Warum wir ein Ferienhaus in Schweden gekauft haben – und wie du es auch kannst
Es war ein kalter Novemberabend, als wir vor dem Laptop saßen und auf Hemnet scrollten.

Plötzlich tauchte es auf – ein kleines rotes Holzhaus an einem stillen See in Småland. Der Preis war erschwinglich, die Natur war wild und wunderschön, und irgendetwas in uns sagte: Das ist es. Wir sind eine deutsche Familie aus München. Wir hatten noch nie eine Immobilie im Ausland gekauft. Wir wussten nichts über schwedische Gesetze, Hypotheken oder das Bietverfahren. Aber heute, zwei Jahre später, sitzen wir auf unserer Veranda und hören die Stille – und wir bereuen nichts. In diesem Artikel erzählen wir von unserer Reise. Wir teilen Kosten, Fehler, die wir gemacht haben, und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für alle, die über den Kauf eines Ferienhauses in Schweden nachdenken.
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Schweden hat etwas, das man im Rest Europas kaum findet. Es geht nicht nur um die Natur – auch wenn die Seen, die Wälder und die Stille wirklich magisch sind. Es geht um eine Lebensweise.
Das Allemansrätten – Freiheit in der Natur
In Schweden hat jeder das Recht, sich frei in der Natur zu bewegen – dank des sogenannten Jedermannsrechts (Allemansrätten). Du kannst wandern, paddeln und fast überall zelten. Wenn du ein Ferienhaus in Schweden kaufst, kaufst du nicht nur ein Haus – du kaufst Zugang zu einem ganzen Lebensstil.
Warum immer mehr Deutsche in Schweden kaufen
In den letzten Jahren ist das Interesse deutscher Käufer deutlich gestiegen. Laut Statistics Sweden (SCB) besaßen ausländische Staatsbürger im Jahr 2023 über 25.000 Freizeitimmobilien in Schweden – und der Anteil deutscher Käufer wächst stetig.
Die Gründe liegen auf der Hand:
- Die Preise sind deutlich niedriger als in Bayern oder Baden-Württemberg
- Die Natur ist unberührt und frei zugänglich
- Schweden ist ein sicheres und stabiles EU-Land
- Die Reisedistanz mit dem Auto oder Flugzeug ist gut machbar
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Was kostet ein Ferienhaus in Schweden wirklich?
Das ist die Frage, die alle stellen – und die Antwort hängt stark davon ab, wo in Schweden du kaufen möchtest.
Preisniveaus nach Region
| Region | Durchschnittspreis | Charakter |
|---|---|---|
| Småland | 80.000 – 200.000 € | Seen, Wälder, ruhig |
| Dalarna | 120.000 – 280.000 € | Kulturreich, sehr beliebt |
| Värmland | 90.000 – 220.000 € | Natur, abgeschieden |
| Blekinge | 70.000 – 160.000 € | Küste, günstigste Region |
| Skåne | 150.000 – 400.000 € | Nähe zu Dänemark, teurer |
Quelle: Hemnet.se – Schwedens größtes Immobilienportal
Welche Nebenkosten entstehen beim Kauf?
Viele vergessen, die Kaufnebenkosten einzukalkulieren. Das Wichtigste im Überblick:
- Stämpelskatt – 1,5% des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer)
- Pantbrev – ca. 2% bei neuer Hypothek
- Maklergebühr – wird in Schweden normalerweise vom Verkäufer bezahlt
- Lagfartsansökan – Grundbucheintrag beim Lantmäteriet, ca. 825 SEK
Insgesamt solltest du 2–4% zusätzlich zum Kaufpreis als Einmalkosten einplanen.
Laufende Kosten nach dem Kauf
- Fastighetsavgift (Grundsteuer): max. 9.287 SEK/Jahr (2024)
- Hausversicherung: ca. 3.000–6.000 SEK/Jahr
- Strom und Wasser: abhängig von Größe und Nutzung
- Winterwartung wenn du nicht ganzjährig dort lebst
Schritt für Schritt: So läuft der Kauf ab
Das schwedische System für Immobilienkäufe unterscheidet sich deutlich vom deutschen. Hier ist alles, was du wissen musst.
Schritt 1 – Die richtige Region finden
Lege zunächst fest, was dir am wichtigsten ist. See oder Meer? Wald oder offene Landschaft? Nahe einer Stadt oder völlig abgeschieden?
Die beliebtesten Regionen für deutsche Käufer sind Småland, Dalarna und Värmland. Ein breites Angebot an Ferienhäusern in Schweden findest du auf nordihaus.de – einer Plattform speziell für deutschsprachige Käufer, die ein Haus in Schweden suchen.
Schritt 2 – Besichtigung ist Pflicht
In Schweden trägt der Käufer die volle Verantwortung für die Prüfung der Immobilie – die sogenannte Undersökningsplikt. Beauftrage immer einen Gutachter (Besiktningsman) bevor du ein Angebot abgibst. Die Kosten betragen ca. 5.000–10.000 SEK, können dir aber hunderttausende Kronen ersparen.
