Soziale Entbehrung:
Jede vierte Familie in MV kann sich keinen Urlaub leisten
Jede vierte Familie in MV kann sich keinen einwöchigen Urlaub leisten – trotz Rückgang bleibt der Nordosten über dem Bundesdurchschnitt.

Ein erheblicher Teil der Familien in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht in der Lage, sich einen einwöchigen Urlaub zu leisten. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2024. Demnach gaben 24 Prozent der Befragten aus dem Nordosten an, sich keine Urlaubsreise von mindestens sieben Tagen außerhalb des eigenen Zuhauses leisten zu können.
Im Vergleich zum Vorjahr, in dem noch 30,2 Prozent betroffen waren, ist das zwar ein Rückgang – dennoch liegt Mecklenburg-Vorpommern weiterhin über dem Bundesdurchschnitt von 21 Prozent. Besonders hoch war der Anteil der Betroffenen 2024 erneut in Bremen mit 34,2 Prozent. Bayern wies mit 14,2 Prozent den niedrigsten Wert auf. Auch das Saarland, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen lagen über dem Bundesdurchschnitt.
Besonders stark betroffen sind bundesweit Alleinerziehende und ihre Kinder: In Rheinland-Pfalz beispielsweise gaben 55,7 Prozent dieser Haushalte an, sich keine Urlaubsreise leisten zu können. Auch Alleinlebende sind überdurchschnittlich oft betroffen – in Niedersachsen waren es 36,4 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 29,9 Prozent. Aufgrund kleiner Stichproben ist die Aussagekraft regionaler Ergebnisse bei kleinen Gruppen jedoch eingeschränkt.
Haushalte mit mehreren Erwachsenen – mit oder ohne Kinder – sind laut Statistik in der Regel deutlich seltener betroffen.
Die Frage nach einem einwöchigen Urlaub gilt europaweit als Indikator für materielle und soziale Entbehrung. Auch Aufenthalte bei Verwandten oder in eigenen Ferienunterkünften gelten dabei als Urlaub. Im europäischen Vergleich steht Deutschland insgesamt besser da: In Rumänien können sich 59 Prozent der Befragten keine siebentägige Reise leisten, in Griechenland 46 Prozent und in Bulgarien 41 Prozent.



