Sa, 17. Januar 2026
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Rasen, Drängeln, Crashs – jetzt greift die Stadt durch:
Neue Tempolimits an zwei Schweriner Brennpunkten

Tempo runter, Schilder rauf: Nach schweren Unfällen greift die Stadt an Paulsdamm und Ostorfer Ufer durch. Neue Limits sollen Leben schützen – und den Druck auf gefährliche Stellen senken.

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  • Veröffentlicht Dezember 10, 2025
Verkehrssicherheit Schwerin
Für das Ostor­fer Ufer wurde im Ein­mün­dungs­bere­ich zur Aus­fahrt Demm­ler­straße die Geschwindigkeit in Rich­tung Obotriten­ring auf 30 km/h reduziert. Foto: LHS/Mareike Dies­tel

Nach mehreren schw­eren Verkehrsun­fällen zieht die Lan­deshaupt­stadt nun Kon­se­quen­zen: Die Verkehrsun­fal­lkom­mis­sion hat zwei beson­ders gefährliche Stellen im Stadt­ge­bi­et als Unfall­häu­fungsstellen eingestuft und kurzfristige Maß­nah­men beschlossen. Noch in dieser Woche wer­den die Geschwindigkeit­en auf dem Pauls­damm sowie am Ostor­fer Ufer deut­lich reduziert. Zusät­zlich sollen neue Markierun­gen auf dem Marien­platz für mehr Rück­sicht­nahme sor­gen.

Geschwindigkeit wird reduziert

Betrof­fen ist unter anderem die enge Kurve auf der B 104 am Pauls­damm, rund 800 Meter hin­ter dem Ort­saus­gang in Rich­tung Güstrow. Hier wird die bis­lang zuläs­sige Höch­st­geschwindigkeit von 70 auf 50 Kilo­me­ter pro Stunde abge­senkt. Hin­ter­grund sind sechs schwere Unfälle mit Per­so­n­en­schaden allein in den ver­gan­genen drei Jahren, ein Verkehrsteil­nehmer kam dabei ums Leben. Beson­ders bei schlechter Wit­terung unter­schätzen viele Aut­o­fahrer die Gefährlichkeit der Kurve.

Auch am Ostor­fer Ufer wird reagiert: Im Bere­ich der Ein­mün­dung zur Demm­ler­straße gilt kün­ftig Tem­po 30 in Rich­tung Obotriten­ring. Allein im Jahr 2024 kam es dort zu acht Unfällen, vor allem beim Ein­biegen und Kreuzen der Fahrbahn. Die Sichtver­hält­nisse sind durch Bebau­ung und Kur­ven­lage stark eingeschränkt, ein Verkehrsspiegel brachte bis­lang keine spür­bare Ent­las­tung. Da bauliche Verän­derun­gen nur mit erhe­blichem Aufwand möglich wären, entsch­ied sich die Kom­mis­sion für die Geschwindigkeit­sre­duzierung. An bei­den Stellen wird zudem mit Zusatzschildern aus­drück­lich auf den jew­eili­gen „Unfallschw­er­punkt“ hingewiesen.

Verkehrs­dez­er­nent Bernd Not­te­baum kündigte außer­dem weit­ere Unter­suchun­gen für zwei große Kreuzungs­bere­iche an: die Lud­wigslus­ter Chaussee am Ostor­fer Ufer sowie die Kreuzung Wit­ten­burg­er Straße/W.-Seelenbinder-Straße. Ziel ist es, die Verkehrs­führung dort signal­tech­nisch und baulich zu opti­mieren.

Maßnahmen am Marienplatz

Neben den Maß­nah­men für den Autoverkehr rückt auch der inner­städtis­che Fuß- und Rad­verkehr stärk­er in den Fokus. Auf dem Marien­platz, der als Fußgänger­zone aus­gewiesen ist, aber gle­ichzeit­ig von Straßen­bah­nen, Bussen, Tax­en und Rad­fahrern genutzt wird, gilt Schrittgeschwindigkeit. Weil sich nicht alle Verkehrsteil­nehmer daran hal­ten, wur­den bere­its im Okto­ber fünf neue Boden­pik­togramme im Gleis­bere­ich aufge­bracht. Sie sollen ins­beson­dere Rad­fahrer für ein vor­sichtiges Miteinan­der sen­si­bil­isieren.

„Die aus­gew­erteten Unfälle waren sehr unter­schiedlich, nicht immer war zu hohes Tem­po die Ursache, aber häu­fig man­gel­nde Rück­sicht“, erk­lärt Not­te­baum. Mit den neuen Markierun­gen erhoffe man sich, Span­nun­gen zwis­chen Fußgängern und Rad­fahrern abzubauen und das Unfall­risiko deut­lich zu senken.

Die Verkehrsun­fal­lkom­mis­sion der Lan­deshaupt­stadt set­zt sich aus Vertretern des städtis­chen Verkehrs­man­age­ments, des Ord­nungs­di­en­stes, der Polizei, des Straßen­bauamtes und der Dekra zusam­men. Ziel bleibt es, Gefahren­stellen frühzeit­ig zu erken­nen – und mit geziel­ten Maß­nah­men für mehr Sicher­heit auf Schw­erins Straßen zu sor­gen.