Petition für mehr Sauberkeit:
Umweltgruppe Weststadt fordert Maßnahmen gegen Vermüllung in Schwerin
Die Umweltgruppe Weststadt fordert mit einer Petition mehr Maßnahmen gegen Müll in Schwerin. Mehr Mülleimer, strengere Kontrollen und eine Verpackungssteuer sollen helfen, die Vermüllung im öffentlichen Raum zu reduzieren.

Die Umweltgruppe Weststadt hat eine Petition für mehr Sauberkeit an die Schweriner Stadtvertretung eingereicht. Darin fordert die Initiative entschlossene Maßnahmen gegen die zunehmende Vermüllung im öffentlichen Raum. Besonders Verpackungsmüll, Einwegprodukte und Zigarettenkippen würden nach Beobachtung der Gruppe in Grünanlagen, auf Plätzen und an Haltestellen des Nahverkehrs immer häufiger liegen bleiben.
Ein weiteres Ärgernis seien Visitenkarten von Autohändlern, die an parkenden Fahrzeugen angebracht werden und später oft auf dem Boden landen. Neben den ökologischen Folgen wirke sich die Vermüllung zunehmend auch auf das gesellschaftliche Klima in der Stadt aus, heißt es von der Umweltgruppe.
„Eine verdreckte Stadt und empfundene Gleichgültigkeit der Verantwortlichen erzeugen Frust und Ärger“, sagt Ronny Alex, Sprecher der Umweltgruppe Weststadt. Eine einfache Lösung gebe es jedoch nicht. „Es braucht ein Bündel verschiedener Maßnahmen.“
Sorge um Vertrauen in kommunale Handlungsfähigkeit
Nach Ansicht der Initiative könnte eine zunehmende Vermüllung auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Politik und Verwaltung beeinträchtigen. „Wenn Schweriner Bürgerinnen und Bürger den Eindruck gewinnen, dass der Staat nicht einmal vor seiner eigenen Haustür für Ordnung und Sauberkeit sorgen kann, leidet das Vertrauen in die kommunale Handlungsfähigkeit“, so Alex.
Gerade in Zeiten angespannter Haushaltslagen dürfe der öffentliche Raum nicht aus dem Blick geraten. Sauberkeit sei keine freiwillige Leistung, sondern Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und Voraussetzung für Lebensqualität, Sicherheitsempfinden und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Umweltgruppe schlägt mehrere Maßnahmen vor
In ihrer Petition schlägt die Umweltgruppe Weststadt mehrere konkrete Schritte vor, um der Vermüllung entgegenzuwirken. Dazu gehört die Einrichtung eines runden Tisches „Abfall“, an dem Verwaltung, Politik und gesellschaftliche Akteure gemeinsam Lösungen erarbeiten sollen.
Außerdem fordert die Initiative:
- den gezielten Ausbau von Mülleimern und Aschenbechern, insbesondere an Haltestellen des Nahverkehrs
- eine verbindliche Sauberkeitsoffensive mit klar geregelten Zuständigkeiten
- verstärkte Kontrollen und eine konsequente Ahndung von Vermüllung
- die ergebnisoffene Prüfung einer kommunalen Verpackungssteuer
Eine Verpackungssteuer könnte nach Ansicht der Umweltgruppe dazu beitragen, Einwegabfälle zu reduzieren. Gleichzeitig könnten dadurch zweckgebundene Einnahmen für Stadtreinigung und Umweltmaßnahmen entstehen.
Öffentlicher Raum „gehört allen“
Die Umweltgruppe warnt davor, kurzfristige Einsparungen über langfristige Folgen zu stellen. Fehlende Prävention führe häufig zu höheren Reinigungskosten, zusätzlichen Umweltbelastungen und langfristig auch zu einem Attraktivitätsverlust der Stadt – etwa für Touristen.
„Der öffentliche Raum gehört allen. Ihn zu schützen ist Ausdruck politischer Verantwortung“, betont Alex. Die Umweltgruppe Weststadt wolle die Beratungen zur Petition konstruktiv begleiten und bei Bedarf auch konkrete Lösungsvorschläge einbringen.
Ausschüsse beschäftigen sich mit dem Anliegen
Petitionen sind Eingaben, mit denen Bürgerinnen und Bürger Anregungen oder Beschwerden an die Stadtvertretung richten können. Einwohner der Landeshauptstadt Schwerin haben unabhängig vom Alter das Recht, solche Anliegen schriftlich beim Stadtpräsidenten einzureichen – etwa per Brief, Fax oder E‑Mail.
Nach Eingang informiert der Stadtpräsident die Stadtvertretung über die Petition. In der Regel befasst sich anschließend zunächst der Hauptausschuss mit dem Anliegen, wobei die Stadtverwaltung eine Stellungnahme abgibt. Je nach Thema kann die Petition auch zur weiteren Beratung an Fachausschüsse überwiesen werden; zudem können Petenten oder Sachverständige angehört werden. Am Ende des Verfahrens erhalten die Einreicher eine schriftliche Mitteilung über das Ergebnis.



