Wie die Kaffeekapsel die Welt verändert

Schwerin, 27.11.2017 (anz.) Die Kaffeekapsel überzeugt Millionen von Deutschen durch ihre einfache Handhabung und dennoch besonders aromatischen Geschmack.

 

 

Auch durch die Vielzahl an besonderen Geschmacksrichtungen kann das Kapselsystem punkten. Stolze zwei Milliarden Kapseln wandern pro Jahr in Deutschland hierdurch in den Müll. Mittlerweile bietet so gut wie jeder Kaffeeanbieter auch Kaffee in Kapselform an, die Verfügbarkeit ist hierdurch mehr als ausreichend. Obwohl das Kapselsystem für den Menschen viele nachvollziehbare Vorteile beinhaltet, existiert auch eine dunkle Kehrseite. Die Kaffeekapsel beeinflusst sowohl Mensch als auch Umwelt und dies nicht zu wenig.

Einwirkungen auf den Menschen
Der Kaffeegenuss wird durch die Kapseln eventuell für Kunden unmerkbar teuer. Liegen die Preise je nach Anbieter pro Kapsel zwischen 40 Cent und 20 Cent, so beträgt der Preis für ein Pfund Kaffee in der herkömmlichen Verpackung zirka 6 Euro. Werden diese Beträge hochgerechnet, ist die Kapselvariante fast sechs Mal so teuer.
Durch den erhöhten Kaffeekonsum, muss ebenso mehr Kaffee angebaut und geliefert werden. Dies hört sich zunächst gut an, denn Arbeitsplätze werden hierdurch geschaffen, auch bei uns in Deutschland. Durch die teils stark schwankenden Preise am Kaffeemarkt, werden aber vor allem Kleinbauern unter Druck gesetzt. Die Bezahlungen sind schlecht und unfair. In manchen Ländern führt dies sogar zu Kinderarbeit. Immerhin kann hier das Fairtrade-Projekt entgegen wirken. Mittlerweile können auch Kaffeekapsel mit Fairtrade-Siegel gekauft werden. Fairtrade-Kaffeekapseln können in etwa auf gourmesso.de gefunden werden. Das Siegel bestätigt eine gerechte und faire Entlohnung. Zusätzlich beteiligt sich die Organisation an gemeinschaftlichen Projekten und unterstützt hierdurch die Infrastruktur und medizinischen Anbau in Ländern des Kaffeeanbaus.

Beeinflussung der Umwelt
Obwohl die kleinen bunten Kaffeekapseln unscheinbar im hauseigenen Mülleimer verschwinden, haben diese eine größere Auswirkung auf die Umwelt als zunächst angenommen. Egal ob hierbei auf Kunststoff oder Aluminium als Ausgangsmaterial für die Kapselproduktion gesetzt wird, beide Materialien sind nur schwer zu entsorgen. Vor allem die Gewinnung von Bauxit, dem Aluminiumerz, ist mit einem großen Energieaufwand verbunden. Da die Kapseln stark verunreinigt entsorgt werden, hält sich der Grad des Recyclings in Grenzen. Zwar versprechen viele Hersteller eine Recycling Rate von bis zu 70 Prozent, es darf allerdings bezweifelt werden, dass diese auch tatsächlich erreicht wird. Um für ein besseres Unternehmensbild zu sorgen, bieten deshalb viele Anbieter bereits Rücknahmestellen für verbrauchte Kaffeekapseln an. All diese Maßnahmen sind aber stark von den Kunden abhängig. Die Herstellung von Kaffeekapseln aus Biomaterial ist ebenfalls nur eine Zwischenlösung, da diese meist nicht komplett abbaubar sind und deshalb nicht auf den Komposthaufen wandern sollten. Für den Moment bleibt den Konsument nichts anderes übrig, als sich selbst um die richtige Entsorgen zu kümmern und so die Umwelt etwas zu entlasten.

 

 

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