Unternehmer fordern: Bei Energiewende endlich den Turbo einschalten

Der Unternehmerverband (UV) wirft der Politik unzureichende Minischritte in Richtung Energie- und Wärmewende vor. Diese Politik des Verschleppens kommt nun allen teuer zu stehen.

Der Ausbau der Windkraft in MV kommt nur sehr langsam voran | Foto: (c)  Hans Linde auf Pixabay

Wie schnell Rohstoffe zum politischen Spielball werden können, das  haben uns die letzten Monate mehr als deutlich gemacht. Der Unternehmerverband erwartet daher, dass in Sachen Energie- und Wärmewende der „Turbo geschaltet wird“.

Bürokratische Unwägbarkeiten als Hemmschuh

In Mecklenburg-Vorpommern kann der Verband allerdings wenig Engagement erkennen, diese Wende zu organisieren.

Nicht nur Nordex als einer der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern verlege seinen Standort ins Ausland, sondern auch die Plan- und Genehmigungsverfahren für Solar- und Windkraftanlagen strotzten nach wie vor von bürokratischen Unwägbarkeiten.

Ausbauziel für Windkraft längst nicht erreicht

Von dem Ausbauziel von 2,1 Prozent der Landesfläche für Windkraft sind in MV derzeit nur 0,8% ausgewiesen und von der im vergangenen Jahr gestarteten Kampagne von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus „Mehr Photovoltaik wagen!“ ist bisher kein einziger der 61 eingereichten Anträgen genehmigt worden, wie der NDR Mitte Juli berichtete.

Verwaltungsaufwand und Abstimmungsbedarf zwischen den zuständigen Behörden sind zu hoch, so die Begründung. Bundesweit müssten jedoch nach Zahlen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zur Einhaltung der deutschen Klimaziele zwischen 1.500 und 2.000 Windräder pro Jahr errichtet werden. In den vergangenen drei Jahren waren es jedoch weniger als 500. 2021 kamen beispielsweise 19 Windenergieanlagen in MV hinzu, nach Abzug 18 zurückgebauter Anlagen lag der Netto-Zubau nur noch bei 61 Megawatt. Für den Unternehmerverband (UV) sind das alles „Minischritte“, die nicht ausreichen, die Ziele zu erreichen.

Verschleppte Wende kommt nun teuer zu stehen

UV-Präsident Thomas Tweer findet daher deutliche Worte in Richtung Politik. „Die seit Jahren von der Politik verschleppte Energie- und Wärmewende kommt den Menschen und der Wirtschaft gerade in der aktuellen Situation teuer zu stehen.“, so sein Fazit.

Ausbau in den letzten Jahren vernachlässigt

Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei in den vergangenen Jahren massiv vernachlässigt worden. Bürokratische Abläufe seien ebenfalls verkompliziert worden. „Wie Verwaltung und Politik die Ausbauziele hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft schaffen wollen, bleibt ein Rätsel.“, so Tweer weiter.

Viel Potential für attraktive Arbeitsplätze

UV-Präsident Thomas Tweer erwartet von Politik, dass diese nun in Sachen Energiewende den Turbo einschaltet

Der Fachkräftemangel tue sein Übriges. Rund 250.000 Handwerker fehlen bundesweit, um Häuser energieeffizient zu sanieren, Ladesäulen und Solardächer zu installieren, und Windkraftanlagen aufzubauen und zu warten. Hier liegt, nach Ansicht von Thomas Tweer, auch viel Potenzial für
attraktive Arbeitsplätze in unserem Land. Dazu müsse deutlich mehr in Berufsorientierung, Weiterbildung und Umschulung investiert werden.

Herber Rückschlag für Energiewende

Weiter fordert der UV-Präsident dass endlich die Rahmenbedingungen für Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien verbessert und ausgebaut werden müssen. Das Nordex in Rostock sein Rotorblatt- Werk schließt, die MV Werften den Offshore-Bereich nicht für sich gewinnen konnten, sei nicht nur ein herber Verlust für zukunftsfähige Arbeitsplätze der Unternehmen und deren Zulieferer, sondern auch ein herber Rückschlag für die Energiewende.

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