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USA verhängen Sanktionen gegen Verantwortlichen für weltweit bedrohliche Cyberangriffe

  Das US-Außen­min­is­teri­um kündigte eine Beloh­nung von 10 Mil­lio­nen Dol­lar für Infor­ma­tio­nen über Brigade­gen­er­al Amir Yaryab an, einen Kom­man­deur der Rev­o­lu­tion­s­gar­den, der spezielle Cyberan­griff­sein­heit­en leit­et, die in den let­zten Jahren

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  • Veröffentlicht September 19, 2026
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Das US-Außen­min­is­teri­um kündigte eine Beloh­nung von 10 Mil­lio­nen Dol­lar für Infor­ma­tio­nen über Brigade­gen­er­al Amir Yaryab an, einen Kom­man­deur der Rev­o­lu­tion­s­gar­den, der spezielle Cyberan­griff­sein­heit­en leit­et, die in den let­zten Jahren kri­tis­che Indus­triesys­teme ins Visi­er genom­men haben. Diese Nachricht verdeut­lichte das Aus­maß der von Teheran aus­ge­hen­den Bedro­hun­gen für west­liche Län­der, die sich durch die asym­metrische Kriegs­führung zunehmend ausweit­en. Auch wenn Europa und die USA außer­halb der Reich­weite von Irans grundle­gen­den kon­ven­tionellen Waf­fen liegen, wurde diese Entschei­dung gegen den besagten Kom­man­deur getrof­fen, um die iranis­chen Rev­o­lu­tion­s­gar­den daran zu hin­dern, alter­na­tive Meth­o­d­en für Cyberan­griffe gegen diese Län­der zu entwick­eln.

Die Rev­o­lu­tion­s­gar­den sind bekan­nt für ihre Bedro­hun­gen und Hand­lun­gen im Bere­ich Cyberan­griffe gegen ver­schiedene Län­der weltweit.

Amerikanis­che und west­liche Geheim­di­en­ste beschrieben Yaryab kür­zlich als einen gefährlichen Anführer, der über tra­di­tionelle Spi­onageak­tiv­itäten hin­aus­ge­ht und ver­heerende Cyberan­griffe orchestri­ert.

Ein in der ersten Sep­tem­ber­woche vom US-amerikanis­chen Fernsehsender NBC News veröf­fentlichter Bericht bestätigte, dass iranis­che Hack­er in den let­zten Wochen die Wasser‑, Kommunikations‑, Energie- und andere kri­tis­che Infra­struk­tursys­teme der USA ins Visi­er genom­men haben. Der Bericht hob her­vor, dass die ver­sucht­en Cyberan­griffe auf mit dem Inter­net ver­bun­dene automa­tisierte Sys­teme abziel­ten.

 

Cyberangriffe auf globaler Ebene

In ein­er Bew­er­tung der glob­alen Cyberbedro­hun­gen durch den Iran, die vom Zen­trum für Strate­gis­che und Inter­na­tionale Stu­di­en (CSIS) erstellt wurde, heißt es: „Der Iran ist dafür bekan­nt, Cyberan­griffe auf regionaler und glob­aler Ebene durchzuführen, um seine poli­tis­chen Ziele zu erre­ichen; diese Ziele kön­nen Cybers­pi­onage, zer­störerische Angriffe oder Ein­flus­sop­er­a­tio­nen sein.”

Das Zen­trum weist darauf hin, dass die iranis­chen Cyberbedro­hung­sop­er­a­tio­nen sehr umfan­gre­ich sind, und nen­nt als eines der bemerkenswertesten Ereignisse dieses Jahres den „Angriff auf den Hauptliefer­an­ten für medi­zinis­che Geräte des britis­chen Nation­al Health Ser­vice (NHS) und das US-amerikanis­che Medi­z­in­tech­nikun­ternehmen Stryk­er”. Bei diesen Angrif­f­en wur­den Dat­en aus den Sys­te­men gelöscht und medi­zinis­che Liefer­ket­ten unter­brochen.

