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Soziale Entbehrung:
Jede vierte Familie in MV kann sich keinen Urlaub leisten

Jede vierte Familie in MV kann sich keinen einwöchigen Urlaub leisten – trotz Rückgang bleibt der Nordosten über dem Bundesdurchschnitt.

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  • Veröffentlicht Juli 28, 2025
Urlaubsarmut in MV bleibt trotz Rückgang hoch. Foto: Symbolbild
Urlaub­sar­mut in MV bleibt trotz Rück­gang hoch. Foto: Sym­bol­bild

 

Ein erhe­blich­er Teil der Fam­i­lien in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist nicht in der Lage, sich einen ein­wöchi­gen Urlaub zu leis­ten. Das zeigen aktuelle Zahlen des Sta­tis­tis­chen Bun­de­samtes aus dem Jahr 2024. Dem­nach gaben 24 Prozent der Befragten aus dem Nor­dosten an, sich keine Urlaub­sreise von min­destens sieben Tagen außer­halb des eige­nen Zuhaus­es leis­ten zu kön­nen.

Im Ver­gle­ich zum Vor­jahr, in dem noch 30,2 Prozent betrof­fen waren, ist das zwar ein Rück­gang – den­noch liegt Meck­len­burg-Vor­pom­mern weit­er­hin über dem Bun­des­durch­schnitt von 21 Prozent. Beson­ders hoch war der Anteil der Betrof­fe­nen 2024 erneut in Bre­men mit 34,2 Prozent. Bay­ern wies mit 14,2 Prozent den niedrig­sten Wert auf. Auch das Saar­land, Nieder­sach­sen, Rhein­land-Pfalz und Thürin­gen lagen über dem Bun­des­durch­schnitt.

Beson­ders stark betrof­fen sind bun­desweit Allein­erziehende und ihre Kinder: In Rhein­land-Pfalz beispiel­sweise gaben 55,7 Prozent dieser Haushalte an, sich keine Urlaub­sreise leis­ten zu kön­nen. Auch Allein­lebende sind über­durch­schnit­tlich oft betrof­fen – in Nieder­sach­sen waren es 36,4 Prozent, in Meck­len­burg-Vor­pom­mern 29,9 Prozent. Auf­grund klein­er Stich­proben ist die Aus­sagekraft regionaler Ergeb­nisse bei kleinen Grup­pen jedoch eingeschränkt.

Haushalte mit mehreren Erwach­se­nen – mit oder ohne Kinder – sind laut Sta­tis­tik in der Regel deut­lich sel­tener betrof­fen.

Die Frage nach einem ein­wöchi­gen Urlaub gilt europaweit als Indika­tor für materielle und soziale Ent­behrung. Auch Aufen­thalte bei Ver­wandten oder in eige­nen Ferienun­terkün­ften gel­ten dabei als Urlaub. Im europäis­chen Ver­gle­ich ste­ht Deutsch­land ins­ge­samt bess­er da: In Rumänien kön­nen sich 59 Prozent der Befragten keine sieben­tägige Reise leis­ten, in Griechen­land 46 Prozent und in Bul­gar­ien 41 Prozent.