Kunst mit Augenzwinkern:
Volker Tiemann im Schleswig-Holstein-Haus
Björn Engholm eröffnete die Ausstellung von Volker Tiemann im Schleswig-Holstein-Haus und betonte in seiner humorvollen Rede die Bedeutung neuer Perspektiven in der Kunst.

Im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus gibt es derzeit eine Ausstellung, die den Blick auf Alltagsgegenstände humorvoll hinterfragt. Der Bildhauer Volker Tiemann zeigt mit „Schöne Stücke und andere Gegenstände” seine Werke nun erstmals in Mecklenburg-Vorpommern. Zur feierlichen Eröffnung war auch der ehemalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, Björn Engholm, anwesend.
Ein neuer Blick auf Alltagsgegenstände
Engholm empfahl den Besuchern augenzwinkernd, die Ausstellung nicht mit dem gewohnten Blick zu betrachten, sondern sich von den üblichen Bedeutungen der Objekte zu lösen. Dabei eröffnen sich neue Sichtweisen auf die gezeigten Kunstwerke, wie etwa eine „gekreuzigte Birne” oder eine überdimensionierte Gemüsekiste im Stil eines Tiny-Hauses. In seiner humorvollen Rede unterstrich er, dass Kunst vor allem dazu diene, den eigenen Blick auf die Welt zu hinterfragen.

Gerade Tiemanns Arbeiten laden dazu ein, den gewohnten Rahmen zu verlassen und spielerisch mit neuen Interpretationen umzugehen. Er betonte zudem die Bedeutung der Kunst für die Gesellschaft und stellte die Verbindung zwischen Kreativität und Perspektivenwechsel in den Mittelpunkt seiner Worte.
Ein Künstler mit internationalem Hintergrund
Künstler Volker Tiemann nahm die unterhaltsamen Deutungen seiner Werke mit Humor und teilte die Begeisterung der rund 150 Gäste. „Es scheint ruhig, doch alles bewegt sich”, sagte Dörte Ahrens, die Leiterin des Kulturforums, mit Blick auf Tiemanns vielseitige Karriere, die ihn unter anderem nach Paris und New York führte. In der französischen Hauptstadt genoss er sogar einen privilegierten Zugang zum Louvre – ein Umstand, den nicht viele Künstler für sich beanspruchen können.
30 Jahre Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus
Mit dieser Ausstellung startet das Kulturforum in sein 30-jähriges Jubiläumsjahr. Kulturdezernent Silvio Horn betonte in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung dieses Ortes für die regionale Kunstszene. Ohne das Engagement von Björn Engholm wäre das Schleswig-Holstein-Haus möglicherweise nie in seiner heutigen Form entstanden.
Horn erinnerte daran, dass Engholm bereits Ende der 1980er Jahre den Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden in den nördlichen Bezirken der DDR vorantrieb. Dies führte dazu, dass das Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin mit 3,6 Millionen D‑Mark aus einem Gesamtetat von 10,7 Millionen D‑Mark restauriert werden konnte. Seit seiner Eröffnung 1995 hat sich das Haus als fester Bestandteil der Kulturlandschaft etabliert.
Die Ausstellung von Volker Tiemann kann noch bis zum 18. Mai im Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin besucht werden. Der Eintritt kostet sechs Euro, ermäßigt vier Euro.