In einem weit­eren im August von Reuters veröf­fentlicht­en Bericht wurde eine Erk­lärung Großbri­tan­niens zitiert, wonach „mit dem Iran in Verbindung ste­hende Hack­er einen Aus­fall in einem kleinen Kraftwerk verur­sacht haben”. Im sel­ben Bericht gaben US-Beamte an, dass Teheran auch hin­ter den Cyberan­grif­f­en auf Wasser­auf­bere­itungsan­la­gen im US-Bun­desstaat Min­neso­ta ste­he.

Dem CSIS-Bericht zufolge betra­chtet der Iran Cyberka­paz­itäten als wichtiges „Sab­o­tagemit­tel” im Rah­men sein­er hybri­den Kriegskam­pagne, die Cyber­op­er­a­tio­nen, Infor­ma­tion­s­ma­n­ip­u­la­tion, physis­che Angriffe und wirtschaftliche Bedro­hun­gen umfasst. Um diese Ziele zu erre­ichen, nutzt Teheran ein kom­plex­es Net­zw­erk aus staatlich unter­stützten Akteuren, Stel­lvertreterkräften, kom­merziellen Kapaz­itäten und pri­vatwirtschaftlichen Unternehmen und hat in den let­zten 15 Jahren durch die Mobil­isierung dieser Ele­mente unter­schiedliche Ergeb­nisse erzielt.

Der Bericht betont zudem, dass der Iran als fortschrit­tlich­er Spi­onageak­teur kri­tis­che US-Infra­struk­turen gehackt, Spi­onageak­tiv­itäten im Zusam­men­hang mit Wahl­prozessen durchge­führt und Liefer­ket­ten infil­tri­ert hat. Unter Bezug­nahme auf frühere Sab­o­tageak­te des Irans wird daran erin­nert, dass 2012 kri­tis­che Infra­struk­turen des saud­is­chen Ölun­ternehmens Aram­co und 2022 der alban­is­chen Regierung lah­mgelegt wur­den.

Experten war­nen, dass der Iran sein aus­gedehntes Net­zw­erk von Stel­lvertretern (Prox­ies), zu dem auch Cyber­ak­tivis­ten und Cyberkrim­inelle gehören, für Ein­flus­sop­er­a­tio­nen nutzt. Der Hauptzweck dieser Meth­ode beste­he darin, Stärke zu demon­stri­eren und gle­ichzeit­ig die Möglichkeit der glaub­haften Abstre­it­barkeit zu schaf­fen.

Prog­nosen für das Jahr 2025 zufolge ver­lagern iranis­che Cyber­ak­teure ihren Fokus von elek­tro­n­is­ch­er Spi­onage hin zu hybri­den Oper­a­tio­nen, die Daten­lecks und Sys­temver­let­zun­gen kom­binieren. Im laufend­en Jahr habe der Iran offen Cyber­ak­tivis­ten-Grup­pen aufgerufen, um seine glob­ale Reich­weite zu demon­stri­eren und seine Kapaz­itäten größer erscheinen zu lassen, als sie tat­säch­lich sind.

West­liche Cyber­sicher­heit­sex­perten war­nen, dass das Risiko von Cyberkrieg und Spi­onage aus dem Iran zunehme. Ähn­lich wie der Angriff auf US-Wasser­sys­teme im ver­gan­genen Juli wird ver­mutet, dass der Iran auch hin­ter dem viertägi­gen Aus­fall eines britis­chen Kraftwerks auf­grund eines Cyberan­griffs steckt.

Das FBI leit­ete im August eine Unter­suchung ein­er Welle von Cyberan­grif­f­en auf kom­mu­nale Wasserver­sorgungsnet­ze in min­destens sieben Bun­desstaat­en ein. Laut NBC News steck­en höchst­wahrschein­lich iranis­che Hack­er hin­ter diesen Angrif­f­en, auch wenn sie nicht zu Wasserver­schmutzung oder größeren Aus­fällen führten. Allein im Bun­desstaat Min­neso­ta wur­den mehr als 30 kom­mu­nale Wasser­an­la­gen ins Visi­er genom­men.

