Wann sollte man schlafen gehen?

Ab ins Bett, es ist Zeit! Doch wann genau ist da eigentlich? Geht es um die richtige Zeit schlafen zu gehen, scheiden sich die Geister. Viele Empfehlungen, noch mehr Widerlegungen und zahlreiche Mythen ranken um dieses Thema. Grund genug, an dieser Stelle etwas Licht ins Dunkel zu bringen, auch wenn die Natur vorgibt, das Licht zum Schlafen nicht geeignet ist.

 

Mit den Hühnern auf und mit den Hühnern in die Federn

Die Evolution hat unseren Körper im Laufe der Jahre so entwickelt, dass wir müde werden, wenn es dunkel wird. Dafür sorgt das Schlafhormon, welches nur bei Dunkelheit vom Körper produziert wird. Demnach müsste es heißen: Wenn es dunkel ist, ab ins Bett und wenn es wieder hell ist, raus aus den Federn. Sonnenauf- und Untergang geben somit unsere Zeitspanne für den Schlaf vor, welche sich mit den Jahreszeit und der Zeitverschiebung nicht immer zu selben Uhrzeit einhalten lässt.

Die Wissenschaft vertritt aktuell die Meinung, dass die beste Schlafenszeit zwischen 22:00 Uhr 06:00 Uhr liegt. Die für unseren Körper so wichtige Tiefschlafphase findet in der Zeit von 02:00 bis 04:00 Uhr statt. Damit sich der Körper gut erholen kann, sollte man diese Zeit auf jeden Fall nutzen.

Die innere Uhr bestimmt den Rhythmus

Übrigens: Die ideale Schlafenszeit macht man am besten davon abhängig, wann morgens der Wecker klingelt. Wissenschaftler raten Erwachsenen zu sieben bis neun Stunden Schlaf. Wenn der Wecker also erst um 09:00 Uhr klingelt, weil auf dem Dienstplan Mittel- oder Spätschicht eingetragen ist, dann reicht es völlig aus, erst um Mitternacht schlafen zu gehen. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regeln. Sieben bis neun Stunden Schlaf sind lediglich eine Empfehlung und können nicht für alle Menschen pauschalisiert werden.

Es gibt sowohl Kurzschläfer, die nach 4 Stunden Schlaf putzmunter sind, als auch Langschläfer, die 10 Stunden Schlaf benötigen, um sich angemessen zu erholen. Letztendlich schaut man also nicht auf die Uhr, sondern man hört auf die Uhr. Und zwar auf die innere Uhr, welche noch immer am besten weiß, wann es Zeit ist schlafen zu gehen und wann es Zeit ist, aufzuwachen.

Die Mitternacht ist relativ

Wichtig: Auch wenn man am nächsten Tag „ausschlafen“ kann, das Zu-Bett-gehen nach Mitternacht ist laut einer japanischen Studie nicht ratsam. Aus dieser geht nämlich hervor, dass Menschen eher an Depressionen erkranken, wenn sie spät ins Bett gehen. Auch die Konzentration leidet darunter, so die Forscher.

Wer also Wert auf geistige Gesundheit und einen stets klaren Kopf am Arbeitsplatz legt, bettet sich noch vor der „Geisterstunde“. An dieser Stelle muss jedoch festgehalten werden, dass jeder Mensch seine eigene Mitternacht hat, unabhängig von der Uhrzeit.

Unabhängig vom Einschlafen sind die ersten drei bis vier Stunden Schlaf am erholsamsten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es in dieser Zeit zu den meisten Tiefschlafphasen kommt. Wer also um 23:00 Uhr ins Bett geht, erlebt seine ganz persönliche, innere Mitternacht um 03:00 Uhr. Wer allerdings aufgrund von extremen Frühschichten schon um 20:00 Uhr im Bett liegen muss, um auf seine acht bis neun Stunden Schlaf zu kommen, erlebt seine Mitternacht tatsächlich um Mitternacht. Vorausgesetzt man findet schnell in den Schlaf. Aber auch dafür gibt es ein paar gute Einschlaftipps, die sich im Alltag bewähren.

4 Irrtümer über das Zu-Bett-Gehen

Immer wieder gibt es Studien, Meinungen, persönliche Erfahrungen, Studien, die andere Studien widerlegen, Forschungsergebnisse aus Schlaflaboren, moderne Erkenntnisse und altertümliche Annahme. Da wundert es nicht, dass sich so viele Irrtümer über Schlafzeiten und das Zu-Bett-Gehen hartnäckig halten. Zeit, diese Irrtümer aus der Welt zu schaffen.

Je älter, desto weniger Schlaf?

Viele Menschen glauben, dass die ältere Generation nur noch wenige Stunden pro Nacht schläft. Das ist auch so, denn für viele Rentner ist die Nacht bereits um 04:00 Uhr vorbei. Sie bekommen kein Auge mehr zu und stehen auf. Auch, wenn es draußen noch dunkel ist. Hier müssen allerdings die Tagesnickerchen mit einkalkuliert werden. Ältere Menschen schlafen zwar nur selten acht Stunden am Stück und verrichten ihre Schlafzeit über die gesamten 24 Stunden des Tages in gestückelter Form, kommen dadurch aber auf eine normale durchschnittliche Schlafenszeit. Allerdings ist es korrekt, dass sich der Schlafrhythmus älterer Menschen verschiebt.

Aufwachen gehört zum guten Schlaf dazu

Wer meint, dass man nur dann gut schlafen kann, wenn man durchschläft, der irrt. Es ist völlig normal, dass wir jede Nacht bis zu 40 Mal aufwachen. Diese Wachzeiten dauern sogar mehrere Minuten an und sind am nächsten Morgen schon wieder vergessen. Das ist auch der Grund dafür, dass wir uns nicht vorstellen können, nachts so oft aufzuwachen. Wer meint gut geschlafen und damit durchgeschlafen zu haben, liegt falsch. Auch wenn man sich morgens fit wie ein Turnschuh fühlt, hat man eine Nacht mit unterbrochenem Schlaf hinter sich.

Frische Luft für guten Schlaf

Dass man besser schläft, wenn das Schlafzimmer abends gut durchgelüftet wurde, ist vermutlich jedem von uns schon aufgefallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Fenster die ganze Nacht geöffnet sein muss. Auch, wenn es unser Körper nachts viel Sauerstoff benötigt, ist es möglich bei geschlossenem Fenster erholsamen Schlaf zu finden. Wichtig ist dafür eine angemessene Temperatur. Diese sollte laut Schlafexperten bei 18 Grad liegen. Wer schnell friert, nimmt sich am besten eine Wärmflasche mit ins Bett. Ungünstig sind dagegen Heizdecken, da diese schnell für Überhitzung sorgen können. Darunter leidet die Schlafqualität ebenfalls.

Unser Geist ruht nie

Auch die Annahme, dass Körper und Geist in der Nacht zur Ruhe kommen, muss widerlegt werden. Die Nachtruhe betrifft nur unser bewusstes Erleben. Nicht aber unser Unterbewusstsein. Unser gesamter Organismus ist im Dauerbetrieb. Und zwar jede Nacht, um das Erlebte des Tages aufzuräumen und uns auf den kommenden Tag vorzubereiten. Kaum zu glauben, aber unser Gehirn ist im Schlaf teilweise so aktiv, dass es mehr Energie pro Minute verbrennt als am Tag. Das gilt vor allem für die Rapid-Eye-Movement-Phase (REM).

 

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