Ein Jahr Welterbe:
Schwerin feiert mit neuem „Welterbeplatz“
Ein Jahr nach der Aufnahme des Schweriner Residenz-Ensembles in die UNESCO-Welterbeliste feierte die Landeshauptstadt am vergangenen Wochenende ihren besonderen Erfolg mit einer festlichen Einweihung des neu benannten „Welterbeplatzes“

Ein Jahr ist es her, dass Schwerins Residenz-Ensemble offiziell in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde. Dieser Erfolg wurde am vergangenen Wochenende gebührend gefeiert. Neben Führungen und Musik dürfte die Ernennung des „Welterbeplatzes” den Höhepunkt der Feierlichkeiten markieren.
Initiative der Schweriner CDU
Ende März hatte die Schweriner Stadtvertretung auf Antrag der CDU-Fraktion beschlossen, den bislang namenlosen Platz zwischen Schloss und Staatskanzlei offiziell als „Welterbeplatz“ zu benennen. Der Platz stand auch in der Vergangenheit im Fokus, wenn es darum ging, für das Residenzen-Ensemble zu werben: Bereits vor einigen Jahren war hier ein bronzenes Stadt-Relief mit dem Schriftzug „Ein Erbe für die Welt“ installiert worden .
Obwohl sich die Fläche im Besitz des Landtages befindet, wurde am Wochenende der Platz, der an die kulturelle Bedeutung des Schweriner Residenz-Ensembles erinnern soll, feierlich eingeweiht. Unter den Gästen war auch Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU), der vor allem die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land lobte und seinen Dank an den Welterbe-Förderverein für seine ehrenamtliche Arbeit richtete.
UNESCO-Titel sorgt für Besucherrekord
Die Auszeichnung durch das UNESCO-Welterbekomitee am 27. Juli 2024 bringt positive Folgen mit sich, die sich in Zahlen messen lassen. Laut Stadtmarketing stieg die Teilnehmerzahl an Stadtführungen im ersten Halbjahr um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Auch das Schloss, das im Mittelpunkt des Welterbes steht, verzeichnete 2024 einen neuen Besucherrekord: 238.000 Gäste besichtigten das Schloss, das auch Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern ist.
Wie eine Sprecherin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen MV (SSGK) angab, stieg die Besucherzahl des Schlossmuseums im Zeitraum, der im Zusammenhang mit der Unesco Auszeichnung steht, um 9,3% gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Der Trend dürfte sich wohl weiter fortsetzen und stellt das Museum vor neue Herausforderungen.
Schloss an der Belastungsgrenze
Das Schweriner Schloss stößt zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Das Brandschutz- und Evakuierungkonzept sieht vor, dass sich pro Museumsetage zeitgleich nicht mehr als 100 Besucher aufhalten.”Durch den anhaltenden Anstieg der Besucherzahlen im Schlossmuseum kann es an Spitzentagen zu längeren Wartezeiten kommen”, bestätigte die Sprecherin.
Um den Schutz des Kulturerbes langfristig zu gewährleisten, wird bereits über Maßnahmen zur Besuchersteuerung nachgedacht. Viele Besucher bringen viel Feuchtigkeit in die Räume. Vor diesem Hintergrund werden aktuell die konservatorischen Auswirkungen in Zusammenarbeit mit der zuständigen Beraterorganisation „Icomos” und den Fachleuten der „SSGK” analysiert und geprüft. Denkbar dürfte für den Einlass wohl ein Zeitfenstermodell sein, wie es bereits bei vielen international bekannten Sehenswürdigkeiten zum Tragen kommt. So könnten Besucher künftig feste Eintrittszeiten buchen, um lange Wartezeiten zu vermeiden und das Schloss zu entlasten.
Nach einem Jahr Welterbe lässt sich eine positive Blanz ziehen. Die Anziehungskraft, die mit den Titel einhergeht, schlägt sich in steigenden Besucherzahlen nieder. In Zukunft dürften kreative Konzepte und Besuchermodelle notwendig sein, um die kulturelle Vielfalt Schwerins für alle Besucher erlebbar zu machen.