Im Vor­feld dieser Angriffe hat­ten die US-Behörde für Cyber­sicher­heit und Infra­struk­tur­sicher­heit (CISA) und andere Bun­des­beamte davor gewarnt, dass mit dem Iran ver­bun­dene Grup­pen ver­suchen wür­den, inter­net­fähige automa­tisierte Geräte zur Ver­wal­tung von Infra­struk­tursys­te­men zu infil­tri­eren. Die CISA bestätigte, dass Hack­er im Juli inter­net­basierte automa­tisierte Sys­teme (die in der Regel direkt mit Mobil­funkmodems ver­bun­den sind) von mehr als 100 Ein­rich­tun­gen aus dem Bere­ich Wass­er- und Abwasser­di­en­stleis­tun­gen ins Visi­er genom­men haben.

Im Hin­blick auf die Bemühun­gen, weltweit Panik zu schüren, weist das CSIS darauf hin, dass „Angriffe durch mit dem Iran ver­bun­dene Cyber­ak­tivis­ten große medi­ale Aufmerk­samkeit erre­gen, diese Berichte jedoch oft über­trieben und unge­nau sein kön­nen, wie bei der Abschal­tung des US-Unternehmens Stryk­er oder der Beteili­gung von mehr als 60 Cyber­ak­teuren an diesem Kon­flikt”.

Die Ein­rich­tung stellt fest, dass Medienor­gan­i­sa­tio­nen diese Angriffe in vie­len Fällen übertreiben und sen­sa­tion­slüstern darstellen. Ein solch­er Ansatz überze­ichne die tat­säch­lichen Auswirkun­gen der Angriffe, ver­mis­che die Art des Angriffs mit dem Grad der tech­nis­chen Kapaz­ität und übertreibe die Verbindun­gen zwis­chen ver­schiede­nen poli­tisch motivierten Hack­er­grup­pen.

Niki­ta Shah, Senior Fel­low für Geheim­di­en­ste, nationale Sicher­heit und Tech­nolo­gie am CSIS in Wash­ing­ton, bew­ertet diese Schritte des Irans wie fol­gt:

„Für den Iran bieten Cyber­fähigkeit­en ein entschei­den­des Instru­ment, um im Rah­men der Bemühun­gen um das eigene Über­leben Stärke zu demon­stri­eren und den in diesen Kon­flikt involvierten Län­dern Kosten aufzuer­legen.”

 

Shah führt ihre Bewertung weiter aus:

„Ins­beson­dere wenn es dem Iran in naher Zukun­ft gelingt, Teile sein­er Infra­struk­tur und Kom­mu­nika­tion­snet­ze zu repari­eren, ist das wahrschein­lich­ste Szenario eine Eskala­tion der iranis­chen Cyber­op­er­a­tio­nen, die sowohl oppor­tunis­tis­che als auch strate­gis­che Ziele umfassen.”

Experten weisen auf einige Sig­nale hin, die auf eine mögliche Eskala­tion der iranis­chen Cyber­op­er­a­tio­nen hin­deuten kön­nten: die Störung der Aktiv­itäten von Unternehmen, die mit den USA, Israel oder anderen ver­bün­de­ten Län­dern ver­bun­den sind, die Zunahme von poli­tisch motivierten Hack­eran­grif­f­en wie Daten­lecks (ins­beson­dere gegen US-Ziele) und Web­site-Deface­ments, die Angriffe auf den Energie- und Touris­mussek­tor, der zunehmende Ein­satz von kün­stlich­er Intel­li­genz durch iranis­che Akteure und die deut­lich­er wer­dende Cyber-Zusam­me­nar­beit zwis­chen dem Iran und eini­gen anderen Staat­en.