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80 Stunden Reanimation:
Schwerin plant Weltrekord im Wiederbeleben

Vom 2. bis 5. September soll in der Marienplatz-Galerie 80 Stunden lang ohne Unterbrechung reanimiert werden. Für den Weltrekord im Wiederbeleben werden noch rund 200 Teilnehmer gesucht.

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  • Veröffentlicht August 10, 2026
(Archiv­fo­to) Bei ein­er Rean­i­ma­tion­sübung mit dem stel­lvertre­tenden Ober­bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU) wird die Herz­druck­mas­sage an ein­er Train­ingspuppe geübt. Anfang Sep­tem­ber soll in der Marien­platz-Galerie in Schw­erin ein 80-stündi­ger Wel­treko­rd­ver­such starten. Foto: Nofias

 


In Kürze:

  • Vom 2. bis 5. Sep­tem­ber wollen NOFiAS und der DRK-Kreisver­band Schw­erin min­destens 80 Stun­den ohne Unter­brechung eine Rean­i­ma­tion simulieren.
  • Der bestätigte Reko­rd für die läng­ste Rean­i­ma­tion­sstaffel liegt derzeit bei 60 Stun­den und wurde 2025 in Öster­re­ich aufgestellt.
  • Für die Schw­er­iner Aktion wer­den nach Angaben der Organ­isatoren noch rund 200 Teil­nehmer für die zweistündi­gen Schicht­en gesucht.

 

In der Schw­er­iner Marien­platz-Galerie soll Anfang Sep­tem­ber ein Wel­treko­rd im Wieder­beleben aufgestellt wer­den. Der Vere­in NOFiAS und der DRK-Kreisver­band Schw­erin wollen vom 2. Sep­tem­ber, 8 Uhr, bis min­destens 5. Sep­tem­ber, 16 Uhr, durchge­hend eine Herz­druck­mas­sage an ein­er Train­ingspuppe durch­führen. Für die ins­ge­samt min­destens 80 Stun­den dauernde Aktion wer­den nach Angaben der Organ­isatoren derzeit noch rund 200 Teil­nehmer gesucht.

Mit­machen kön­nen Einzelper­so­n­en eben­so wie Vere­ine, Unternehmen, Sport­grup­pen, Feuer­wehren oder andere Ein­rich­tun­gen. Geplant sind ins­ge­samt 40 Zeitab­schnitte von jew­eils zwei Stun­den. Inner­halb dieser Schicht­en sollen sich Teams mit ide­al­er­weise sechs bis 20 Teil­nehmern bei der Herz­druck­mas­sage abwech­seln.

Der derzeit vom Reko­rd-Insti­tut für Deutsch­land geführte Reko­rd für die läng­ste Rean­i­ma­tion­sstaffel liegt bei 60 Stun­den. Aufgestellt wurde er im Okto­ber 2025 von ein­er Rotkreuz-Abteilung im öster­re­ichis­chen Vorarl­berg. Die Schw­er­iner Organ­isatoren wollen diese Best­marke damit um min­destens 20 Stun­den übertr­e­f­fen.

Hin­ter der öffentlichkeitswirk­samen Aktion ste­ht jedoch mehr als der Ver­such, einen Reko­rd nach Schw­erin zu holen. NOFiAS und das DRK wollen auf die Bedeu­tung schneller Erster Hil­fe bei einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand aufmerk­sam machen. Denn bis Ret­tungskräfte ein­tr­e­f­fen, kön­nen die ersten Minuten entschei­dend sein.

Weltrekord im Wiederbeleben läuft in Schichten

Die Teil­nehmer müssen die 80 Stun­den nicht selb­st durch­hal­ten. Jed­er angemeldete Vere­in oder jede Gruppe übern­immt einen der zweistündi­gen Zeitab­schnitte. Die einzel­nen Mit­glieder wech­seln sich während­dessen an ein­er Train­ingspuppe ab.

Vorken­nt­nisse sollen nicht erforder­lich sein. Nach Angaben der Ver­anstal­ter wer­den die Teil­nehmer während der Aktion von Fach­leuten angeleit­et. Auch Besuch­er der Marien­platz-Galerie kön­nen die Gele­gen­heit nutzen, Herz­druck­mas­sage und den Umgang mit einem automa­tisierten exter­nen Defib­ril­la­tor – kurz AED – an Train­ings­geräten zu üben.

Ein AED ist ein Gerät, das bei bes­timmten lebens­bedrohlichen Herzrhyth­musstörun­gen einen elek­trischen Schock abgeben kann. Die Geräte sind so kon­stru­iert, dass auch medi­zinis­che Laien sie nach den gesproch­enen und bildlichen Anweisun­gen ein­set­zen kön­nen.

Schwerin will öffentliches Defibrillator-Netz ausbauen

Der Reko­rd­ver­such gehört zur Ini­tia­tive „MV zeigt Herz“ des Vere­ins NOFiAS. Sie set­zt sich unter anderem dafür ein, öffentlich zugängliche Defib­ril­la­toren in Meck­len­burg-Vor­pom­mern auszubauen und mehr Men­schen im Umgang mit Wieder­bele­bungs­maß­nah­men zu schulen.

In Schw­erin läuft dazu das Pro­jekt „Schw­erin zeigt Herz“. Auch die Lan­deshaupt­stadt beschäftigt sich inzwis­chen mit dem Auf­bau eines öffentlich zugänglichen AED-Net­zes. Der zuständi­ge Fach­di­enst für Feuer­wehr und Ret­tungs­di­enst hat nach Angaben von NOFiAS mit ein­er Bestand­sauf­nahme und den Pla­nun­gen begonnen.

NOFiAS nen­nt als Ziel, bis Ende 2026 ins­ge­samt 50 öffentlich zugängliche Defib­ril­la­toren in Schw­erin zu instal­lieren. Die Ini­tia­tive spricht in diesem Zusam­men­hang davon, Schw­erin zur ersten „herzsicheren Lan­deshaupt­stadt Deutsch­lands“ machen zu wollen. Ob und nach welchen unab­hängi­gen Kri­te­rien eine Stadt diese Beze­ich­nung führen kann, geht aus den bis­lang veröf­fentlicht­en Infor­ma­tio­nen allerd­ings nicht her­vor.

Warum schnelle Hilfe entscheidend ist

Nach Angaben der Ver­anstal­ter müssen in Deutsch­land jährlich rund 71.000 Men­schen nach einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand wieder­belebt wer­den. Die Über­leben­squote liege bei etwa elf Prozent. Mit dem Reko­rd­ver­such wollen NOFiAS und das DRK deshalb auch Hemm­schwellen abbauen und zeigen, dass eine Herz­druck­mas­sage grund­sät­zlich auch von Laien begonnen wer­den kann.

Für Schw­erin ist es nicht die erste öffentliche Aktion dieser Art. Bere­its im Okto­ber 2025 hat­te NOFiAS in der Marien­platz-Galerie über Wieder­bele­bung informiert. Im Feb­ru­ar dieses Jahres fol­gte dort ein Blaulicht­tag mit Ein­sat­zor­gan­i­sa­tio­nen.

Wer Anfang Sep­tem­ber nicht selb­st an ein­er der Schicht­en teil­nehmen möchte, kann den Wel­treko­rd­ver­such auch als Zuschauer ver­fol­gen. Par­al­lel sollen Train­ingsmöglichkeit­en ange­boten wer­den, bei denen Besuch­er Wieder­bele­bungs­maß­nah­men aus­pro­bieren kön­nen.