WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig weist Vorwürfe der ASK zurück

WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig äußert sich im Interview zu den Vorwürfen von Seiten der Wählergemeinschaft Aktion Stadt- und Kulturschutz.

Foto: Dario Rochow | Schwerin-Lokal.de

 

Für den WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig sind die von der ASK gegen die kommunale Wohnungsgesellschaft gemachten Vorwürfe absurd. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Köchig noch einmal, warum es zur Entscheidung des Abrisses der Hochhäuser in Lankow gekommen ist. So war es die Schweriner Stadtvertretung, die beschlossen hatte die Hochhäuser abzureißen und nicht zu verkaufen. Dieser Beschluss besteht bis heute und die WGS als kommunales Unternehmen ist nach wie vor an diesen Beschluss gebunden. 

 

Hohe Sanierungskosten 

 

Fakt sei weiter, dass die hohen Kosten welche mit einer Sanierung verbunden wären für die Hochhäuser durch das städtische Unternehmen nicht getragen werden konnte. Die von der ASK ins Spiel gebrachten Investoren, haben zu keinem Zeitpunkt den Kontakt zur WGS gesucht. Es habe lediglich Gespräche mit einem Architekten gegeben, der inzwischen aber nach Angaben Köchigs schon Rentner sei. Im Gespräch sei dem WGS-Geschäftsführer klar geworden, dass die Kostenvorstellungen des Mannes nicht realistisch sind. Grenzwertig empfindet es Thomas Köchig, wenn der Architekt ohne Maklerauftrag seitens der WGS versucht Käufer für die Hochhäuser zu finden.  

Die Hochhäuser, so Köchig, seien zu keinem Zeitpunkt Sozialwohnungen gewesen. Würde man die Hochhäuser in der jetzigen Form sanieren, dann würde alleine eines der Häuser weiter über 5 Millionen Euro liegen. „Meine Erfahrungen sagen mir da, dass dann ein Mietpreis von um die sieben Euro, eventuell noch höher, pro Quadratmeter fällig werden würde. Von günstigem Wohnen kann dann wohl kaum noch die Rede sein.“, so Köchig.

Im Gespräch bestreitet Köchig nicht, dass Schwerin im Moment Ein- bis Zweiraumwohnungen fehlen. Nur wäre es leichter diese in Fünfgeschösser zu bauen als diese nun in die Hochhäuser zu setzen. „Auch hier haben wir wieder weitaus höhere Kosten, die eine günstige Vermietung am Ende unmöglich machen“, so Köchig. Für den Vorwurf der ASK, dass man hier mit dem Abriss Druck auf die Mietpreise machen möchte, hat Thomas Köchig kein Verständnis. „Die Hochhäuser wurden schon im letzten Mietspiegel nicht mehr berücksichtigt“, sagt er. 

 

Mindestbestand an Wohneinheiten auf Anregung der WGS beschlossen

 

Weiter weist der Geschäftsführer auch die Spekulationen zurück, dass mit dem Abriss der Hochhäuser der Wohnungsbestand des Unternehmens auf unter 10.000 Einheiten rutschen könne. Im Gespräch verweist Köchig darauf, dass es sein Unternehmen selber gewesen sei, das der Stadtvertretung den Beschluss empfohlen habe, die WGS zu beauflagen den Wohnungsbestand bei 10.000 Wohnungen zu behalten. Für den WGS-Geschäftsführer hat diese Zahl einen ganz klaren Hintergrund: Wohnungsunternehmen, die um die 10.000 Wohnungen in ihrem Bestand haben, gelten innerhalb der Branche als große Wohnungsbaugesellschaften. Diese Einordnung bringe dem Unternehmen beispielsweise preiswerte Rabattierungen, aber auch ein ganz anderes Standing bei Verhandlungen mit Banken. „Bei großen Wohnungsgesellschaften verhandelt der Bankvorstand selber mit Ihnen und nicht die Ebene darunter. Das hat sich in der Vergangenheit immer als ein Vorteil für das Unternehmen erwiesen.“, so Köchig. Die WGS habe daher selber das größte Interesse daran, diese magische Zahl von 10.000 Wohneinheiten in ihrem Bestand zu halten. 

 

Auszug aus dem Geschäftsbericht 2016 und dem Lagebericht 2017

 

 

Anhand des testierten Geschäftsberichts 2016 und des sich im Moment in der Abstimmung befindlichen Berichts aus dem letzten Jahr, belegt Thomas Köchig, dass der Kernbestand an Wohneinheiten auch nach dem Abriss der Hochhäuser in Lankow bei 10.266 Wohneinheiten liegt. „Daher stimmen die Aussagen der ASK einfach nicht“, so Köchig.

Einer Entscheidung des Gerichts sieht Thomas Köchig ganz entspannt entgegen. „Da es sich hier um einen Beschluss der Stadtvertretung handelt, den ich im Moment umsetze, rechne ich nicht damit, dass das Verwaltungsgericht einen Abrissstopp verhängt.“ Der WGS-Geschäftsführer hätte sich aber von Seiten der ASK gewünscht, dass diese das Gespräch mit ihm gesucht hätten. Vieles hätte man sicherlich dann schnell erklären und aus der Welt schaffen können. 

 

 
 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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