Comenius-Schule in Lankow wird kein dauerhaftes Flüchtlingsheim

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(stm). Die Stadtspitze informierte heute die Stadtvertreter und die Presse über die Errichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Comenius-Schule im Stadtteil Lankow. Rechte Gruppen machen nun gegen die Flüchtlinge mobil. Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow stellt klar, dass es sich in Lankow um keine Dauerlösung handelt.

 

»Die Landeshauptstadt Schwerin stellt angesichts der aktuellen Situation von Flüchtlingen auf Bitte des Landes Notunterkünfte zur schnellen Unterbringung zur Verfügung. Diese ca. 150 Plätze werden gegenwärtig in der ehemaligen Comenius Schule in der Ratzeburger Straße (Lamkow) eingerichtet.«, heißt es in der Pressemeldung der Stadt.

 

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Das DRK ist darauf vorbereitet, mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern die Betreuung und Verpflegung vor Ort sicherzustellen. Auch bei der medizinischen Erstversorgung unterstützen das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Schwerin und der Rettungsdienst der Berufsfeuerwehr.

 

»Damit gibt es in Schwerin auch ein Angebot, das im Bedarfsfall schnelle Hilfe möglich macht«, so der zuständige Dezernent Andreas Ruhl.

 

Oberbürgermeisterin Gramkow: »Eine dauerhafte Aufnahmestelle wird das nicht werden.«

 

Gegenüber Schwerin-Lokal, gibt die Oberbürgermeisterin noch weitere Informationen. In der Notunterkunft würden Flüchtlinge unterkommen, die sich entweder auf der Durchreise oder aufgrund anderer Notfälle in der Stadt befänden. Würde man hier nicht handeln, müssten die Menschen im Freien übernachten. Bei den Flüchtlinge, die in Lankow eine Bleibe finden, würden sich nach Angaben der Oberbürgermeisterin nur kurzzeitig in Schwerin aufhalten und weiter nach Schweden, Hamburg oder Rostock wollen. Für diese Menschen, sei die Unterkunft gedacht. Eine dauerhafte Aufnahmestelle wird die Comenius-Schule nicht werden.

 

Angelika Gramkow teilte weiter mit, dass die Vorbereitungenauf Hochtouren laufen würden. Das Rote Kreuz und viele Freiwillige seien personell sehr gut aufgestellt, um die Notunterkunft zu betreuen.

 

Derzeit sei keine zivile Unterstützung notwendig und es gäbe auch keinen akuten Bedarf an Unterstützung seitens der Schwerinerinnen und Schweriner, da es noch keine genauen Angaben darüber gäbe, wann sich jemand bei der Notunterkunft melde.

 

Was ist eine Notunterkunft?

 

Eine Notunterkunft ermöglicht eine behelfsmäßige Unterbringung für eine unbestimmte, variierende Zahl von Betroffenen. Dort wird nur eine einfache Versorgung unter sehr spartanischen Verhältnissen gewährleistet. In Lankow wird es sich dabei um ein einfaches Bett und einen Raum zur Nahrungsaufnahme handeln. Zumeist werden die Betroffenen innerhalb von 24 Stunden weiterziehen oder sich an eine Erstaufnahmeeinrichtung wenden. In Schwerin wäre das zum Beispiel die Erstaufnahme Stern Buchholz.

 

Rechte Kreise kündigen Spontandemonstration an

 

In den sozialen Netzwerken häufen sich nun Meldungen, wonach rechtsextreme Kräfte eine »spontane« Demonstration in Lankow gegen die »Erste Hilfe« seitens der Stadt geben organisieren möchten. Veranstalter soll ein Bündnis »Schwerin wehrt sich« sein, das auch schon für den 19.September eine Demonstration in Schwerin angekündigt hat. Flüchtlingshelfer und verschiedene Aktionsgruppen rufen dazu auf, sich nicht an dieser durch Aktion zu beteiligen. Nach ersten Aussagen wollen sich die Rechtsextremen vor dem Edeka in Lankow treffen.

 

Telefonischen Informationen seitens des Polizeipräsidiums zufolge, ist man dort auf die Demonstration vorbereitet und über die aktuellen Aufrufe informiert. »Es wird nach Grundlage des Versammlungsrechtes gehandelt, sagt ein Polizeisprecher.

 

Inzwischen haben auch Gegendemonstranten dazu aufgerufen, gegen die geplante Demonstration Flagge zu zeigen. Um 19:00 Uhr wollen sie sich vor dem Skaterpark Lankow treffen.

 

 

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