Schulen zwischen Betreuung und Ausfall:
Warnstreik vor der Staatskanzlei
Ein Warnstreik im öffentlichen Dienst der Länder kann am Mittwoch in Mecklenburg-Vorpommern zu Unterrichtsausfällen führen. Grund sind laufende Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern.

An den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern könnte es am morgigen Mittwoch 14.01.2026 zu Unterrichtsausfällen kommen. Grund ist ein Warnstreik im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Diese Verhandlungen laufen seit dem 3. Dezember und betreffen unter anderem angestellte Lehrkräfte an öffentlichen Schulen.
Wie das Bildungsministerium mitteilte, wurde mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Vereinbarung über Notdienste an öffentlichen Schulen getroffen. Damit solle sichergestellt werden, dass insbesondere Schülerinnen und Schüler an Grund- und Förderschulen betreut werden. Bildungsministerin Simone Oldenburg betonte, dass die Betreuung in diesen Schulformen gewährleistet sei.
Unklar bleibt jedoch, wie stark sich Lehrkräfte tatsächlich am Warnstreik beteiligen werden. Eine verlässliche Prognose sei im Vorfeld nicht möglich, erklärte Oldenburg. Eine Abfrage der Streikbeteiligung sei unzulässig und würde dem individuellen Streikrecht widersprechen. In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Ministeriums rund 12.880 Lehrkräfte an öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen tätig. Etwa 65 Prozent von ihnen sind tarifbeschäftigt und damit grundsätzlich streikberechtigt. Rund 35 Prozent sind verbeamtet und dürfen sich nicht an Arbeitsniederlegungen beteiligen.
Hintergrund des Warnstreiks sind die Forderungen der Gewerkschaften in den laufenden Tarifverhandlungen. Sie verlangen für die Beschäftigten der Länder eine Einkommenserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die Arbeitgeberseite hat bislang kein entsprechendes Angebot vorgelegt.
Am Mittwoch ist in Schwerin eine Kundgebung vor der Staatskanzlei geplant. Nach Angaben der GEW werden dazu etwa 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Mit der Aktion wollen die Gewerkschaften den Druck auf die laufenden Verhandlungen erhöhen.
Die Tarifgespräche waren Anfang Dezember in eine erste Runde gestartet und sollen am 15. und 16. Januar fortgesetzt werden. Betroffen sind laut Innenministerium landesweit rund 34.600 Beschäftigte. Dazu zählen neben Angestellten auch Beamtinnen und Beamte, auf die die Ergebnisse der Tarifverhandlungen in der Regel übertragen werden.
Während an Grund- und Förderschulen eine Betreuung zugesichert ist, kann es an weiterführenden Schulen je nach Streikbeteiligung zu verkürztem Unterricht oder Ausfall einzelner Stunden kommen. Das Bildungsministerium empfiehlt, sich kurzfristig bei den jeweiligen Schulen über mögliche Änderungen im Ablauf zu informieren.



