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Wasserturm Neumühle:
Sanierung soll drei Millionen Euro kosten – Frühere Reparaturen könnten Ursache sein

Der Wasserturm Neumühle muss saniert werden. Die Stadt beziffert die Kosten auf rund drei Millionen Euro. Finanzierung und Zeitplan sind noch offen.

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  • Veröffentlicht September 29, 2026
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Die Zin­nen und die Klink­er­fas­sade prä­gen den Wasser­turm Neumüh­le. Die Stadt plant, seine Fas­sade abschnittsweise zu sanieren. Foto: Niteshift (talk) – Selb­st fotografiert, CC BY 2.5, Link

 


In Kürze:

  • Die Stadt bez­if­fert die Sanierung des Wasser­turms Neumüh­le auf rund drei Mil­lio­nen Euro.
  • Die Fas­sade und der Wasser­be­häl­ter benöti­gen weit­ere Arbeit­en; für den Behäl­ter fehlt noch eine abschließende Sanierungs­pla­nung.
  • Finanzierung und Zeit­plan sind offen. Eine öffentliche Nutzung ist derzeit nicht möglich.

 

Die Sanierung des Wasser­turms Neumüh­le soll rund drei Mil­lio­nen Euro kosten. Die Summe nen­nt die Stadt auf eine Anfrage der Frak­tion Unab­hängige Bürger/FDP. Der Turm auf dem Wein­berg ist weit­er­hin Teil der Schw­er­iner Trinkwasserver­sorgung. Wann die Arbeit­en begin­nen und wie sie bezahlt wer­den, ste­ht nicht fest.

Ein wesentlich­er Teil der Sanierung bet­rifft die Fas­sade. Laut dem in der städtis­chen Antwort ange­führten Sanierungskonzept des Architek­tur­büros Bren­ncke von 2019 kön­nen frühere Repara­turen mit hartem, wenig nachgiebigem Zement­mör­tel dem his­torischen Mauer­w­erk schaden. Der städtis­che Eigen­be­trieb Zen­trales Gebäude­m­an­age­ment habe die Fest­stel­lun­gen 2025 im Wesentlichen bestätigt. Vorge­se­hen sei eine Sanierung in Abschnit­ten, begin­nend an der West­seite.

Noch keine abschließende Sanierungsempfehlung gibt es nach den über­mit­tel­ten Angaben für den Wasser­be­häl­ter im Inneren. Die Wasserver­sorgungs- und Abwasser­entsorgungs­ge­sellschaft Schw­erin (WAG) hält Arbeit­en daran in den kom­menden Jahren für nötig und den Behäl­ter für sanier­bar. Welch­es Ver­fahren infrage kommt, soll eine weit­ere Pla­nung klären.

Der Wasser­turm ist zugle­ich Denkmal und tech­nis­che Anlage. Die Metropol­re­gion Ham­burg beschreibt seine Funk­tion: Der Turm wird trotz mod­ern­er Pumpen weit­er­hin für den Druck­aus­gle­ich im Trinkwasser­netz gebraucht. Sein Behäl­ter fasst in zwei Kam­mern ins­ge­samt 350 Kubik­me­ter Wass­er.

Was am Wasserturm Neumühle bereits gemacht wurde

Der Turm wurde 1889 gebaut. Größere Arbeit­en an sein­er Außen­seite fan­den nach Angaben der Stadt zwis­chen den 1990er-Jahren und Ende 2003 statt. Damals wur­den unter anderem Mauer­w­erk, Balkone, Fen­ster und Türen bear­beit­et. Das aktuelle Sanierungskonzept sieht im damals ver­wen­de­ten Mör­tel ein Risiko für die his­torischen Ziegel. Welch­er Anteil der heuti­gen Schä­den tat­säch­lich auf diese Arbeit­en zurück­ge­ht, ist damit nicht bez­if­fert.

Die Instand­set­zung ging auch später weit­er. Im Geschäfts­bericht 2017 der Stadtwerke Schw­erin wer­den Arbeit­en an Räu­men, Trep­pen­haus, Wasser­be­häl­ter und Rohrkeller beschrieben. Für die fol­gen­den Jahre kündigten die Stadtwerke Arbeit­en an der Fas­sade an: Beschädigte Klink­er an den oberen Zin­nen soll­ten erset­zt wer­den. Ob diese Arbeit­en voll­ständig abgeschlossen wur­den, geht aus dem Bericht nicht her­vor.

Finanzierung bleibt offen

Die Stadt geht nach den zusät­zlich über­mit­tel­ten Angaben von rund drei Mil­lio­nen Euro Gesamtkosten aus. För­der­möglichkeit­en aus dem Denkmalschutz seien bere­its geprüft wor­den, die entsprechen­den Mit­tel stün­den der WAG jedoch nur begren­zt zur Ver­fü­gung. Eine gesicherte Finanzierung und einen Ter­min für den Beginn der Sanierung nen­nt die Antwort nicht.

Unab­hängig von der weit­eren Nutzung müsse der Eigen­tümer den denkmalgeschützten Turm dauer­haft erhal­ten, heißt es in dem Schreiben. Eigen­tümerin ist nach Angaben der Stadt die WAG.

Früher Führungen, heute kein öffentlicher Zugang

Eine öffentliche, kul­turelle oder touris­tis­che Nutzung hält die Stadt derzeit nicht für möglich. Sie begrün­det das mit der Funk­tion des Turms inner­halb der Trinkwasserver­sorgung: Er gehöre zur kri­tis­chen Infra­struk­tur.

In der Ver­gan­gen­heit gab es Besich­ti­gun­gen. Die Stadt Schw­erin kündigte 2015 Führun­gen zum Tag der Indus­triekul­tur an. Seit wann Besuche nicht mehr möglich sind und ob kün­ftig wieder einzelne Führun­gen ange­boten wer­den kön­nten, beant­wortet die aktuelle Mit­teilung nicht.

Der 22,5 Meter hohe Turm ste­ht auf dem Wein­berg, dem höch­sten Punkt Schw­erins. Er stammt aus der Zeit, als die Stadt ihre zen­trale Wasserver­sorgung auf­baute. Das Wass­er für das heutige Netz wird nach Angaben der Stadtwerke aus Grund­wasser­leit­ern gewon­nen und in den Wasser­w­erken Müh­len­schar­rn und Pin­now auf­bere­it­et.