Schritt 3 – Das Bietverfahren (Budgivning)
Das schwedische Bietsystem kann für Deutsche ungewohnt sein. So funktioniert es:
- Du meldest dein Interesse beim Makler an
- Die Gebote werden digital oder telefonisch abgegeben
- Alle Gebote sind öffentlich einsehbar
- Das höchste Gebot gewinnt – aber der Verkäufer entscheidet, an wen er verkauft
Tipp: Lege deinen Maximalpreis im Voraus fest und halte dich daran. Die Bietphase kann sehr schnell gehen.
Schritt 4 – Kaufvertrag und Übergabe
Nach Gebotsannahme wird ein Kaufvertrag (Köpeavtal) unterzeichnet. In Schweden ist kein Notar notwendig – der Makler regelt dies. Die Übergabe erfolgt in der Regel 1–3 Monate nach Vertragsunterzeichnung.
Die Immobilie wird anschließend beim Lantmäteriet – dem staatlichen schwedischen Grundbuchamt – eingetragen.
Schritt 5 – Finanzierung als ausländischer Käufer
Als EU-Bürger hast du das volle Recht, in Schweden ohne Einschränkungen Immobilien zu kaufen. Für die Finanzierung gibt es zwei Wege:
Option 1 – Schwedische Bank (Bolån)
Schwedische Banken vergeben Hypotheken auch an ausländische Käufer, fordern aber oft eine hohe Eigenkapitalquote von 30–40% oder ein Einkommen in Schweden.
Option 2 – Deutsche Bank
Viele deutsche Käufer beleihen ihre deutsche Immobilie und kaufen das Ferienhaus in Schweden damit bar. Das ist oft der einfachste und schnellste Weg.
Anhang:
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Unsere ehrliche Bilanz nach zwei Jahren
Wir wollen ehrlich sein – es war nicht immer einfach. Es gab Bürokratie, Sprachbarrieren und ein Bietsystem, das wir anfangs nicht verstanden haben.
Was wir anders machen würden
- Wir hätten früher einen schwedischen Anwalt hinzugezogen
- Wir hätten die Breitbandverbindung vor dem Kauf geprüft – auf dem Land kann sie begrenzt sein
- Wir hätten die Nachbarn nach der Winterwartung des Hauses gefragt
Lohnt es sich wirklich?
Ja. Ohne jeden Zweifel.
Jeden Sommer verbringen wir sechs Wochen am See. Die Kinder paddeln Kanu, wir pflücken Beeren und Pilze, und die Abende verbringen wir auf der Veranda mit Blick aufs Wasser. Das ist ein Leben, das wir in München für dasselbe Geld nie kaufen könnten.
Häufige Fragen zum Ferienhauskkauf in Schweden
Kann ein Deutscher in Schweden ein Haus kaufen?
Ja, als EU-Bürger hast du das gleiche Recht wie schwedische Staatsbürger, Immobilien in Schweden zu kaufen. Es sind keine besonderen Genehmigungen oder Aufenthaltstitel erforderlich.
Wie viel kostet ein Ferienhaus in Schweden am See?
Die Preise variieren stark je nach Region. In Småland und Blekinge findest du bereits ab 70.000–100.000 € gepflegte Häuser am Wasser. In beliebteren Regionen wie Dalarna beginnen die Preise bei etwa 120.000 €.
Welche Steuern fallen beim Kauf an?
Die wichtigste Steuer ist die Stämpelskatt (Grunderwerbsteuer) von 1,5% des Kaufpreises. Hinzu kommt die Grundsteuer (Fastighetsavgift) von maximal 9.287 SEK pro Jahr.
Wie finanziere ich ein Haus in Schweden als Ausländer?
Du hast zwei Hauptoptionen: ein schwedisches Bolån (Hypothek) oder die Beleihung deiner deutschen Immobilie. Viele deutsche Käufer wählen den zweiten Weg, da er weniger Bürokratie erfordert.
Welche Region in Schweden ist am günstigsten?
Blekinge und das Inland von Småland gelten als die günstigsten Regionen für Ferienhäuser. Dort sind gut erhaltene Häuser bereits ab 70.000 € erhältlich. Wer günstige Häuser in Schweden unter 100.000 € sucht, wird auf nordihaus.de fündig.
Wie lange dauert ein Immobilienkauf in Schweden?
Von der ersten Besichtigung bis zur Übergabe dauert es in der Regel 2–4 Monate. Das Bietverfahren selbst kann innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein.
Fazit
Der Traum vom eigenen Ferienhaus in Schweden ist nicht unerreichbar – er ist tatsächlich sehr gut machbar. Mit den richtigen Informationen, etwas Geduld und einer guten Beratung kannst du in einem Jahr auf deiner eigenen Veranda sitzen und die Stille an einem schwedischen See genießen.
