Sa, 14. Februar 2026
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Bürgerinitiative übergibt 4.000 Unterschriften:
Entscheidung über Bürgerbegehren zum Lankower Stadtteilpark fällt Ende September

Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Stadtteilparks Lankow hat mehr als 4.000 Unterschriften an die Stadt übergeben. Bis 19. September wird weiter gesammelt – Entscheidung fällt Ende September.

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  • Veröffentlicht September 11, 2025
Stadtteilpark Lankow
Die Bürg­erini­tia­tive über­re­icht den stel­lvertre­tenden Stadt­präsi­den­ten Daniel Mes­lien die Unter­schriften.
Foto: Bürg­erini­tia­tive Lankow

Der Stre­it um die Zukun­ft des Stadt­teil­parks in Schw­erin-Lankow tritt nun in die entschei­dende Phase. Am Dien­stag hat die Bürg­erini­tia­tive zum Erhalt der Grün­fläche ihre gesam­melten Unter­schriften­lis­ten offiziell an die Stadt übergeben. Damit erre­icht das Bürg­er­begehren gegen den Verkauf und die geplante Bebau­ung des Are­als an der Kiel­er Straße eine neue Stufe.

Mehr als 4.000 Unterstützungsunterschriften

Nach Angaben der Ini­tia­tive wur­den ins­ge­samt 440 Lis­ten mit jew­eils bis zu zehn Unterze­ich­nen­den ein­gere­icht. Auf vie­len Lis­ten sind es weniger, sodass die endgültige Zahl erst nach der Prü­fung durch die Stadt fest­ste­ht. Schon jet­zt aber geht die Ini­tia­tive davon aus, dass mehr als 4.000 Unter­schriften gesam­melt wur­den und damit die for­male Hürde für ein Bürg­er­begehren erre­icht ist. „Wir wis­sen, dass einige Unter­schriften nicht gültig sein wer­den, deshalb wollen wir die kom­menden Tage noch nutzen, um weit­ere Unter­stützung zu gewin­nen“, erk­lärte Mitini­tia­torin Astrid Kindel bei der Über­gabe.

Die Frist für das Sam­meln war knapp bemessen: Nur sechs Wochen standen den Engagierten zur Ver­fü­gung, um die erforder­liche Zahl an Stim­men zusam­men­zubrin­gen. Hinzu kam, dass ein Teil der Zeit in die Ferien- und Urlaub­swochen fiel. „Das waren einige Steine, die wir erst aus dem Weg räu­men mussten“, so die Ini­tia­tive. Den­noch seien die Rück­mel­dun­gen in der Bevölkerung deut­lich pos­i­tiv aus­ge­fall­en.

Übergabe im Büro der Stadtvertretung

Die Unter­la­gen wur­den am Dien­stag im Büro der Stadtvertre­tung übergeben. Neben Astrid Kindel brachte auch Beghard M. Ahmed die gesam­melten Lis­ten. Begleit­et wur­den sie von weit­eren Aktiv­en, die in den ver­gan­genen Wochen in ver­schiede­nen Stadt­teilen unter­wegs waren, um Unter­stützer zu gewin­nen.

Ent­ge­gengenom­men wur­den die Doku­mente vom ersten stel­lvertre­tenden Stadt­präsi­den­ten Daniel Mes­lien. Stadt­präsi­dent Sebas­t­ian Ehlers kon­nte die Unter­la­gen nicht per­sön­lich in Emp­fang nehmen, da er beru­flich im Aus­land unter­wegs ist. Mes­lien dank­te für die ord­nungs­gemäße Über­gabe und kündigte eine sorgfältige Prü­fung durch die Ver­wal­tung an.

Die Ini­tia­tive betont, dass die Unter­schriften nicht nur aus dem Stadt­teil Lankow stam­men. „Wir haben Unter­stützung aus nahezu allen Stadt­teilen Schw­erins erhal­ten“, so die Organ­isatoren. Unter­schriften seien sowohl aus der Alt­stadt als auch aus War­nitz, vom Großen Dreesch oder aus Neu Zip­pen­dorf zusam­mengekom­men. Das The­ma habe viele Men­schen in der Stadt bewegt, unab­hängig davon, ob sie selb­st in Lankow wohnen oder nicht.

Bebauung des Spielplatzes geplant

Das Bürg­er­begehren richtet sich gegen den Beschluss der Stadtvertre­tung vom Juli 2025. Damals hat­ten die Mit­glieder mehrheitlich entsch­ieden, die rund 4.800 Quadrat­meter große Fläche an die Quar­ta GmbH & Co. KG zu verkaufen. Auf dem Gelände sollen ein Drogeriemarkt, Arzt­prax­en sowie Woh­nun­gen entste­hen.

Für den beste­hen­den Spielplatz sieht die Pla­nung drei kleinere Ersatzflächen im Stadt­teil vor. Die Ini­tia­tive kri­tisiert diese Lösung als unzure­ichend. Die neuen Flächen seien nicht nur klein­er, son­dern auch schlechter erre­ich­bar und böten gerin­gere Aufen­thalt­squal­ität. Aus Sicht der Bürg­erini­tia­tive werde damit ein wichtiger sozialer Tre­ff­punkt für Fam­i­lien und Kinder dauer­haft zer­stört.

Am 29. Sep­tem­ber 2025 wird die Stadtvertre­tung in ein­er reg­ulären Sitzung über das Bürg­er­begehren berat­en. Sollte sie die Forderung der Ini­tia­tive übernehmen, wäre die geplante Bebau­ung vom Tisch. Lehnt sie das Anliegen jedoch ab und hält am Verkaufs­beschluss fest, wäre der Weg für einen Bürg­er­entscheid frei.

Sollte es zum Bürg­er­begehren kom­men, wäre es das erste inhaltliche Bürg­er­begehren in der Geschichte Schw­erins. Die Kosten für eine solche Abstim­mung wer­den auf deut­lich über 100.000 Euro geschätzt.

Unterschriftenaktion bis Mitte September

Noch bis zum 19. Sep­tem­ber kön­nen weit­ere Unter­schriften­lis­ten bei der Stadt ein­gere­icht wer­den. Die Bürg­erini­tia­tive hat angekündigt, diese Frist auszuschöpfen und ihre Aktiv­itäten in den kom­menden Tagen zu inten­sivieren. Geplant sind weit­ere Sam­me­lak­tio­nen unter anderem in Lankow, auf dem Dreesch sowie am Platz der Frei­heit. Darüber hin­aus kön­nen Inter­essierte Unter­schriften­lis­ten über die Inter­net­seite der Ini­tia­tive herun­ter­laden und aus­ge­füllt zurück­geben.

Die Engagierten wollen damit sich­er­stellen, dass mögliche ungültige Stim­men aus­geglichen wer­den kön­nen. Erfahrungs­gemäß wer­den etwa dop­pelte Ein­träge oder unvoll­ständi­ge Angaben von der Stadt nicht anerkan­nt. Mit ein­er möglichst hohen Zahl an Unter­stützern soll ver­hin­dert wer­den, dass die Hürde am Ende knapp ver­fehlt wird.