste.

 

 

 

„Was für ein unverhältnismäßig teurer Radweg und eine überflüssige Brücke dazu“, fasst UB-Stadtvertreter und Initiator der Anfrage Rolf Steinmüller kopfschüttelnd in einem Satz zusammen. „Die Kostenplanungen sind innerhalb von nur zwei Jahren von 2,1 Mio. Euro weiter auf nunmehr 3 Mio. Euro gestiegen. Und das sind noch nicht die realen Baukosten, die sicher noch über diesen Kalkulationen liegen werden. Losgelöst von der Landesförderung steigt der Eigenanteil der Landeshauptstadt mit ihrem unausgeglichenen Haushalt immer weiter an. Bei einem Eigenanteil von 10 Prozent entspricht das letztlich nun schon ca. 340.000 EUR. Hat man hier die Stadtvertretung für eine Zustimmung zum Vorhaben bewusst mit zu niedrigen Baukosten geködert? Wenn man noch die jährlichen Unterhaltungskosten für Brücke und Radweg berücksichtigt, stellen wir uns die Frage, wie das mit den finanzpolitischen Zielen der Stadt in Einklang zu bringen ist. Der Oberbürgermeister hat die gesetzlich verankerte Aufgabe, den Haushaltsausgleich herbeizuführen. Das Bemühen darum können wir bei diesem Vorhaben nicht erkennen, zumal der Bau dieses neuen Weges und teuren Brücke keine kommunale Pflichtaufgabe ist, sondern nur wegen der Landesförderung gemacht wird“, erklärte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rolf Steinmüller weiter.

 

Vincent Eickelberg Foto: UB-Fraktion Schwerin

Die UNABHÄNGIGEN hatten dieses Vorhaben von Anfang an abgelehnt, weil „Radweg und Brücke aus Sicht der Allgemeinheit überhaupt nicht erforderlich sind“, so Vincent Eickelberg, sachkundiger Einwohner der UB-Fraktion und Mitglied des Ortsbeirates Gartenstadt/Ostorf. „Wir bleiben dabei: Die vorhandene und gut ausgebaute Strecke am Ostorfer See ermöglicht die beabsichtigte Verbindung bereits jetzt. Stattdessen hätte man das Geld lieber in die Sanierung und den Ausbau der innerstädtischen Radwege stecken sollen, da wäre den Schwerinern mehr mit geholfen gewesen“, so Eickelberg. Auch habe die Verwaltung sich aus Sicht der UB-Fraktion zu wenig Gedanken um die Folgekosten des Bauvorhabens gemacht. „Ich halte es für ausgesprochen wichtig, sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt darüber im Klaren zu sein, dass die Instandsetzung der Brücke, die Pflege der Zuwegung oder auch das Sauberhalten der Bänke und Plätze die verschuldete Stadt Schwerin jährlich Geld kosten wird. All das wird nicht gefördert. Zudem ist der Ostorfer See bislang ein beliebtes Revier für Wassersportler. Insbesondere für Segler und Eissegler wäre ein Wechsel zwischen Innen – und Außensee durch diese Brücke nicht mehr möglich und als Naherholungsgebiet weitestgehend unattraktiv. Ein Gesamtkonzept scheint mir hier nicht verfolgt worden zu sein.“

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