UNESCO Welterbe: Stillstand oder Image fördernd?

Wird Schwerin als UNESCO-Welterbe zum Museumsstück? Bild: Schwerin-Lokal
Wird Schwerin als UNESCO-Welterbe zum Museumsstück? Bild: Schwerin-Lokal

(am). Schwerin ist auf dem Weg zum Weltkulturerbe. Genauer gesagt geht es um das Schweriner Schlossensemble. Die Stadt erklärt: Die Bewerbung habe höchste Priorität. Denn spätestens seit der erfolgreichen Bundesgartenschau 2009 sei allen bewusst, in welchem Maße bundesweit und international ausstrahlende Veranstaltungen das Image und Ansehen unserer Stadt positiv prägten. Mit unserer Informationsoffensive wollen wir unserer Bewerbung für das Welterbe der UNESCO weiteren Auftrieb geben“, so Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.

Im Rahmen dieser Bewerbung gibt es jetzt eine ganze Reihe von Vorträgen und Veranstaltungen. Heute Abend etwa lädt der Stadtgeschichts- und -museumsverein Schwerin um 19 Uhr in das Schleswig-Holstein-Haus ein. Der Landschaftsarchitekt Professor Stefan Pulkenat wird dann über die Gründe zur Aufnahme Schwerins in das UNESCO-Weltkulturerbe referieren. Morgen geht es in der IHK weiter und am Freitag (1. November) um 19.00 Uhr präsentiert die Deutschen Welle (DW) im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais, Puschkinstr. 19, die Multimediashow „Wege zum Welterbe“ und TV-Produktionen zum Reiseland Deutschland.

Kritische Stimmen zum Thema UNESCO-Welterbe sind leise. Aber es gibt sie. Vor drei Jahren fragte zum Beispiel Ijoma Mangold in der Wochenzeitung DIE ZEIT, ob es wirklich sinnvoll sei, wenn die „Welt als Museum“ behandelt würde. Das ganze UNESCO-Programm sei nichts weniger als „kaminwarmes Kompensationsprogramm für die antitraditionellen Dynamiken der Globalisierung – mit den Mitteln der Globalbürokratie.“ Am Ende dokumentiere so etwas nur den Stillstand: „Das totale Unesco-Leben ist das stillgelegte Leben, das die Schönheit und Wahrheit einer Postkarte hat.“

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