Umgestaltung des Schlachtermarktes startet mit Anwohnerinformation

Erwartungsgemäß voll war der Raum E.070 im Schweriner Stadthaus am vergangenen Mittwochabend. Hauseigentümer, Objektverwalter, Mieter, Wohnungseigentümer, Gewerbetreibende, Mitglieder des Ortsbeirates sowie allgemein interessierte Bürgerinnen und Bürger – sie alle waren gekommen, denn die Verwaltung hatte, gemeinsam mit Planern und bauausführender Firma, öffentlichen Anwohnerinformation zum bevorstehenden Baustart am Schlachtermarkt geladen.

Schlachtermarkt Foto: Landeshauptstadt Schwerin Denise Malenke

 

Ziel war, in einer sachlichen Atmosphäre über den geplanten Baubeginn und die ersten wesentlichen Bauschritte zu informieren. Die meisten der anwesenden Gäste waren auch genau aus diesem Grund der Einladung gefolgt. Sie wollten nähere Informationen zu all dem bekommen, was ihnen in den kommenden Monaten bevorstehen wird. Das Podium – fachlich besetzt mit Planungsexperten, Verwaltungsmitarbeitern und einem Vertreter der bauausführenden Firma TUK – war dementsprechend auch von –Beginn an bemüht, die Veranstaltung so sachlich wie möglich und im Dialog mit den Gästen durchzuführen.

 

Viel Information und einige Emotionen

 

Allerdings wurde schnell deutlich, dass sich das Ziel einer rein sachlichen Information nicht vollends realisieren ließ. Neben nachvollziehbaren individuellen Sorgen und auch Ängsten, die einige der Gäste äußerten, kam es wiederholt auch zu emotionalen Diskussionen, minutenlangen Zwiegesprächen und einigen durchaus polemisch wirkenden Äußerungen einzelner Gäste. Diese aber blieben in den zwei Stunden eher Ausnahmen und wurden in der Regel auch durch andere Zuhörer durch den Aufruf zur Sachlichkeit schnell beendet. Einzig der Umstand, dass offenbar manch zugesagte Information rund um die finanziellen Fragen – die aufgrund der erforderlich werdenden Anwohnerbeiträge natürlich einige der Anwesenden brennend interessierte – blieben unbeantwortet oder konnten nur mit wagen Informationen befriedigt werden. Hier ist die Verwaltung durchaus gefordert, schnell nachzusteuern und die Anwohner grundlegend zu informieren.

Los geht’s am Großen Moor

 

Blick auf den Bauabschnitt Großes Moor Foto: LHS

 

Im Ergebnis gelang es aber zweifelsfrei, sehr detailliert darzustellen, dass und wie die insgesamt sehr umfangreichen Arbeiten in der kommenden Woche vom Großen Moor aus kommend in der Landesrabbiner-Holtheim-Straße beginnen werden. Im Anschluss wird sich das Team der ausführenden Firma TUK, die durch eine Vielzahl anderer Straßenbauprojekte in der Landeshauptstadt gut bekannt ist, in Richtung Schlachterstraße und Domstraße vorarbeiten. Auch diese beiden Straßen werden dann geöffnet und entsprechend tief ausgeschachtet. Hier sollen alle vorhandenen Leitungen erneuert, nicht mehr benötigte herausgenommen und einige neue – darunter eine Fernwärmeleitung – verlegt werden. Parallel mit dem Start der Arbeiten werden wesentliche Teile des gesamten Platzes ebenfalls eingezäunt, damit dort erste archäologische Erkundungsschachtungen erfolgen können, bevor dann in einem späteren Schritt auch der gesamte Platz aufgenommen, Leitungen ausgetauscht und ein neuer, attraktiver Platz hergestellt werden kann.

 

Platz und Straßen ab Montag gesperrt – Wochenmarkt verlagert

 

Dass während derart umfangreicher Arbeiten sowohl die Verkehrssituation als auch die gewohnte Nutzung des Platzes nicht mehr möglich sind, ist selbstverständlich. So wird ab kommender Woche die Zuwegung vom Großen Moor für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt. Sämtliche frei verfügbare Parkplätze werden aufgelöst. Ausweichlösungen – allerdings personalisiert – sind organisiert. Die ebenfalls unter den Gästen befindliche Geschäftsführerin der Stadtmarketing GmbH, Martina Müller, konnte zudem berichten, dass während der Weihnachtsmarktzeit der Wochenmarkt mittwochs und voraussichtlich auch freitags in die Bereiche Puschkinstraße/Schlossstraße verlegt würde. Der beliebte Weihnachtsmarktbereich, der sich sonst auf dem Schlachtermarkt befindet, darüber hatten wir bereits berichtet, findet 2018 und 2019 ausweichend auf dem Postinnenhof Mecklenburgstraße/Bischofstraße statt.

 

Baufirma sagt Kooperation zu

 

 

Der Vertreter der bauausführenden Firma appellierte an alle Anwohner, bei auftretenden Problemen auf seine Kollegen vor Ort zuzugehen. „Wir haben schon bei anderen Vorhaben bewiesen, dass wir wirklich fast alles möglich machen, um die unvermeidbaren Einschränkungen so erträglich wie möglich zu gestalten.“ Dazu gehört zum Beispiel, dass die Anwohner ihre Mülltonnen am Entsorgungstag bis morgens 5 Uhr (gern auch am Vorabend) vor ihre Haustür stellen müssen. Die Mitarbeiter von TUK holen sie ab und bringen sie zu Sammelstellen, an denen die Abholung erfolgt. Danach bringen sie die Tonnen zurück. „Unsere einzige Bitte: Kennzeichnen Sie Ihre Tonnen, damit wir dann wissen, wohin wir sie zurückbringen müssen.“ Auch erfolgte an die Eigentümer das Angebot, wenn sie noch etwas an ihren Objekten unterhalb der Straßen- und Wegoberfläche sanieren wollten, könne man diese Arbeiten abstimmen. „Wenn wir ohnehin die Flächen öffnen, können wir dies mit Ihren Arbeiten koordinieren. Die erspart Ihnen später, wenn alles fertig ist, viel Aufwand und hohe Kosten.“ An anderen Stellen, so flüsterte es im Publikum, haben die Mitarbeiter von TUK auch alles möglich gemacht, wenn Umzüge während der Bauphase erfolgten oder größere Lieferungen erfolgten. „Wichtig ist bei alledem, dass Sie uns frühzeitig informieren.“

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat erfolgreich ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Staatswissenschaften -Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein war er angestellt in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule tätig. Nebenberuflich arbeitet(e) er freiberuflich als Texter, Textkorrektor und Ghostwriter für Werbeagenturen, Unternehmen verschiedener Branchen, staatliche Institutionen, Parteien und Privatpersonen. Neben alledem gilt sein Interesse der großen vor allem aber lokalen Politik, den gewollten und ungewollten Pflanzen im Garten und dem Immobilienbereich. In Letzterem arbeitete er vor seinem Studium einige Zeit im Bereich der Projektentwicklung von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Diskutieren Sie gerne mit