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Pächter Martin Neuhaus schlägt Alarm:
Vandalismus und ausbleibende Sanierungen setzen Säulengebäude auf dem Markt zu

Der Pächter des Säulengebäudes Martin Neuhaus kämpft mit wachsenden Problemen am Gebäude. Nächtliche Feiern und Sachbeschädigungen hinterlassen Spuren. Auch zugesagte Sanierungsarbeiten stehen seit einem Jahr aus.

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  • Veröffentlicht Juli 9, 2024
Das Säulengebäude in Schwerin wird durch Vandalismus immer mehr beschädigt. Foto: LHS

Viele Schwerinerinnen und Schweriner freuen sich darüber, dass auf dem Marktplatz Dienstag für Dienstag in den Sommertagen Leben eingekehrt ist. Den beiden Initiatoren Martin Neuhaus und Karsten Stotko ist mit dem „Musikklub“ die Umsetzung eines großartigen Projektes gelungen.

Trotzdem ist nicht alles Gold was glänzt, auch wenn der Ärger nichts mit dem Musikklub zu tun hat: Das Säulengebäude wird zunehmend ein Ort für nächtliche Feiern und immer wieder finden auch Sachbeschädigungen am Gebäude statt. Für den Pächter Martin Neuhaus eine ärgerliche und unhaltbare Situation. Deshalb hat sich Neuhaus nun mit einem Schreiben, dass der Redaktion vorliegt, an Ordnungsdezernent Silvio Horn gewandt.

Im Blumenkübel sogar Spritzen gefunden

„Trotz meiner Bemühungen finden zunehmend Sachbeschädigungen und nächtliche Feiern am Säulengebäude statt“, schreibt Martin Neuhaus besorgt. Das Säulengebäude, die Treppen und das Mobiliar des Wirtes werden bei solchen Feiern immer mehr beschmiert und beschädigt, schreibt Neuhaus weiter.

Neuhaus habe auf eigene Kosten zusätzlich Mülleimer aufgestellt und jeden Morgen beschäftige er einen Mitarbeiter eine Stunde mit der Reinigung der Säulenhalle und der Sonderflächen. Es scheint aber ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. „In den Blumenkübeln wurden sogar Spritzen gefunden“, fährt Neuhaus fort, „die tägliche Reinigung ist nur schwer zu bewältigen.“

Höhepunkt war ein Einbruch Mitte Juni sowie rücksichtslose Partys am vergangenen Wochenende, die den Einsatz der Polizei erforderten und Anzeigen nach sich zogen. Die dokumentierten Graffitis sind dabei nur ein Teil der entstandenen Schäden.

Zugesagte Sanierungen endlich angehen

Aber auch die Stadt als Eigentümer sieht Neuhaus in der Pflicht. „Bereits für Mai 2023 zugesagte Sanierungs- und Reparaturarbeiten an der Außenhülle stehen noch aus“, erinnert Neuhaus. Insbesondere am Fuß der Säulen, Putz und Westgiebel seien Sanierungsarbeiten dringend nötig. „Hier liegt das Mauerwerk offen, Tauben picken Kalk und Nässe dringt ein, in der Außenwirkung verschlechtert sich der Zustand des Objektes so zusehends, was zu weiterer Beschädigung einlädt“, gibt Neuhaus in seinem Schreiben zu bedenken. Neuhaus verweist in diesem Zusammenhang auf die sogenannte „Broken-Windows-Theorie“.

Der Broken-Windows-Effekt (auch: Broken-Windows-Theorie) ist ein psychologisches Phänomen in Innenstädten, wonach sich Chaos und Kriminalität selbst verstärken. Schon ein zerbrochenes Fenster kann ausreichen, damit ein ganzer Stadtteil verfällt – daher der Name „Broken Windows“. So reichen womöglich schon eine kaputte Fensterscheibe und Müll auf den Straßen, um ein ganzes Stadtviertel runterzuziehen.

Stadt muss sich des Problems annehmen

„Ich habe viel Zeit und Geld in die Instandsetzung des Gebäudeinneren investiert. Viele Schwerinerinnen und Schweriner, meine Mitarbeiter und ich arbeiten mit viel Aufwand und Liebe an der Belebung bei gleichzeitiger Sauberkeit dieses schönen zentralen Ortes. An den Dienstagen reinigen wir bis 23.00 sogar den gesamten Markt“, schreibt Neuhaus weiter.

Angesichts der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Weltkulturerbe und zum Tag der Deutschen Einheit appelliert Neuhaus dringlich an die Stadt, sich der problematischen Situation anzunehmen.

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Stefan Rochow

ist Journalist, Unternehmer und Gründer von SNO | Schwerin-Lokal. Mail: redaktion@sn-o.de

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