Wasserturm Neumühle:
Sanierung soll drei Millionen Euro kosten – Frühere Reparaturen könnten Ursache sein
Der Wasserturm Neumühle muss saniert werden. Die Stadt beziffert die Kosten auf rund drei Millionen Euro. Finanzierung und Zeitplan sind noch offen.

In Kürze:
- Die Stadt beziffert die Sanierung des Wasserturms Neumühle auf rund drei Millionen Euro.
- Die Fassade und der Wasserbehälter benötigen weitere Arbeiten; für den Behälter fehlt noch eine abschließende Sanierungsplanung.
- Finanzierung und Zeitplan sind offen. Eine öffentliche Nutzung ist derzeit nicht möglich.
Die Sanierung des Wasserturms Neumühle soll rund drei Millionen Euro kosten. Die Summe nennt die Stadt auf eine Anfrage der Fraktion Unabhängige Bürger/FDP. Der Turm auf dem Weinberg ist weiterhin Teil der Schweriner Trinkwasserversorgung. Wann die Arbeiten beginnen und wie sie bezahlt werden, steht nicht fest.
Ein wesentlicher Teil der Sanierung betrifft die Fassade. Laut dem in der städtischen Antwort angeführten Sanierungskonzept des Architekturbüros Brenncke von 2019 können frühere Reparaturen mit hartem, wenig nachgiebigem Zementmörtel dem historischen Mauerwerk schaden. Der städtische Eigenbetrieb Zentrales Gebäudemanagement habe die Feststellungen 2025 im Wesentlichen bestätigt. Vorgesehen sei eine Sanierung in Abschnitten, beginnend an der Westseite.
Noch keine abschließende Sanierungsempfehlung gibt es nach den übermittelten Angaben für den Wasserbehälter im Inneren. Die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin (WAG) hält Arbeiten daran in den kommenden Jahren für nötig und den Behälter für sanierbar. Welches Verfahren infrage kommt, soll eine weitere Planung klären.
Der Wasserturm ist zugleich Denkmal und technische Anlage. Die Metropolregion Hamburg beschreibt seine Funktion: Der Turm wird trotz moderner Pumpen weiterhin für den Druckausgleich im Trinkwassernetz gebraucht. Sein Behälter fasst in zwei Kammern insgesamt 350 Kubikmeter Wasser.
Was am Wasserturm Neumühle bereits gemacht wurde
Der Turm wurde 1889 gebaut. Größere Arbeiten an seiner Außenseite fanden nach Angaben der Stadt zwischen den 1990er-Jahren und Ende 2003 statt. Damals wurden unter anderem Mauerwerk, Balkone, Fenster und Türen bearbeitet. Das aktuelle Sanierungskonzept sieht im damals verwendeten Mörtel ein Risiko für die historischen Ziegel. Welcher Anteil der heutigen Schäden tatsächlich auf diese Arbeiten zurückgeht, ist damit nicht beziffert.
Die Instandsetzung ging auch später weiter. Im Geschäftsbericht 2017 der Stadtwerke Schwerin werden Arbeiten an Räumen, Treppenhaus, Wasserbehälter und Rohrkeller beschrieben. Für die folgenden Jahre kündigten die Stadtwerke Arbeiten an der Fassade an: Beschädigte Klinker an den oberen Zinnen sollten ersetzt werden. Ob diese Arbeiten vollständig abgeschlossen wurden, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Finanzierung bleibt offen
Die Stadt geht nach den zusätzlich übermittelten Angaben von rund drei Millionen Euro Gesamtkosten aus. Fördermöglichkeiten aus dem Denkmalschutz seien bereits geprüft worden, die entsprechenden Mittel stünden der WAG jedoch nur begrenzt zur Verfügung. Eine gesicherte Finanzierung und einen Termin für den Beginn der Sanierung nennt die Antwort nicht.
Unabhängig von der weiteren Nutzung müsse der Eigentümer den denkmalgeschützten Turm dauerhaft erhalten, heißt es in dem Schreiben. Eigentümerin ist nach Angaben der Stadt die WAG.
Früher Führungen, heute kein öffentlicher Zugang
Eine öffentliche, kulturelle oder touristische Nutzung hält die Stadt derzeit nicht für möglich. Sie begründet das mit der Funktion des Turms innerhalb der Trinkwasserversorgung: Er gehöre zur kritischen Infrastruktur.
In der Vergangenheit gab es Besichtigungen. Die Stadt Schwerin kündigte 2015 Führungen zum Tag der Industriekultur an. Seit wann Besuche nicht mehr möglich sind und ob künftig wieder einzelne Führungen angeboten werden könnten, beantwortet die aktuelle Mitteilung nicht.
Der 22,5 Meter hohe Turm steht auf dem Weinberg, dem höchsten Punkt Schwerins. Er stammt aus der Zeit, als die Stadt ihre zentrale Wasserversorgung aufbaute. Das Wasser für das heutige Netz wird nach Angaben der Stadtwerke aus Grundwasserleitern gewonnen und in den Wasserwerken Mühlenscharrn und Pinnow aufbereitet.





