Verhindert das Land ein Maritimes Zentrum am Ziegelsee?

Am Ziegelsee soll nach dem Willen der Schweriner Stadtvertretung ein Maritimes Zentrum mit Wassertankstellen entstehen. Das Land müsste dazu ein Grundstück an die Landeshauptstadt verkaufen. Die Antwort von Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) auf das Ansinnen zeugt von einem offensichtlichen Misstrauen gegenüber der Stadtverwaltung.

Das Grundstück an der Güstrower Straße soll nur unter Bedingungen an die Stadt verkauft werden Foto: Dario Rochow | Schwerin-Lokal.de

Nachdem das Roboterunternehmen Goeke im September letzten Jahres seine Pläne der Ansiedlung auf einem Grundstück an der Güstrower Straße aufgekündigt hatte, gingen viele davon aus, dass nun der Weg für die Ansiedlung eines Maritimen Zentrums frei ist. Die einzige Hürde bestand alleine darin, dass das Land das betreffende Grundstück an die Landeshauptstadt veräußert. Die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) teilte dem Finanzminister am 22. November letzten Jahres mit, dass man an dem Kauf dieser Landesliegenschaft interessiert sei. Am vergangenen Mittwoch nun die Antwort von Finanzminister Mathias Brodkorb, die aufhorchen lässt. Zwar sei das Land bereit die Liegenschaft an Schwerin zu veräußern. Allerdings dürfe die Landeshauptstadt im Gegenzug das Gelände dann nur im Rahmen eines Erbbaurechtes mit Zustimmung des Landes weitergeben. Diese Bedingung kommt nun völlig überraschend.

 

Vorgehen des Landes nicht nachzuvollziehen

 

Stadtfraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers

Für CDU-Fraktionschef Sebastian Ehlers erschwert die Bedingung, die das Land an die Stadt stellt, nun die Errichtung eines Maritimen Zentrums mit Wassertankstellen. „Auf so ein Geschäft wird sich kaum ein privater Investor einlassen.“, befürchtet Ehlers. Und Ehlers weiter: „Der Finanzminister scheint dem Oberbürgermeister nicht zu vertrauen, sonst würde er es der Stadt überlassen, in welcher Form das Gelände entwickelt wird.“

Für den CDU-Politiker, der auch als Abgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sitzt, ist das Vorgehen des Finanzministeriums nicht nachvollziehbar. „Das ist umso erstaunlicher wenn man bedenkt, dass die Fläche vor einem Jahr seitens des Finanzministeriums noch direkt an einen Lübecker Unternehmer verkauft werden sollte. Jetzt gibt es Pläne von lokalen Unternehmern und der Verkauf soll nicht mehr möglich sein. Dafür habe ich kein Verständnis“, so Ehlers weiter. 

Tatsächlich bleibt abzuwarten, ob sich die Interessenten die so ein Zentrum am Ziegelsee errichten möchten, auf einen Pachtvertrag einlassen. Vermutlich eher nicht, da sie bisher immer davon ausgegangen sind, der Stadt das Grundstück abkaufen zu können. Das Land muss sich nun vorwerfen lassen, bei diesem Grundstück mit zweierlei Maß zu messen. 

 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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