Bürgerinitiative übergibt 4.000 Unterschriften:
Entscheidung über Bürgerbegehren zum Lankower Stadtteilpark fällt Ende September
Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Stadtteilparks Lankow hat mehr als 4.000 Unterschriften an die Stadt übergeben. Bis 19. September wird weiter gesammelt – Entscheidung fällt Ende September.

Foto: Bürgerinitiative Lankow
Der Streit um die Zukunft des Stadtteilparks in Schwerin-Lankow tritt nun in die entscheidende Phase. Am Dienstag hat die Bürgerinitiative zum Erhalt der Grünfläche ihre gesammelten Unterschriftenlisten offiziell an die Stadt übergeben. Damit erreicht das Bürgerbegehren gegen den Verkauf und die geplante Bebauung des Areals an der Kieler Straße eine neue Stufe.
Mehr als 4.000 Unterstützungsunterschriften
Nach Angaben der Initiative wurden insgesamt 440 Listen mit jeweils bis zu zehn Unterzeichnenden eingereicht. Auf vielen Listen sind es weniger, sodass die endgültige Zahl erst nach der Prüfung durch die Stadt feststeht. Schon jetzt aber geht die Initiative davon aus, dass mehr als 4.000 Unterschriften gesammelt wurden und damit die formale Hürde für ein Bürgerbegehren erreicht ist. „Wir wissen, dass einige Unterschriften nicht gültig sein werden, deshalb wollen wir die kommenden Tage noch nutzen, um weitere Unterstützung zu gewinnen“, erklärte Mitinitiatorin Astrid Kindel bei der Übergabe.
Die Frist für das Sammeln war knapp bemessen: Nur sechs Wochen standen den Engagierten zur Verfügung, um die erforderliche Zahl an Stimmen zusammenzubringen. Hinzu kam, dass ein Teil der Zeit in die Ferien- und Urlaubswochen fiel. „Das waren einige Steine, die wir erst aus dem Weg räumen mussten“, so die Initiative. Dennoch seien die Rückmeldungen in der Bevölkerung deutlich positiv ausgefallen.
Übergabe im Büro der Stadtvertretung
Die Unterlagen wurden am Dienstag im Büro der Stadtvertretung übergeben. Neben Astrid Kindel brachte auch Beghard M. Ahmed die gesammelten Listen. Begleitet wurden sie von weiteren Aktiven, die in den vergangenen Wochen in verschiedenen Stadtteilen unterwegs waren, um Unterstützer zu gewinnen.
Entgegengenommen wurden die Dokumente vom ersten stellvertretenden Stadtpräsidenten Daniel Meslien. Stadtpräsident Sebastian Ehlers konnte die Unterlagen nicht persönlich in Empfang nehmen, da er beruflich im Ausland unterwegs ist. Meslien dankte für die ordnungsgemäße Übergabe und kündigte eine sorgfältige Prüfung durch die Verwaltung an.
Die Initiative betont, dass die Unterschriften nicht nur aus dem Stadtteil Lankow stammen. „Wir haben Unterstützung aus nahezu allen Stadtteilen Schwerins erhalten“, so die Organisatoren. Unterschriften seien sowohl aus der Altstadt als auch aus Warnitz, vom Großen Dreesch oder aus Neu Zippendorf zusammengekommen. Das Thema habe viele Menschen in der Stadt bewegt, unabhängig davon, ob sie selbst in Lankow wohnen oder nicht.
Bebauung des Spielplatzes geplant
Das Bürgerbegehren richtet sich gegen den Beschluss der Stadtvertretung vom Juli 2025. Damals hatten die Mitglieder mehrheitlich entschieden, die rund 4.800 Quadratmeter große Fläche an die Quarta GmbH & Co. KG zu verkaufen. Auf dem Gelände sollen ein Drogeriemarkt, Arztpraxen sowie Wohnungen entstehen.
Für den bestehenden Spielplatz sieht die Planung drei kleinere Ersatzflächen im Stadtteil vor. Die Initiative kritisiert diese Lösung als unzureichend. Die neuen Flächen seien nicht nur kleiner, sondern auch schlechter erreichbar und böten geringere Aufenthaltsqualität. Aus Sicht der Bürgerinitiative werde damit ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Familien und Kinder dauerhaft zerstört.
Am 29. September 2025 wird die Stadtvertretung in einer regulären Sitzung über das Bürgerbegehren beraten. Sollte sie die Forderung der Initiative übernehmen, wäre die geplante Bebauung vom Tisch. Lehnt sie das Anliegen jedoch ab und hält am Verkaufsbeschluss fest, wäre der Weg für einen Bürgerentscheid frei.
Sollte es zum Bürgerbegehren kommen, wäre es das erste inhaltliche Bürgerbegehren in der Geschichte Schwerins. Die Kosten für eine solche Abstimmung werden auf deutlich über 100.000 Euro geschätzt.
Unterschriftenaktion bis Mitte September
Noch bis zum 19. September können weitere Unterschriftenlisten bei der Stadt eingereicht werden. Die Bürgerinitiative hat angekündigt, diese Frist auszuschöpfen und ihre Aktivitäten in den kommenden Tagen zu intensivieren. Geplant sind weitere Sammelaktionen unter anderem in Lankow, auf dem Dreesch sowie am Platz der Freiheit. Darüber hinaus können Interessierte Unterschriftenlisten über die Internetseite der Initiative herunterladen und ausgefüllt zurückgeben.
Die Engagierten wollen damit sicherstellen, dass mögliche ungültige Stimmen ausgeglichen werden können. Erfahrungsgemäß werden etwa doppelte Einträge oder unvollständige Angaben von der Stadt nicht anerkannt. Mit einer möglichst hohen Zahl an Unterstützern soll verhindert werden, dass die Hürde am Ende knapp verfehlt wird.



