Sprachen, Reisen, Stadtführungen:
Weltreise nach Schwerin
Teresa Beck hat in Madrid Stars betreut und in Seattle Gäste beraten. Heute begeistert sie Touristen mit Stadtführungen in Schwerin.

Teresa Beck-Babajanyan hat schon früh gespürt, dass Sprachen ihr Tor zur Welt sind. In der Schule lernte sie Russisch, in den USA perfektionierte sie ihr Englisch, als Au-pair in Madrid kam Spanisch hinzu. „Ich war schon immer sehr offen und mag es, neue Dinge auszuprobieren“, erzählt sie. Nach dem Abitur in Rostock zog es sie in die Ferne: ein Studium im Allgäu, Aufenthalte in Budapest und auf Mallorca, ein Praxissemester in den USA. Stück für Stück hat Teresa Beck die Welt erobert. In Seattle arbeitete sie sechs Monate bei einer Agentur, die Reisen für internationale Gäste plante, kennt die Bundesstaaten und Kanada dadurch wie ihre eigene Westentasche. Dort entdeckte sie, wie spannend es ist, für andere Erlebnisse zu gestalten. „Selbst einmal Alaska zu bereisen, das wäre noch mein Traum.“
Von der Betreuung prominenter Gäste zurück in die Heimat
Nach dem Studium gelang ihr der Sprung ins berühmte Hotel Ritz in Madrid. Dort betreute sie Prominente wie Helmut Kohl, Julia Roberts oder Woody Allen während ihres Aufenthalts. „Ich habe gelernt, mich in Gäste hineinzuversetzen und ihre Wünsche zu erfüllen. Das liegt mir richtig gut“, sagt sie über diese prägende Zeit. Ein Sommerurlaub führte sie schließlich zurück nach Schwerin. Die Großeltern brauchten Unterstützung, die Familie war wieder hier – und Teresa Beck blieb. In einer Reiseagentur knüpfte sie an ihre Erfahrungen an. Doch bald entdeckte sie eine neue Leidenschaft.
Stadtführerin aus Leidenschaft
Anfang der 2000er-Jahre suchte das Stadtmarketing Schwerin nach englischsprachigen Stadtführern. Teresa Beck absolvierte die Ausbildung, bestand die Prüfung und ist seitdem mit Begeisterung dabei. Heute führt sie Touristen durchs Schloss, durch die Altstadt und auch auf Stadtrallyes. Besonders mag sie die Momente, in denen Besucher auf das Dach des Schlosses kommen und überwältigt von der Aussicht sind. Manchmal begleitet sie bis zu drei Gruppen am Tag. Dankbar seien vor allem die ausländischen Gäste. Viele kommen wegen des Schlosses, Deutsche zunehmend auch wegen des Welterbe-Titels. „Schwerin ist eine Perle, die mehr Aufmerksamkeit verdient.“
Kulinarisch in der Welt unterwegs
Privat verbringt sie ebenfalls viel Zeit rund ums Schloss, denn für sie ist es ein Ort, der zu jeder Tageszeit ein anderes Gesicht zeigt. Neben ihrer Arbeit reist sie weiterhin leidenschaftlich gern. Besondere Hotels und gute Küche haben es ihr angetan. Mit ihrem Mann testet sie regelmäßig Sternerestaurants. „Ich schaue auf die Karte und probiere gerne das, was ich nicht kenne. Das habe ich mir beibehalten.“
An Schwerin schätzt sie die Lebensqualität, wünscht sich aber auch Verbesserungen: mehr Sitzbänke, bessere öffentliche Toiletten, längere Öffnungszeiten in Restaurants und zusätzliche Hotels. Denn die Stadt habe enormes Potenzial.



