WGS kündigt Strafanzeige gegen ASK-Geschäftsführer an

ASK-Geschäftsführer Stephan Martini hatte zur Dokumentation angeblicher Mängel die Abriss-Baustelle des Hochhauses in der Eutiner Straße illegal betreten. WGS-Geschäftsführer spricht von einem unfassbaren Vorgang und kündigt an, dass das Unternehmen eine Strafanzeige stellen werde.

ASK-Geschäftsführer Stephan Martini Foto: privat

Der Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft WGS , Thomas Köchig hat rechtliche Schritte gegen das widerrechtlich ins Internet gestellte Unternehmensentwicklungskonzept (UEK) der WGS angekündigt. Auf der Seite der Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) wurde das Konzept öffentlich gemacht, obwohl es ein nichtöffentliches Dokument ist, das allerdings für Mitglieder der Schweriner Stadtvertretung über das Datensystem der Stadt zugänglich ist. 

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Köchig weißt darauf hin, dass diese Entscheidung nicht bedeute, dass sein Unternehmen „intransparent agieren“ wolle. Es gäbe aber klare Regeln in den städtischen Gremien. So dürfen als „nichtöffentlich“ eingestufte Dokumente und Informationen, die Stadtvertretern bekannt werden, nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die ASK hat mit Karsten Jagau einen Stadtvertreter in diesem Gremium sitzen. 

 

„Denunziation“ der Auftragnehmer

 

Die ASK hatte in ihrem Blogbeitrag behauptet, dass mit dem im Moment laufenden Abriss der drei Zehngeschosser in Lankow die Zahl der Wohneinheiten der WGS unter 10.000 Wohnungen sinken würde. Das stünde einem Beschluss der Stadtvertretung entgegen, der besagt, dass die WGS 10.000 Wohnungen in ihrem Bestand halten muss. Die ASK bezieht sich in ihrem Blogartikel dabei auf einen Beitrag des NDR, der allerdings inzwischen nicht mehr abrufbar ist. 

Thomas Köchig geht in seiner Ankündigung direkt auf den ASK-Geschäftsführer Stephan Martini ein. Diesem wirft er vor, dass er die Auftragnehmer des Wohnungsunternehmen bei Behörden „denunziere“. So hatte Martini behauptet, dass bei Abriss sowohl Bestimmungen des Arbeitsschutzes als auch des Baumschutzes missachtet werden. Entsprechende Mitteilungen beim Zoll, Bauamt und Umweltamt brachten aber kein Ergebnis. 

 

Einbruch in die Baustelle

 

Nachts hatte sich der ASK-Geschäftsführer widerrechtlich Zutritt zur Baustelle verschafft und seine Erkenntnisse auf Facebook veröffentlicht. Thomas Köchig kündigte deshalb an, dass man eine Strafanzeige gegen Stephan Martini stellen wolle. „Er selbst (Stephan Martini – Anm. der Redaktion) begibt sich ohne Schutz (Helm, Schutzschuhe…) und Baustellenkenntnis in Gefahr. Ein für mich unfassbares Vorgehen.“, sagt Köchig. 

Henning Kobs

Journalist. Wohnt in Braunschweig. Schreibt seit der Gründung im Jahr 2013 als freier Mitarbeiter gelegentlich für unsere digitale Tageszeitung. Er arbeitet vor allem im Back-Office der Redaktion.

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