Di, 10. Februar 2026
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Schulen zwischen Betreuung und Ausfall:
Warnstreik vor der Staatskanzlei

Ein Warnstreik im öffentlichen Dienst der Länder kann am Mittwoch in Mecklenburg-Vorpommern zu Unterrichtsausfällen führen. Grund sind laufende Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern.

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  • Veröffentlicht Januar 13, 2026
Warn­streik in Schw­erin. Foto: AI gener­iert

 

An den Schulen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern kön­nte es am morgi­gen Mittwoch 14.01.2026 zu Unter­richt­saus­fällen kom­men. Grund ist ein Warn­streik im Rah­men der laufend­en Tar­ifver­hand­lun­gen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Län­der. Diese Ver­hand­lun­gen laufen seit dem 3. Dezem­ber und betr­e­f­fen unter anderem angestellte Lehrkräfte an öffentlichen Schulen.

Wie das Bil­dungsmin­is­teri­um mit­teilte, wurde mit der Gew­erkschaft Erziehung und Wis­senschaft (GEW) eine Vere­in­barung über Not­di­en­ste an öffentlichen Schulen getrof­fen. Damit solle sichergestellt wer­den, dass ins­beson­dere Schü­lerin­nen und Schüler an Grund- und Förder­schulen betreut wer­den. Bil­dungsmin­is­terin Simone Old­en­burg betonte, dass die Betreu­ung in diesen Schul­for­men gewährleis­tet sei.

Unklar bleibt jedoch, wie stark sich Lehrkräfte tat­säch­lich am Warn­streik beteili­gen wer­den. Eine ver­lässliche Prog­nose sei im Vor­feld nicht möglich, erk­lärte Old­en­burg. Eine Abfrage der Streik­beteili­gung sei unzuläs­sig und würde dem indi­vidu­ellen Streikrecht wider­sprechen. In Meck­len­burg-Vor­pom­mern sind nach Angaben des Min­is­teri­ums rund 12.880 Lehrkräfte an öffentlichen all­ge­mein­bilden­den und beru­flichen Schulen tätig. Etwa 65 Prozent von ihnen sind tar­if­beschäftigt und damit grund­sät­zlich streik­berechtigt. Rund 35 Prozent sind ver­beamtet und dür­fen sich nicht an Arbeit­snieder­legun­gen beteili­gen.

Hin­ter­grund des Warn­streiks sind die Forderun­gen der Gew­erkschaften in den laufend­en Tar­ifver­hand­lun­gen. Sie ver­lan­gen für die Beschäftigten der Län­der eine Einkom­menser­höhung von sieben Prozent, min­destens jedoch 300 Euro monatlich. Die Arbeit­ge­ber­seite hat bis­lang kein entsprechen­des Ange­bot vorgelegt.

Am Mittwoch ist in Schw­erin eine Kundge­bung vor der Staatskan­zlei geplant. Nach Angaben der GEW wer­den dazu etwa 3.000 Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer erwartet. Mit der Aktion wollen die Gew­erkschaften den Druck auf die laufend­en Ver­hand­lun­gen erhöhen.

Die Tar­ifge­spräche waren Anfang Dezem­ber in eine erste Runde ges­tartet und sollen am 15. und 16. Jan­u­ar fort­ge­set­zt wer­den. Betrof­fen sind laut Innen­min­is­teri­um lan­desweit rund 34.600 Beschäftigte. Dazu zählen neben Angestell­ten auch Beamtin­nen und Beamte, auf die die Ergeb­nisse der Tar­ifver­hand­lun­gen in der Regel über­tra­gen wer­den.

Während an Grund- und Förder­schulen eine Betreu­ung zugesichert ist, kann es an weit­er­führen­den Schulen je nach Streik­beteili­gung zu verkürztem Unter­richt oder Aus­fall einzel­ner Stun­den kom­men. Das Bil­dungsmin­is­teri­um emp­fiehlt, sich kurzfristig bei den jew­eili­gen Schulen über mögliche Änderun­gen im Ablauf zu informieren.