Unbekannte solidarisieren sich mit russischem Journalisten

Einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands steht im Moment vor Gericht. Kollegen und Freunde solidarisieren sich und sprechen von einem "Schauprozess". Heute Nacht schwappte die Solidarität auch nach Schwerin über.

Quelle: NDR

Iwan Golunow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Russlands. Nun wird gegen ihn wegen wegen Drogenbesitzes ermittelt. Aktuell steht er unter Hausarrest. Kollegen und Freunde sprechen von einem Scheinverfahren, um den Journalisten mundtot zu machen. Die Vorwürfe gegen Golunow halten sie für absurd. 

Der 36-Jährige berichtete vor allem für das Internetportal „Medusa“ über Korruption in Russland. Zuletzt hatte er einen Bericht über das schnell wachsende Vermögen des Moskauer Vizebürgermeister veröffentlicht.

Wenig später nahmen Zivilfahnder Golunow fest und durchsuchten seine Wohnung. Dort wollen sie Geräte und Mittel zur Herstellung von Drogen gefunden haben. Während der ersten Tage in Untersuchungshaft soll er misshandelt worden sein. Sollte der Journalist verurteilt werden, dann drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

 

Drei russische Zeitungen solidarisieren sich öffentlich

 

Die Solidaritätswelle mit Iwan Golunow ist nicht nur in Russland groß. In der vergangenen Nacht haben sich Unbekannte auch in Schwerin mit dem russischen Journalisten solidarisiert. Auf der Hausmauer des Schweriner Schlosser projizierten sie die Botschaft „We Iwan Golunow“ (Wir sind Iwan Golunow). 

Ob die Aktion im Zusammenhang mit dem am Montag von drei in Russland erscheinenden Zeitungen verwendeten Aufmacher steht, ist nicht bekannt. Drei führende Zeitungen des Landes – „Kommersant“, „RBK“ und „Wedomosti“ wählten für ihre Titelseite eine ähnliche Botschaft wie heute Nacht auf dem Schweriner Schloss zu lesen war: „Ich bin …“ beziehungsweise „Wir sind Iwan Golunow“. 

Wer die Aktion heute Nacht durchgeführt hat, ist nicht bekannt. Augenzeugen berichteten laut NDR, dass für die Projektion an das Schloss ein Container verwendet wurde, der für die Schlossfestspiele auf dem Platz vor dem Schloss aufgestellt wurde.

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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