Visionen für Schwerin: Ex-Oberbürgermeister will Stadtvertreter werden

Das Schwerins früherer Oberbürgermeister Norbert Claussen für die Kommunalwahl antritt, kam für manchen in der Stadt überraschend. Im Gespräch mit Schwerin-Lokal erzählt Norbert Claussen über seine Beweggründe und was er in den kommenden Jahren für Schwerin als Stadtvertreter bewegen möchte.

Nachdem Norbert Claussen 2008 als Oberbürgermeister abgewählt wurde, war es ruhig um ihn geworden. Er blieb in Schwerin wohnen und machte sich selbständig. Eine Rückkehr in die aktive Politik schloss er eigentlich immer wieder aus. Umso erstaunter wird mancher Schweriner gewesen sein, dass der Oberbürgermeister a.D. sich nun auf der Liste der CDU um einen Sitz in der Schweriner Stadtvertretung bewirbt. 

Für Norbert Claussen ist die Kandidatur durchaus erklärlich. Seit seinem 14. Lebensjahr sei er in der Politik gewesen. Für ihn wäre Politik immer ein wichtiger Bestandteil seines Lebens gewesen. Nach seiner Abwahl, so Claussen, wäre es völlig richtig gewesen, dass er sich erst einmal zurückgezogen habe. Die politische Lage, wie sich sich nach Ansicht des Ex-Oberbürgermeisters entwickelt habe, ermutige ihn nun sich wieder in das Geschehen einzumischen. So habe er sich vor einem dreiviertel Jahr entschieden, sich wieder stärker in seiner Partei zu engagieren. Inzwischen sei er Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Süd. Da ihn Kommunalpolitik nie losgelassen habe, sei es nur ein konsequenter Schritt gewesen, sich jetzt auch wieder zur Kommunalwahl aufstellen zu lassen. Alte Schlachten, das betont Norbert Claussen, wolle er nun nicht mehr schlagen. Themen, die ihn bewegten, seien nun vielmehr Schule, Bildung und Wohnungsbau. 

 

Für Kritiker, die dem ehemaligen Schweriner Verwaltungschef nun vorwerfen, er würde die Stadtvertretung als Sprungbrett für ein politisches Comeback, eventuell auf Landes- oder Bundesebene nutzen wollen, hat Claussen eine klare Antwort: Er möchte in der Politik inhaltlich arbeiten. Ansprüche an Positionen stelle er nicht. Er wird auch über den 26. Mai hinaus seine übernommenen Aufgaben in der Partei erfüllen. Ob er am Wahltag gewählt werde, das entscheide nicht er, sondern die Wähler. 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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